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16:12 19.06.2018
So soll das Quartier am Stadtpark auf dem ehemaligen Gelände der Stadtwerke aussehen: Rechts im Bild verläuft die Manskestraße Quelle: ksw
Lehrte

Noch stehen dort die früheren Gebäude der Stadtwerke sowie ausgediente Wohncontainer für Flüchtlinge. Doch ab Herbst 2019 soll auf dem fast 6800 Quadratmeter großen Gelände im Dreieck zwischen Park- und Manskestraße ein neues Wohngebiet entstehen. Jetzt hat die Lehrter-Wohnungsbaugesellschaft, der das Gelände mittlerweile gehört, die Pläne für die Bebauung präsentiert. Sie sehen drei- und viergeschossige Gebäude, eine geschlossene Bebauung an der Manskestraße, eine Tiefgarage sowie nach aktuellem Stand 95 Mietwohnungen vor. Das neue innerstädtische Wohngebiet erhält den Namen „Quartier am Stadtpark“. Doch um es zu verwirklichen, müssen die alten Villen auf dem Stadtwerkegelände abgerissen werden.

Frank Wersebe, Geschäftsführer der Lehrter Wohnungsbau, stellte die Pläne am Montagabend im Bauausschuss der Stadt vor. Sie stammen aus dem Architekturbüro KSW in Hannover, das sich mit seinen Vorschlägen in einem gutachterlichen Verfahren gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt hatte. Die KSW-Pläne bieten laut Wersebe eine ganze Reihe von Vorteilen. Unter anderem habe die geschlossene Bebauung an der Manskestraße den Charakter eines „Schallschutzriegels“. Die abwechselnd drei- und viergeschossige Bauweise lockere das Bild indessen auf. Es seien begrünte Dächer, ein Innenhof, eine Tiefgarage, Aufzüge, ein Blockheizkraftwerk im Keller und außerdem Fassaden in Vollklinker vorgesehen. Und mit 95 Wohneinheiten habe das Büro KSW die Kapazität des Grundstücks „ziemlich ausgequetscht“, wie es Wersebe ausdrückte.

Letzteres kommt der Wohnungsbau allerdings entgegen. Wersebe betonte vor den Politikern die Notwendigkeit, in Lehrte neuen Wohnraum zu schaffen. Allein seine Gesellschaft habe derzeit rund 500 Mietanfragen in der Kartei. Darüber hinaus seien die Kosten für die Errichtung neuer Wohngebäude in den vergangenen Jahren explodiert. Während das vor drei Jahren gebaute Quartier 16 an der Schlesischen Straße noch mit Kosten von 3000 Euro pro Quadratmeter zu Buche geschlagen habe, kämpfe man für das Projekt an der Manskestraße nun „mit der Viertausender-Marke“, wie Wersebe es ausdrückte.

Der Wohnungsbau-Chef betonte auch, dass die Fläche an der Manskestraße ein städtebauliches Filetstück sei – dicht am Stadtpark und an Einkaufsstätten sowie nur wenige Minuten entfernt vom Bahnhof und anderen wichtigen Einrichtungen. Daher sei es wichtig, dort effizient zu bauen. Die Wohnungen sollen nach bisherigem Plan zwischen 49 und 114 Quadratmeter groß sein. Wersebe denkt aber darüber nach, die Anzahl der derzeit geplanten 20 Vier-Zimmer-Einheiten zu reduzieren und dafür mehr Drei- und Zwei-Zimmer-Einheiten zu schaffen. Wersebe nannte für die Mieten einen vorläufigen Einstiegspreis von 7 Euro pro Quadratmeter, deutete aber auch an, dass die Preise für Wohnungen in bevorzugter Lage über der 10-Euro-Marke liegen dürften.

Die Politiker nahmen die Pläne wohlwollend auf. „Das ist gelungen und passt sehr gut an die Stelle“, sagte Ausschussvorsitzender Wilhelm Busch (CDU). Christoph Lokotsch (Linke) zeigte sich „postitiv überrascht“, wie schick die Pläne aussähen. Beisitzer Hans-Jürgen Dankert mahnte allerdings, dass Wohnraum bezahlbar bleiben müsse und man die Bezieher niedriger Einkommen nicht vergessen dürfe. Wersebe entgegnete, dass ein Anteil an sogenannten geförderten Wohnungen, also für Inhaber sogenannter Berechtigungsscheine, von 20 Prozent geplant sei.

Abriss: Die alten Stadtwerke-Villen werden dem neuen Quartier am Stadtpark weichen müssen. Quelle: Achim Gückel

Mit den nun vorgestellten Plänen scheint das Schicksal der alten Gebäude auf dem Stadtwerkegelände besiegelt. Sie müssen vollständig abgerissen werden. Dieser Schritt hatte sich bereits vor knapp einem halben Jahr abgezeichnet, als erstmals im Bauausschuss über das geplante Baugebiet geredet worden war. Daraufhin meldeten viele Lehrter Bedenken an und forderten den Erhalt der zwei markanten Villen an der Manskestraße. Das sei aber ökonomisch nicht machbar, hieß es schon damals.

Baubeginn für das Quartier am Stadtpark soll Im Herbst 2019 sein. Anfang 2022 könnten dann die ersten Mieter einziehen. Und obwohl bis dahin noch dreieinhalb Jahre ins Land gehen gibt es schon jetzt viele Interessenten. „Wir haben schon 60 Bewerber“, sagte Wersebe.

Wohnungsbau will weniger Plätze in Tiefgarage

Um ein Detail in den Plänen für das Quartier am Stadtpark wird es mit großer Wahrscheinlichkeit noch Diskussionen geben: die Anzahl der Einstellplätze in der Tiefgarage. Weil die Stadt pro Wohneinheit 1,2 Stellplätze vorschreibt, sind das derzeit etwa 120 Stück. Das seien deutlich zu viele, meint Wohnungsbau-Geschäftsführer Frank Wersebe. Etliche der Plätze würden nicht vermietet werden, sagt er voraus. Und der Bau der Tiefgarage sei ohnehin „sauteuer“ und „kostentechnisch ein Desaster“, sagte er wörtlich im Bauausschuss. Das wiederum schlage sich auf die Baukosten und die anschließenden Mietpreise nieder. Daher müsse man über den sogenannten Stellplatzschlüssel der Stadt noch einmal nachdenken und ihn möglichst reduzieren.

Mehrere Sprecher im Ausschuss meldeten vorsichtigen Widerspruch an. Stadtbaurat Christian Bollwein etwa äußerte die Sorge, dass bei einer zu geringen Anzahl von Stellplätzen in der Tiefgarage viele Autos der Quartierbewohner an den Straßenrändern abgestellt werden müssten. Das könne man nicht wollen. Nun soll über die Frage nach den Stellplätzen zunächst in den politischen Faktionen beraten werden.

Von Achim Gückel

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