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Workcamp-Teilnehmer tauchen in Eisenzeit ein

Lehrte Workcamp-Teilnehmer tauchen in Eisenzeit ein

Premiere im Naturfreundehaus: Im Internationalen Workcamp "Eintauchen in die Eisenzeit" haben elf Teilnehmer eine Woche lang wie vor 2600 Jahren gelebt und unter anderem Rennöfen gebaut, geschmiedet und Werkzeuge angefertigt.

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Die Teilnehmer des Workcamps bergen vor dem Eisenzeithaus Eisen aus den Schlackeresten des Rennofens.

Quelle: Katja Eggers

Arpke. Wer vor 2600 Jahren Eisen gewinnen wollte, brauchte dafür einen langen Atem. Das haben auch die elf Teilnehmer des Workcamps erfahren. Sie formten dafür nicht nur einen für die Eisenzeit typischen Rennofen aus Lehm und Stroh, sondern rösteten über einem Lagerfeuer auch Eisenerz, zerkleinerten es mit dem Hammer, sortierten und säuberten es und befüllten damit zur Verhüttung dann den Ofen.

Ob dieser aber auch tatsächlich funktionieren und das gewünschte Eisen liefern würde, war für die Teilnehmer ein spannender Moment. Als Christian Helmreich, Workcamp-Leiter und Chef des Naturfreundehauses, den Ofen entfachte, schoss eine drei Meter hohe Stichflamme aus der Öffnung heraus. "Das war sehr beeindruckend und hat mir prompt ein paar Wimpern und Haare versengt", sagte Helmreich. Letztendlich konnten jedoch nur ein paar kleine Eisenklumpen gewonnen werden. "Das machen wir beim nächsten Mal besser, da haben wir dann schon mehr Erfahrung", erklärte Helmreich.

Unter der Anleitung von Helmreich und seiner Mitarbeiterin Karen Baingo lernten die Teilnehmer aber auch, mit einem Feuerstein wie in der Urzeit Feuer zu machen, sowie Speerspitzen und kleine Messer anzufertigen. "Auf einem Acker haben wir Tonscherben aus dem 16. Jahrhundert gefunden, das war total spannend", berichtete Teilnehmer Robin Marlow.

Während des Workcamps arbeitete die Gruppe zudem an der Weitergestaltung des Freilichtmuseums und verschmierte etwa die Wände des Eisenzeithauses mit Lehm. Helmreich hatte den Teilnehmern zudem die 2,5 Millionen Jahre alte Geschichte der Menschheit erläutert  - vom ersten Faustkeil über die Steinzeit bis heute. Übernachtet und gegessen wurde allerdings nicht im Eisenzeithaus, sondern komfortabler im angrenzenden Naturfreundehaus.

Helmreich zog zum Ende des Workcamps ein positives Fazit. "Das werden wir gern wiederholen", sagte er. Einige Teilnehmer hätten bereits den Wunsch nach einer Fortsetzung geäußert, um in einem weiteren Camp ihre erlernten Fähigkeiten noch zu perfektionieren oder auch neue Fähigkeiten wie etwa Töpfern und Bronzeguss zu erlernen, sagte Helmreich.

Wünschen würde sich der Workcamp-Leiter allerdings, dass die Veranstaltung beim nächsten Mal ihrem Namen als Internationales Workcamp noch mehr gerecht wird. Von den elf Teilnehmern kam lediglich der 21-jährige Südafrikaner Ayanda Mbete aus dem Ausland, die anderen stammten aus Deutschland.

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Von Katja Eggers

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