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Umland Lehrte Nachrichten Der Unfallschwerpunkt ist entschärft
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00:37 30.03.2018
Seit einem Jahr kein Crash: Die Kreuzung aus Berliner Allee und Marktstraße ist kein Unfallschwerpunkt mehr. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

 Viele Jahre lang hat die Kreuzung aus Marktstraße und Berliner Allee ein negatives Prädikat besessen: Unfallschwerpunkt Nummer eins in der Stadt. Jetzt sind diese Zeiten offensichtlich vorbei. Seit einem Jahr hat es an dem Verkehrsknoten in der Innenstadt keinen Crash mehr gegeben. Ursache dafür sind ein Strauß von Veränderungen. Die letzte davon war das Verdecken eines Lichtsignals.

„Das war wirklich eine furchtbare Kreuzung“, sagte Bernd Steindam, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes beim Polizeikommissariat Lehrte, bei der offiziellen Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2017 am Dienstagmittag. Jahrelang habe man an der Kreuzung „herumgedoktert“, um die Flut an Unfällen einzudämmen. Seit dem März 2017 sei die Anzahl der Karambolagen dort aber bei Null.

Das ist in der Tat eine kleine Sensation. Denn schon seit mindestens zehn Jahren hatten die Verantwortlichen bei der Bekanntgabe der statistischen Unfallzahlen regelmäßig die Kreuzung aus Berliner Allee und Marktstraße als Sorgenkind Nummer eins genannt. Mal hatte es dort binnen zwölf Monaten 17-mal gekracht, mal 13-mal. Und meist lag die Ursache in der Unaufmerksamkeit von Autofahrern, die aus Richtung der Bahnunterführung auf die Kreuzung zufuhren.

Dort nämlich galt es, drei Ampeln mit unterschiedlichen Schaltphasen zu beachten – eine für Links- und eine für Rechtsabbieger sowie eine für die Fahrt geradeaus. Mancher, der bei Rotlicht stoppte und nicht konzentriert war, achtete auf die falsche Ampel und meinte, er habe Grünlicht, obwohl für sie noch Rot galt. Bei dichtem Verkehr war dann ein Unfall fast unvermeidlich. Viele Lehrter forderten veränderte Ampelschaltungen, eine bessere Verkehrsführung oder mehr Polizeikontrollen. Bemühungen gab es in alle drei Richtungen schon seit Jahren.

Steindam spricht nun von einer „Gesamtleistung“ von Polizei und den zuständigen Behörden, die zur Entschärfung des Unfallschwerpunkts geführt habe. Immer wieder habe sich die Verkehrsunfallkommission der Polizei die Kreuzung angesehen. Im Verlauf mehrerer Jahre seien nicht nur die Ampelschaltungen mehrfach verändert worden, man habe auch Fahrbahnmarkierungen neu gesetzt und zuletzt das Versetzen einer Ampel getestet. Eine detaillierte Analyse zum Verkehrsgeschehen an der Kreuzung liege aber noch nicht vor.

Den letzten von der Polizei gemeldeten Unfall hatte es an dem Verkehrsknoten am 22. März vergangenen Jahres gegeben. Ursache dafür war das Übliche: Ein 37-Jähriger, der in Richtung Sehnde geradeaus über die Kreuzung fahren wollte, startete, als die Ampel für die Rechtsabbieger Grün zeigte.

Weniger Unfälle, weniger Verletzte

Die Anzahl der Verkehrsunfälle in Lehrte und Sehnde sinkt. Im Jahr 2017 gab es im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Lehrte exakt 1507 Kollisionen, die zur Anzeige kamen. Das sind 34 weniger als im Jahr davor. Auch Verletzte gab es weniger. Bei 207 Unfällen mit Personenschaden gab es 228 Leicht- und 23 Schwerverletzte. Das sind 10 beziehungsweise 32 Prozent weniger als im Vorjahr. Tote gab es im Lehrter und Sehnder Straßenverkehr im abgelaufenen Jahr nicht. Die am Dienstagmittag vom Kommissariat veröffentlichte Statistik klammert allerdings die Unfälle auf den Autobahnen 2 und 7 aus. Diese fallen in die Zuständigkeit der Autobahnpolizei.

Hervorstechende Unfallschwerpunkte gebe es in Lehrte und Sehnde nicht mehr, sagte Bernd Steindam bei der Präsentation der Zahlen. Der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Lehrter Kommissariat  äußerte aber seine große Sorge über die stetig steigende Anzahl von bei Unfällen verletzten, sogenannten ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Insgesamt sind das 109 – konkret 71 Radfahrer, 20 Fußgänger und 18 Motorradfahrer. Auch in dieser Statistik ging die Zahl der Verletzten zwar um insgesamt 31 zurück. Radler, Fußgänger und Motorradfahrer seien aber nach wie vor überproportional stark gefährdet.

Alkohol und Drogen spielten im Jahr 2017 bei Unfällen indes wieder eine größere Rolle. 28 Beteiligte hatten nachweislich Rauschmittel konsumiert,  2016 waren es noch 18.

Immer mehr Handy-Verstöße

Wer als Autofahrer ein Mobiltelefon in die Hand nimmt, begeht einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. Wer dabei erwischt wird, kassiert einen Punkt in der Verkehrssünderkartei und muss 60 Euro Strafe zahlen. Trotzdem wird die Anzahl deren, die am Steuer telefonieren oder Nachrichten schreiben, offenbar immer größer. 436 derartige Verstöße hat die Polizei im vergangenen Jahr in Lehrte und Sehnde registriert. Diese hohe Anzahl resultiert auch aus teils stundenlangen Kontrollaktionen an Hauptverkehrsstraßen.

Bernd Steindam, Chef des Einsatz- und Streifendienstes im Kommissariat, ist von dieser Zahl schockiert. Er hat aber wenig Hoffnung, dass sich das Problem mit den Handys von allein erledigt. Vielen Autofahrern seien die Gefahren, denen sie sich aussetzen, egal. Dabei sei die Ablenkung durch Telefonate oder das Schreiben von Nachrichten höchst gefährlich.

Insgesamt musste die Lehrter Polizei im vergangenen Jahr 669 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr fertigen und zudem 1883 Verwarnungen aussprechen. Allein 615-mal registrierte sie nicht angeschnallte Fahrer oder Beifahrer, 377 Verstöße verübten Radfahrer, 246-mal waren Fußgänger die Leidtragenden der Ordnungswidrigkeiten. Genau 333-mal erwischte die Polizei Autofahrer, die zu schnell fuhren.

Von Achim Gückel

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