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Umland Lehrte Nachrichten Bau der neuen Feuerwache verzögert sich enorm
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16:31 24.02.2018
Wegen der Nachtfröste ruhen die Bauarbeiten an der neuen Lehrter Feuerwache zurzeit. Quelle: Achim Gückel
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Lehrte

 Erst Mitte November wurde der erste Spatenstich für die neue Feuerwache an der Schützenstraße gesetzt. Schon jetzt steht fest, dass das Millionenprojekt deutlich später fertig wird als gedacht und außerdem Zusatzkosten anfallen. Die Rede ist von einer Verzögerung von bis zu sieben Monaten und einem Plus in sechsstelliger Höhe. Diese Informationen hat Jürgen Adloff, Leiter des Fachdienstes Gebäudewirtschaft, jetzt im Bau- und im Haushaltsausschuss präsentiert. Die Kommunalpolitiker zeigten sich wenig erfreut, trugen die unschönen Nachrichten aber mit Fassung.

Adloff skizzierte, wie es zu den Verzögerungen und Kostensteigerungen kommen konnte. Schon kurz nach dem Baustart habe man beim Ausheben des Baufelds massenweise Metallreste und Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden gefunden. Die Sondierungen fielen enorm umfangreich an, das belastete Erdreich musste teuer entsorgt werden. „Die Gründung musste viel tiefer liegen als gedacht“, sagte Adloff. Darüber hinaus entpuppte sich das Grundwasser als derart eisenhaltig, dass es nicht einfach abgeleitet, sondern mit einer Filteranlage gesäubert werden musste.

Das Bauunternehmen hat nun einen neuen Bauzeitenplan vorgelegt, in dem mit sieben Monaten Verzögerung kalkuliert wird. Das bedeutet, der erste Bauabschnitt der Feuerwache wird auf keinen Fall wie geplant im August fertig, sondern erst im April kommenden Jahres. Der zweite Abschnitt, in dem unter anderem die neue Halle für den Bauhof entstehen soll, wäre dann erst im Oktober 2019 fertig. Adloff hat indes eine eigene Rechnung aufgemacht und den Zeitplan des Unternehmens gestrafft. „Wir sagen, mit dreieinhalb Monaten Verzögerung ist das auch zu schaffen. Pufferzeiten akzeptieren wir nicht“, sagte er, warnte aber auch vor einer „heißlaufenden Baukonjunktur“. Die Firmen hätten derzeit enorm viel zu tun.

„Das alles erfreut uns nicht, aber wir bekennen uns weiterhin zu dem Bauvorhaben“, sagte CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens im Haushaltsausschuss. Einen allzu großen zeitlichen Druck aufzubauen sei verkehrt. Man habe außerdem gewusst, dass im Baugrund Altlasten lagerten – wenn auch nicht in welch großem Ausmaß. Bürgermeister Klaus Sidortschuk betonte, dass die durch die Altlasten an der Schützenstraße entstehenden Mehrkosten auch dann angefallen wären, wenn die neue Feuerwache anderswo gebaut worden wäre. „Wir wären auch dann in der Pflicht gewesen, den belasteten Boden dort abzuräumen“, sagte er. SPD-Fraktionschef Bodo Wiechmann wollte indes wissen, ob die Verzögerungen negative Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr haben könnten. Stadtbrandmeister Jörg Posenauer verneinte das. Allenfalls müsse ein Fahrzeug, dass eigentlich nach Lehrte gehört, etwas länger bei der Ortsfeuerwehr Hämelerwald untergestellt werden.

Zurzeit ruhen die Arbeiten an der Baustelle. Schuld daran sind die seit mehreren Wochen andauernden Nachtfröste, die Betonarbeiten ausschließen. Ein Teil der Fundamente liegt schon, aber so richtig loslegen können die Bauarbeiter vermutlich erst wieder im März.

Von Achim Gückel

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