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00:43 25.03.2018
Die Anlieger der Backhausstraße in Ahlten fühlen sich von der Stadt übergangen. Quelle: Katja Eggers
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Ahlten

 Das dürfte die Anwohner der Bakchausstraße in Ahlten richtig auf die Palme bringen: Die Stadt hat dort nicht nur die komplette Baumallee gefällt, jetzt wird auch noch der Straßenausbau erheblich teurer als geplant. Die Ausbaukosten steigen um rund 400 000 Euro, das entspricht einer Kostensteigerung von fast 50 Prozent. Der Ortsrat ist irritiert, weil er darüber nicht frühzeitig informiert wurde. Die CDU-Fraktion übt nun massive Kritik an der Verwaltung. 

Die Stadt hatte die Ortspolitiker erst auf Nachfrage von Ahltens Ortsbürgermeisterin Heike Koehler in einer nicht öffentlichen Sitzung über die veränderte Situation informiert. Koehler spricht von einer „Kostenexplosion“. „Das ist wirklich eine harte Nummer – ich rechne mit einer Klagewelle der Anlieger“, erklärt die Ortsbürgermeisterin. Ursprünglich hatte die Stadt allein für den ersten Bauabschnitt rund 883.000 Euro veranschlagt. Jetzt liegen die Kosten bei knapp 1,3 Millionen Euro. Etwa 50 Prozent des Straßenausbaus und etwa 30 Prozent für die Kanalerstellung werden auf die 70 Anlieger umgelegt. 

Nähere Informationen will die Stadt am Mittwoch, 18. April, in einer Anliegerversammmlung mitteilen. Die Einladungen sind den Anliegern am Donnerstag zugegangen. In der Versammlung will die Verwaltung dann auch über die Gründe für die Kostensteigerung informieren. Stadtsprecherin Nele Domin erklärt, dass die allgemeinen Kosten für die Straßensanierung erheblich gestiegen sind: „Wir haben überdurchschnittlich hohe Kostensteigerungen bei allen Angeboten.“ Ein Bodengutachten hat zudem ergeben, dass die Fahrbahndecke nicht wie geplant allein entsorgt werden kann. Auch die darunterliegenden Pflastersteine müssen nun entfernt werden. Dadurch fällt wesentlich mehr Material an, was die Kosten erheblich steigert. „Das ist natürlich ärgerlich, aber da kommen wir nicht drumherum“, sagt Domin. 

Die Anwohner der Backhausstraße haben für Mehrkosten, die auf sie zukommen, keinerlei Verständnis. Sie sind stinksauer und fühlen sich von der Stadt übergangen. „Wir werden scheibchenweise und viel zu kurzfristig informiert und am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Anlieger Erich Zadow.

Die Anlieger begreifen zudem nicht, wie sich die Verwaltung bei den Kosten dermaßen verschätzen konnte. „Wie die Straße beschaffen ist und dass da noch Pflastersteine drunter liegen, hätten die Experten der Stadt doch wissen müssen“, schimpft Anlieger Hans-Alfred Riggers. Von der Kostensteigerung habe er in der vergangenen Woche in einer Beschlussvorlage im Online-Ratsinformationssystem der Stadt gelesen. In seiner jüngsten Sitzung habe er den Ortsrat auf die Kostensteigerung angesprochen. „Aber da konnte mir auch niemand nähere Auskunft geben“, erklärt Riggers.

Die Stadt hatte ihm für sein rund 1000 Quadratmeter großes Grundstück in der ersten Anliegerversammlung  einen Ausbaubeitrag in Höhe von etwa 15.000 Euro genannt. Durch die Kostensteigerung rechnet der Ahltener nun mit Kosten von rund 18.000 Euro. 

Ahltens CDU hat viele Fragen

Die CDU-Fraktion im Ortsrat Ahlten geht nach der Kostensteigerung für den Ausbau der Backhausstraße mit der Stadt hart ins Gericht. Die Politiker haben einen ganzen Fragenkatalog formuliert. Sie möchten etwa wissen, seit wann die Verwaltung von den immensen Kostensteigerungen  weiß und was in dem gesamten Verfahren „schief gelaufen“ ist.  Auch fragt die CDU, warum Ortsrat und betroffene Anlieger nicht früher informiert wurden und ob die Stadtverwaltung überhaupt etwas getan hat, um die Kosten und damit die Belastung für die Bürger zu minimieren. 

Die Lokalpolitiker finden es besonders irritierend, dass die neuen Tatsachen erst nach der ersten Anliegerversammlung vom 8. Januar vorgebracht wurden. In der Ortsratssitzung am 16. Januar sei seitens der Verwaltung erheblicher Druck aufgebaut worden. Damals hätte es geheißen, dass nur durch eine schnelle Entscheidung des Ortsrates eine möglichst günstige Ausführung der Baumaßnahme erreicht werden könne. 

„Wir erwarten, dass die Stadtverwaltung jetzt intensiv nach Möglichkeiten sucht, um die Kostensteigerung für die Anlieger zu minimieren“, betont Jens Jeitner, Vize-Chef der Ahltener CDU. Er betont, dass die Verwaltung in der Pflicht sei, die Belange der betroffenen Anlieger ernst zu nehmen und die Ahltener transparent und umfänglich zu informieren. Die Einladung der Stadt zur mittlerweile zweiten Anliegerversammlung am Mittwoch, 18. April, ist laut Jeitner „ziemlich unkonkret formuliert und führt leider zu weiterer Verunsicherung der Anlieger“.eg

Von Katja Eggers

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