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Neustadt Handwerkerschaft spricht 42 Gesellen frei
Umland Neustadt Handwerkerschaft spricht 42 Gesellen frei
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00:18 13.02.2019
Obermeister Harald Brand überreicht den jungen Zimmermännern die Gesellenbriefe. Quelle: Jutta Grätz
Berenbostel

 Sie haben einen wichtigen Meilenstein erfolgreich gemeistert: 42 Auszubildende haben am Sonnabend bei der Freisprechung vor der Kreishandwerkerschaft Neustadt-Burgdorf im Campus Handwerk ihre Gesellenbriefe erhalten. Sieben von ihnen kommen aus Garbsen, zehn Garbsener Unternehmen zählen zu den Ausbildungsbetrieben.

Gute Aussichten für alle Gesellen

Allen Gesellen bieten sich gute Zukunftsaussichten. Darin waren sich Peter Karst, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, und Kreishandwerksmeister Thomas Hinze einig. „Die jungen Gesellen sind die Triebkraft des deutschen Handwerks“, sagte Karst. Das Handwerk sei in einer spannenden Umbruchphase, sagte Hinze. Die Digitalisierung und innovative Technologien eröffneten viele neue Perspektiven.

Geschafft: 42 Auszubildende aus der Kreishandwerkerschaft Neustadt-Burgdorf erhalten im Campus Handwerk in Garbsen ihre Gesellenbriefe.

Wettbewerb zwischen Mensch und Maschine

Gleichzeitig halte die Zukunft viele neue Herausforderungen bereit: Die jungen Menschen, geboren ab 1999, hätten ganz andere Werte und Erwartungen an den Arbeitsmarkt, sagte der Kreishandwerkmeister. „Ihnen wird nachgesagt, kein besonderes Interesse an der Selbstverwirklichung im Beruf zu haben“, sagte er. Außerdem nehme der Wettbewerb zwischen Mensch und Maschine zu. Darin aber liege die Chance des Handwerks. „Wer, wenn nicht wir, ist mit Herz und Seele bei seinem Unternehmen?“, fragte Hinze. Im Handwerk stehe der Mensch im Vordergrund und eben nicht die Maschine. „Kunden folgen einem Unternehmen nicht nur wegen der Qualität der Arbeit oder der Produkte, sondern vor allem wegen seines Charakters“, zitierte Hinze den Autor Tim Leberecht. „Wenn wir uns darauf besinnen, sind wir für die menschlichen und digitalen Aufgaben gut aufgestellt.“

Bauverwaltungen haben sich kaputtgespart

Hinze nutzte die Feier für Kritik: „Warum häufen sich die öffentlichen Klagen der Schulen über fehlende Investitionen?“, fragte er. Deutschland als eines der reichsten Länder der Welt schaffe es trotz Rekordüberschüssen nicht, seine Schulen in Schuss zu halten. Der Sanierungsstau sei Folge einer extremen Sparpolitik in den Kommunen. Der Bund habe finanzschwachen Kommunen Milliarden schwere Fördertöpfe bereitgestellt. Die Nachfrage sei gering. Aus einem vor einem Jahr aufgelegten Topf für Schulsanierungen sei bislang kein einziger Euro geflossen.

Der Grund: Weil Kommunen in den vergangenen 20 Jahren immer weniger Geld in die eigenen Gebäude investierten, haben sie ihre Bauverwaltungen „kaputtgeschrumpft“. „Starke Bildung bedeutet starke Bildungsfinanzierung“, sagte Hinze. Denn Bildung sei eine gesamtstaatliche Investition in die Zukunft.

„Wir müssen aktuell lange auf die Umsetzung von Bauvorhaben warten“, entgegnete Bürgermeister Christian Grahl, „da müssen wir schneller werden.“ Er zollte der Handwerkskammer Respekt für ihre hohen Investitionen in den Campus am Seeweg. Bis 2025 investieren Bund und Land für die energetische Sanierung rund 40 Millionen Euro.

Die Namen aller Gesellen lesen Sie auf haz.de/garbsen

Dies sind die 42 Gesellen und ihre Lehrbetriebe

Dies sind die Namen der neuen Gesellen und ihrer Lehrbetriebe:

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Simon Friedrich aus Wunstorf, Lehrbetrieb Heinz Hartmann,Wunstorf; Vladislav German aus Neustadt, Lehrbetrieb Carsten Goerlich, Neustadt; Marvin Leuvering aus Wunstorf, Lehrbetrieb Harder, Wunstorf; Gunnar Mandau aus Neustadt, Lehrbetrieb K.H. Werner, Neustadt; Kees-Marten Schulze aus Neustadt, Lehrbetrieb Woller, Neustadt; Leon Sciacca aus Springe, Lehrbetrieb team energieService, Frielingen; Malik Ahmi aus Neustadt hat gelernt bei A. Scherer Haustechnik in Wunstorf; Christian Glauch aus Neustadt hat gelernt bei Viktor Liske in Garbsen.

Dachdecker: Dario Brunner aus Wunstorf, Lehrbetrieb Christoph Häusgen, Wunstorf; Nils Gassner aus Garbsen, Lehrbetrieb Sascha Klein Bedachung in Garbsen; Andre Weiß aus Neustadt hat gelernt bei Hanebutt in Neustadt.

