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Umland Lehrte Nachrichten CDU setzt Abstimmung über Wochenmarkt durch
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12:26 26.02.2018
Der Wochenmarkt soll zunächst an der Matthäuskirche bleiben. Quelle: Archiv
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Lehrte

 So ganz heimlich, still und leise ist das große Streitthema der vergangenen Wochen dann doch nicht zu Grabe getragen worden. Am Mittwochabend hat der Rat der Stadt noch einmal ausführlich über das Vorhaben diskutiert, den Wochenmarkt von der Matthäuskirche an das City-Center zu verlagern – obwohl Bürgermeister Klaus Sidortschuk den entsprechenden Beschlussvorschlag Anfang der Woche bereits zurückgezogen hatte. Am Schluss stand im Rat trotzdem eine Abstimmung, welche die CDU mit einem spontan eingereichten und von der SPD mit einem entscheidenden Zusatz versehenen Antrag durchgesetzt hatte. Und der lautet so: „Der Rat der Stadt Lehrte lehnt die Verlegung des Wochenmarkts zum jetzigen Zeitpunkt ab.“ Dieser Formulierung stimmten fast alle Ratsmitglieder zu. Nur Sebastian Frenger (Piraten) enthielt sich der Stimme.

In der vorangegangenen Debatte, zu der der 22-jährige Jonas Schlossarek (CDU) den Startschuss gegeben hatte, war es hoch her gegangen. Der junge Christdemokrat widersprach einer Äußerung des Bügermeisters vom Montag, es habe sich durch die Proteste von Bürgern eine „neue Geschäftsgrundlage“ in Sachen Marktverlegung ergeben. Vielmehr gebe es nun andere Mehrheitsverhältnisse, als es die SPD wolle, sagte Schlossarek. Die SPD stehe ohne Grüne und Linke allein da und habe keine Mehrheit mehr. Sie scheue die Niederlage. Den Beschlussvorschlag zurückzuziehen sei außerdem nur „ein Bekenntnis zweiter Klasse“ zum Marktstandort an der Matthäuskirche.

Damit war die Debatte losgetreten. Sidortschuk betonte, er habe den Beschlussvorschlag nur deshalb kassiert, weil er ihn nach dem Gegenwind aus der Bürgerschaft für falsch hielt. Ronald Schütz (Grüne) lobte die „breite öffentliche Debatte“ über den Marktstandort, verteidigte aber den ursprünglichen Antrag von Rot-grün, die Machbarkeit eines Umzugs vor das City-Center zu prüfen. Man habe damit nur auf die Wünsche der Händler reagiert. Und nun liege eine Studie vor, die man im Bedarf immer wieder aus der Schublade holen könne. „Traditionsgründe sind keine Argumente für einen Marktstandort. Der Markt gehört nicht unbedingt an die Kirche, sondern dorthin, wo die Menschen sind“, sagte Schütz. Zweifellos sei der Standort am City-Center aber ebenfalls mit Problemen behaftet, etwa der fehlenden Barrierefreiheit.

Schütz ging ebenso wie andere Redner darauf ein, dass nun der Betreiber des Markts, die Gesellschaft Attraktive Wochenmärkte, in der Pflicht sei. „Der Schwarze Peter liegt dort“, sagte Schlossarek. „Wir wollen einen attraktiven Markt, und wenn die Lehrter nun verstärkt dort hin gehen, wird es auch was werden“, sagte Hans-Jürgen Licht (SPD). Der Sozialdemokrat sagte aber, dass er nach wie vor für eine Verlegung des Markt sei, „wenn es in Zukunft nötig wird“. In dieselbe Kerbe schlug Ekkehard Bock-Wegener, Chef der Kernstadt-SPD, der sich vor Kurzem noch klar für den Umzug ausgesprochen hatte: „Zurzeit verzeichnen wir an der Kirche eine Belebung. Aber es kann sein, dass wir in zwei Jahren wieder hier stehen und über die Verlegung debattieren müssen.“ Und dann habe man mit der Studie zum Platz am City-Center wenigstens ein Konzept in der Hinterhand. Der Antrag der CDU zum Verbleib des Markts an der Kirche mit dem von SPD und Bürgermeister angeregten Zusatz „zum jetzigen Zeitpunkt“ war dann der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich der Rat einigen konnte.

Peter Düe (CDU) entdeckte an der öffentlichen Debatte um die Marktverlegung indes einen anderen Aspekt: „Ich bedanke mich bei den Bürgern, die sich eingemischt haben. Das ist gelebte Demokratie“, sagte er.

Von Achim Gückel

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