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Nachrichten Baugebiet: Streit um Höhe der Häuser geht weiter
Umland Lehrte Nachrichten Baugebiet: Streit um Höhe der Häuser geht weiter
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14:08 23.02.2018
Ahlten soll wachsen, aber nach dem Willen der CDU möglichst nicht allzu sehr in die Höhe. Quelle: Katja Eggers
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Ahlten

 Die kontroverse Debatte über die Höhe der Häuser im geplanten Neubaugebiet „Hannoversche Straße Nord-Ost“ geht weiter. Die CDU im Ortsrat hat die dafür vorliegenden Pläne jetzt erneut abgelehnt. Sie hält an ihrem Wunsch fest, auf dem Gelände keine Gebäude mit drei Vollgeschossen und bis zu 14 Meter Höhe zuzulassen. Das sehen SPD und Grüne nach wie vor anders. Am Mittwochabend entscheidet der Rat der Stadt endgültig über den Bebauungsplan.

Der Konflikt im Ortsrat schwelt bereits seit längerer Zeit. Schon einmal hatte die CDU-Mehrheit im Dorf die von der Stadtverwaltung vorgelegten Pläne zur Bebauung an der Hannoverschen Straße abgelehnt. Drei Geschosse seien in dieser Ortsrandlage zu viel. Das wirke sich negativ auf das Ortsbild aus. Der Rat der Stadt folgte dieser mehrheitlichen Empfehlung aus dem Dorf nicht und hielt bei einer ersten Abstimmung zu dem Baugebiet mit seiner Mehrheit aus SPD, Grünen und Linken an der Dreigeschossigkeit fest.

Im Ortsrat ging es nun erneut um die Pläne, die unlängst für die Beteiligung der Öffentlichkeit ausgelegen hatten und zu denen insgesamt drei Einwendungen pünktlich eingegangen waren. In keiner dieser Stellungnahmen ging es jedoch um die Anzahl der zulässigen Geschosse, statt dessen aber um die Situation der Entwässerung über den Grenzgraben oder mögliche Verkehrsbelastungen am Knotenpunkt von Am Rehwinkel und Landesstraße 385.

Das sei verwunderlich, sagte CDU-Sprecher Michael Wolbers im Ortsrat, denn am Thema der Gebäudehöhe im Neubaugebiet sei zuvor noch „die Volksseele hochgekocht“. Timo Bönig (SPD) sagte hingegen, die Christdemokraten hätten eigentlich gar keine stichhaltigen Argumente dafür, die Gebäudehöhe einzugrenzen. „Ich habe den Eindruck, man will das aus einem Gefühl heraus nicht“, sagte er und verwies darauf, dass es 20 Jahre lang in Ahlten ausschließlich Baugebiete mit Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern gegeben habe. Aber auch Ahlten müsse sich an dem vom Rat der Stadt verabschiedeten Wohnraumversorgungskonzept orientieren, welches ausdrücklich auch Geschosswohnungsbau fordere. Man habe eine Verantwortung dafür, auch jenen Menschen eine Chance auf neuen Wohnraum zu geben, die sich kein eigenes Haus leisten könnten. Bönig forderte die CDU auf, „persönliches ästhetisches Empfinden“ nach hinten zu stellen. Im Übrigen sei der Bau von Mehrfamilienhäusern erst ab drei Geschossen für Investoren interessant.

Das brachte Ortsbürgermeisterin Heike Koehler (CDU) in Rage. „Es geht uns nur darum, den dörflichen Charakter Ahltens zu wahren. 14 Meter hohe Gebäude sind im Eingangsbereich des Dorfes falsch platziert“, sagte sie. Christian Klein-Heyl (Grüne) hingegen lobte die in den Plänen dargestellte Platzierung der Mehrfamilienhäuser am Südrand des Baugebiets ausdrücklich. Eine Höhe von 14 Meter nannte er „nicht schlimm“. 

Bei der Abstimmung gab es ein Patt mit vier zu vier Stimmen, weil ein CDU-Mandatsträger krankheitsbedingt nicht an der Sitzung teilnahm. Aber auch damit gilt der Bebauungsplan vom Ortsrat als abgelehnt. Der Rat berät abschließend am Mittwoch, 21. Februar, ab 18 Uhr im Kurt-Hirschfeld-Forum.

Das Interesse am Baugebiet ist riesig

Das Interesse am Neubaugebiet am südöstlichen Rand von Ahlten ist enorm. Nach Angaben von Claudia Meyer-Appel vom Fachdienst für Stadtplanung gibt es derzeit etwa 400 Bewerber, die dort bauen wollen. „Die Liste ist lang. Wir haben deutlich mehr Interessenten, als wir dort unterkriegen“, sagte sie in der Sitzung des Ortsrats. Wird das Gelände teilweise mit dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern bebaut, entstehen nach Berechnung der Stadt etwa 120 Wohneinheiten. Fällt das dritte Geschoss weg, sind es möglicherweise nur rund 80.

Von Achim Gückel

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