Elektrotechniker: Yussef Esso aus Neustadt, Lehrbetrieb Elektro-Seegers Wunstorf; Maximilian Leon Korn aus Wölpinghausen, Lehrbetrieb Elektro-Seegers, Wunstorf; Marius Kraeft aus Wunstorf, Lehrbetrieb Ralf Kraeft in Wunstorf; Marvin Oelkers aus Sehnde, Torben Reinhold aus Seelze, Pascal Seibt aus Seelze und Burhan Türkmen aus Garbsen, alle aus dem Lehrbetrieb Wahl in Seelze; Patrick Schortau aus Wunstorf aus dem Betrieb SPIE Erwin Peters in Langenhagen; Jens Schwarzer aus Neustadt, von Elektro Schwarzer in Neustadt; Jens Steinbacher aus Neustadt von ETG Elektro- u. Gebäudetechnik Garbsen; Tim Ubaczek aus Seelze, gelernt bei Michael Blessing in Seelze und Steven Michael Werk aus Wunstorf, Lehrbetrieb Larsson in Wunstorf.

Friseurin: Leonie Arendt aus Hannover, Lehrbetrieb Sandra Bär in Langenhagen; Pia Kuhls aus Wunstorf, gelernt bei Petra Daubert in Wunstorf; Roksana Osnowska aus Neustadt, Lehrmeisterin Manuela Wegner, Neustadt; Sonila Rexha aus Hannover (externe Prüfung); Katharina Schindel aus Neustadt, Lehrbetrieb Bruns & Bruns, Neustadt; Sore Simsek aus Landesbergen, Lehrbetrieb Creative Salon Sydow in Leese.

Maler und Lackierer: Philip Martin Hagedorn aus Garbsen, Lehrbetrieb Hinze, Wunstorf; Marcel Lieske aus Garbsen hat gelernt bei Vintz in Garbsen.

Metallbauer: Simon Beddig, Tobias Büchner, Ioannis Kiriakoulias (alle aus Garbsen) und Anthony Schilling aus Langenhagen, Lehrbetrieb Leadec BV, Garbsen; Lukas Duhnsen aus Wunstorf, Lehrbetrieb H.-H. Hülsemann, Suthfeld; Maurice Hipper aus Wunstorf, Lehrbetrieb Klinikum Region Hannover, Psychiatrie Wunstorf.

Tischler: Christian Lutzmann aus Hannover, Lehrbetrieb Lutzmann in Garbsen.

Zimmerer: Joachim Dreyer aus Seelze, Lehrbetrieb Daniel Gorinski, Wunstorf; Tom Engel aus Langenhagen, Lehrbetrieb Blaschke in Burgwedel; Andreas Futter aus der Wedemark, Lehrbetrieb Fuhrberger Zimmerei, Fuhrberg und Jannik Samel aus Hagenburg, Lehrbetrieb Buhre in Wunstorf.

Wie geht es bei Ihnen beruflich weiter?

Nicht stehen bleiben, sondern sich weiterbilden: Das ist das Motto von Marvin Oelkers. Quelle: Jutta Grätz

Marvin Oelkers aus Bolzum: Nicht stehen bleiben, sondern sich weiterbilden. Das ist das Motto von Marvin Oelkers aus Bolzum. Der 21-Jährige hat seine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei Wahl in Seelze absolviert. Ob Meisterprüfung oder Studium: Der Betrieb mit aktuell 35 Azubis bietet dem Gesellen in der eigenen Akademie individuelle Möglichkeiten.

Er liebt sein Handwerk und freut sich auf den Gesellen-Alltag: Joachim Dreyer aus Dedensen. Quelle: Jutta Grätz

Joachim Dreyer aus Dedensen beendet seine Ausbildung in der Zimmerei Rusche in Steinhude mit Auszeichnung. Der 20-jährige Abiturient hat die praktische und theoretische Prüfung mit jeweils sehr gut bestanden – und das in verkürzter Ausbildungszeit. „Mit diesen super Ergebnissen steht dir die Welt offen“, sagte Obermeister Harald Brand. Diese Welt reicht vom Stipendium über ein Studium bis zur Teilnahme an internationalen Berufswettbewerben. Darüber will sich Dreyer später informieren – und erst einmal arbeiten. „Zimmerer ist mein Traumberuf: Man sieht, was man am Ende des Tages geschafft hat.“

„Erst nach der Ausbildung lernt man richtig“: Roksana Osnowska bleibt in ihrem Lehrbetrieb in Neustadt. Quelle: Jutta Grätz

Roksana Osnowska aus Neustadt freut sich, dass sie von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen wird. Die 21-Jährige hat im Neustädter Salon von Friseur-Obermeisterin Manuela Wegener gelernt und musste ihre Ausbildung um ein halbes Jahr verlängern – sie hatte sich bei einem Unfall den Ellenbogen gebrochen. Osnowska hat sich schon während ihrer Ausbildung regelmäßig bei den großen Friseurmessen über neueste Trends und Techniken informiert. Sie will am Ball bleiben und sich auf den täglichen Berufsalltag konzentrieren. „Erst nach der Ausbildung lernt man richtig“, sagt die junge Frau.

Von Jutta Grätz

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