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Umland Lehrte Nachrichten IGS-Schüler malen mit Geflüchteten
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09:31 15.03.2018
Die IGS-Schüler der neunten und zehnten Klasse verbringen mehrere Vormittage mit Lehrter Flüchtlingen. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
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Lehrte

 Kontakte knüpfen, andere Kulturen kennenlernen und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen abbauen: Das ist das Ziel eines einwöchigen Projekts der Integrierten Gesamtschule Lehrte gewesen. 

„Mich hat interessiert, wie die Geflüchteten hier in Lehrte so leben“, erklärte Schülerin Fiona Schibgilla die Wahl ihres Projekts. Zunächst hatten sich die Schüler mit ihrer Projektleiterin Ute Brook in einem theoretischen Teil mit den Ursachen des Flüchtlingszustroms sowie mit der Herkunft von Flüchtlingen beschäftigt. Auch über die verschiedenen Kulturen und Religionen der Menschen, die hier in Deutschland Zuflucht suchen, wurde dabei gesprochen. 

Höhepunkt der Projektwoche waren jedoch die gemeinsamen Aktionen mit den Flüchtlingen. Die Projektgruppe der IGS war dafür mehrere Tage lang in dem AWO-Wohnhaus an der Lehrter Nordstraße zu Besuch. Seit 2015 leben dort Flüchtlinge, zurzeit sind es 75 – verteilt auf drei Wohngebäude. Ein Großteil der Geflüchteten nimmt tagsüber an Sprach- und Integrationskursen teil, andere arbeiten bereits. 

Bei den Treffen mit den Geflüchteten standen verschiedene Aktionen wie Basteln, Malen und Gesellschaftsspiele auf dem Programm. Mit Acrylfarbe wurden gemeinsam Bilder gefertigt, die nun den Flur in dem Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss verschönern sollen. Außerdem gestalteten alle Teilnehmer gemeinsam ein Transparent auf das sie das Wort Zusammenhalt in unterschiedlichen Sprachen schrieben. Jeder durfte sich dort mit seinem Handabdruck verewigen. „Das Transparent soll später das Haus hier verschönern“, sagte Brook. 

Die IGS-Schüler der neunten und zehnten Klasse verbringen mehrere Vormittage mit Lehrter Flüchtlingen. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Bei den Aktionen lernten sich die Schüler und die oftmals nur wenige Jahre älteren Flüchtlinge besser kennen. Kommuniziert wurde in vielen Sprachen. Englisch, Französisch – und wenn gar nichts mehr ging half IGS-Schüler Ahmad Kalaf mit Kurdisch und Arabisch aus. Der Schüler war mit seiner Familie vor ein paar Jahren aus dem Ort Malika in Syrien nach Deutschland gekommen. Von der Hauptschule Uetze ist er jetzt auf die IGS in Hämelerwald gewechselt.  „Er wird bei uns sicher noch Abitur machen“, so Ute Brook optimistisch.

Die Flüchtlinge freuten sich über die Aktionen. „Das ist eine schöne Abwechslung“, sagte ein 18-Jähriger, der aus dem Irak stammt. Viele der IGS-Schüler stellten fest, dass ihre Interessen und Vorlieben etwa bei Musik oder Sport oft gar nicht so weit mit denen der jungen Flüchtlinge auseinander liegen. „Besuche wie diese bauen Vorurteile und Berührungsängste auf beiden Seiten ab“, sagte Brook.  Die Pädagogin leitet auch die AG Schule & Rassismus an der IGS.

AWO-Mitarbeiterin Susanne Stanke vom Wohnheim an der Nordstraße bedauerte, dass die IGS momentan die einzige Schule in Lehrte ist, die ein Flüchtlingswohnheim aufsuchen. „Als AWO-Einrichtung sind wir offen für vielfältige Aktivitäten, die den Austausch zwischen Geflüchteten und Nichtgeflüchteten fördern“, sagte sie. Der Austausch trage zur Integration bei. „Die Schüler lernen dabei Toleranz und ein gutes Miteinander verschiedener Kulturen“, ergänzte Brook.

Von Patricia Oswald-Kipper

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