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Neustadt Altrewa-Stiftung macht Weihnachten im Mai
Umland Neustadt Altrewa-Stiftung macht Weihnachten im Mai
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00:34 03.06.2018
Adel Amor hat selbst große Freude, als er Kindern die Spielsachen überreicht. Quelle: Markus Holz
Neustadt

750 Euro. Je nach Lebensstandard ist das viel Geld oder wenig. Für den Spielstandard der 23 Kinder im AWO-Integrationszentrum Neustadt ist das – unreligiös gemeint – „Weihnachten hoch drei“. Das Geld hat die Neustädter Bürgerstiftung Altrewa gespendet, weil die Kinder nichts hatten, außer Stöcker zum Stochern in den Fugen des gepflasterten Hofes an der Gemeinschaftsunterkunft.

Astrid Meinsen ist „die Mama“ aller Kinder in der AWO-Einrichtung. Seit eineinhalb Jahren betreut sie die Kinder ehrenamtlich, meist nachmittags, wenn alle aus dem Kindergarten oder der Schule zurückgekehrt sind. Aber gefühlt ist sie immer dort, sagt Heimleiter Sascha Omari. Meinsen hatte Adel Amor auf den Missstand aufmerksam gemacht. Der Vorsitzende des Integrationsbeirates hatte sofort öffentlich zu Spenden aufrufen wollen. Aber das Risiko, unpassende und zu viele Spielsachen geschenkt zu bekommen, war ihm zu groß. Amor tat sich mit Willi Ostermann zusammen, Vorsitzender der Neustädter Bürgerstiftung Altrewa. Beide hatten sich im Winter 2016 schon zusammengetan, als die Kinder in Flipflops durch Schnee rannten, weil sie keine Winterschuhe hatten.

Jetzt fehlten Spielsachen. Federball, Twister, eine Spielesammlung, Pedalos und Puppen – drei Tische waren am Donnerstag bei der Übergabe voll belegt – und die Kinderaugen waren größer als drei Tische. „Ich könnte heulen, wenn ich das sehe“, sagt Adel Amor, „sie sind so glücklich.“ Ostermann und Amor haben nicht irgend etwas gekauft. Sie haben Astrid Meinsen und die Eltern auswählen lassen, damit jeder Euro gut angelegt ist.

Adel Amor (2.v.l.) und Willi Ostermann (2.v.r.) bringen Spielsachen zu Astrid Meinsen (Mitte) und den rund 23 Kindern im AWO-Integrationszentrum. Quelle: Markus Holz

Meinsen hat im Integrationszentrum an der Marktstraße ein Spielzimmer eingerichtet. Aber wer will da spielen bei gefühlten 40 Grad? Lieber raus. Draußen liegen Pflaster und Asphalt, natürliches Grün gibt es nicht. Darum ist ein Wunsch für die Kinder eine ordentliche Sandkiste. „Drei mal drei Meter, haltbar gezimmert – das wäre den Familien hier eine große Unterstützung“, sagt Adel Amor und fragt bescheiden, ob ein Handwerksbetrieb vielleicht bereit sei, eine solche Kiste zu bauen. Wer sich angesprochen fühlt, erreicht das Integrationszentrum unter Telefon (05032) 9279075.

Von Markus Holz

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