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Umland Lehrte Nachrichten Gymnasium stellt Schülern Beratungsstellen vor 
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17:23 24.02.2018
Bernward Müller-Prange von der Beratungsstelle Anstoß simuliert anhand eines fiktiven Falles mit den Neuntklässlern ein Beratungsgespräch. Quelle: Sandra Köhler
Lehrte

 Beratungsrundlauf am Gymnasium Lehrte: Hinter diesem etwas sperrigen Titel verbirgt sich eine ziemlich gute Idee. „Wir wollen den jungen Leuten einmal zeigen, welche Hilfs- und Beratungsangebote es gibt“, sagt Schulsozialarbeiterin Pascale von Rohr. Ob Handy- oder Drogensucht, Probleme mit den Eltern, ungewollte Schwangerschaft oder Cybermobbing, häusliche Gewalt oder Berufswahl, Depressionen oder Strafverfahren: nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche können bereits Beratungsbedarf haben, weiß von Rohr: „Problemfreie Menschen gibt es nicht.“ In solchen Fällen sei es häufig einfacher für Betroffene, sich Profis anzuvertrauen, die das Ganze mit etwas Abstand betrachteten. 

Um aufzuzeigen, wo diese Profis zu finden sind, hatte von Rohr die Veranstaltung organisiert. Vertreter verschiedener Stellen hatten dem kompletten neunten Jahrgang des Gymnasiums Einblicke in ihre Beratungsarbeit gegeben. Da waren neben Polizei, Jugendamt und der Jugendgerichtshilfe auch die AWO-Frauenberatungsstelle, die Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Region, die Frühen Hilfen, die sozialpsychiatrische Beratungsstelle und die Fachstelle für Jungen-und Männerarbeit Mannigfaltig. Aber auch die Fachstelle Sucht und Suchtprävention aus Burgdorf, die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Hannover, die Beratungsstelle Sallstraße Hannover, die bundesweite Online-Beratungsplattform Juuuport und Anstoß, eine vom Männerbüro Hannover betriebene Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Jungen und männlichen Jugendlichen, waren vertreten. 

In Gruppen von etwa zehn Personen konnten die Jugendlichen die Arbeit von jeweils vier von ihnen favorisierten Einrichtungen näher kennenlernen und Fragen stellen. Es gab aber auch die Möglichkeit, im Rahmen eines Rollenspieles einen fiktiven Fall auszuprobieren und zu sehen, wie ein Beratungsgespräch abläuft. So wie beim Anstoß-Mitarbeiter und Diplom-Sozialpädagogen Bernward Müller-Prange. Dort schlüpften die Jugendlichen in die fiktive Rolle eines Jungen, der seine Mutter dabei überrascht, wie sie seinen kleinen Bruder küsst. 

Wichtig sei es, eine Beratung möglichst behutsam durchzuführen, sagt Müller-Prange. Dabei dürfe der Schutz des Opfers nie aus dem Blick zu geraten. Betroffen waren die Neuntklässler als sie erfuhren, wie häufig die stark tabuisierte sexualisierte Gewalt an Jungen und jungen Männern vorkommt. „Jeder Zehnte ist betroffen“, sagte Müller-Prange. Ein solcher Missbrauch werfe häufig das komplette Innere des Opfers durcheinander. 

Leonie und Fabian von der bundesweite Beratungsplattform Juuuport kommen mit den Gymnasiasten über Cybermobbing und Datensicherheit ins Gespräch. Quelle: Sandra Köhler

Keine Sprechstunde, sondern eine anonyme Online-Beratung durch Jugendliche gibt es unter www.juuuport.de. Der 17-jährige Fabian ist einer der sogenannten Scouts zwischen 15 und 21 Jahren, die dort Jugendliche bei Problemen rund um das Internet beraten. Cybermobbing, Abzocke, Datensicherheit oder Technik: Jeder Scout hat sein Spezialgebiet. „Mädchen kennen sich in der Regel besser bei den sozialen Medien wie Snapchat und Co aus, Jungen dagegen beim Gaming“, sagt Fabian. Etwa 80 Prozent der Anfragen drehten sich ums Cybermobbing, sagt die studentische Mitarbeiterin Leonie Ripke. Wichtig sei es, nicht darauf einzugehen, den Kontakt zu blocken, Beweise zu sichern sowie mit Eltern oder Lehrern darüber zu reden. „Wenn derjenige auch nach Aufforderung nicht aufhört, kann man durchaus Anzeige erstatten“ riet Leonie.  

 

Von Sandra Köhler

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