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Neustadt Bürgermeisterwahl: SPD setzt auf Schlicker
Umland Neustadt Bürgermeisterwahl: SPD setzt auf Schlicker
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00:34 03.06.2018
Christina Schlicker (SPD) kandidiert für das Amt des Neustädter Bürgermeisters. Quelle: Mirko Bartels
Neustadt

Die Eilveser Ortsbürgermeisterin Christina Schlicker will Uwe Sternbeck 2019 als Neustädter Bürgermeister ablösen. Die SPD hat die 50-Jährige mit großer Mehrheit zur Kandidatin gewählt und damit politisch als erste Partei den Personal-Pflock vor der Wahl eingeschlagen. Ist Schlicker die richtige?

Zeit bis zur Wahl ist lang?

Die SPD will den Wählern Zeit geben, genau diese Frage für sich zu beantworten. Darum die frühe Nominierung knapp ein Jahr vor der Wahl. Einen Termin gibt es noch nicht. Einiges deutet aber auf eine Zusammenlegung der Bürgermeister- und der Europawahl am 26. Mai 2019 hin.

Neustadts SPD hat die Frage für sich am Mittwochabend beantwortet: 43 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme, drei Enthaltungen. Die Sozialdemokraten haben bewusst niemanden von außerhalb gesucht. Sie setzen nach der überzeugenden Landtagskandidatur von Wiebke Osigus selbstbewusst auf eine Frau als Kandidatin. Und sie haben die Kandidatenkür bis zum Ende offen gehalten, um jedem Bewerber eine Chance zu geben. Aber Christina Schlicker hatte keine Mitbewerber. Ergebnis und Prozess sprechen für Geschlossenheit – ein lange nicht mehr gekanntes Gefühl in der Neustädter Sozialdemokratie mit ihren einst umstrittenen Kopf Mustafa Erkan. Das Kapitel ist durch. Schlicker stand 2016/17 mitten drin in den Erkan-Wirren. Jetzt geht der Blick nach vorne.

Als Studentin auf den Schild gehoben

Christina Schlicker ist 50 Jahre alt. Sie hat ihre Kindheit in der Kernstadt und die Reifejahre in Eilvese verbracht. Sie leitet einen Gospelchor und singt im A-cappella-Quartett. Sie ist seit 28 Jahren mit dem gleichen Mann verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder erwachsen werden lassen. Die gelernte Kauffrau ist seit 2016 Studentin: Politik, Verwaltungswissenschaft und Soziologie. Sie wird das Teilzeitstudium beenden, wenn sie nicht gewählt wird. Erreicht sie ihr politisches Ziel, bleibt dafür keine Zeit.

„Gesunder Menschenverstand gegen Verwaltungstrott“

Politisch aktiv ist sie als Vorsitzende des Vereins „Bürger für Eilvese“, als Ortsbürgermeisterin, Ratsmitglied, Regionsabgeordnete und ehrenamtliche Stellvertreterin von Uwe Sternbeck. „Das würde ich alles aufgeben, nur das Singen nicht“, sagt Schlicker. Wobei aufgeben nicht gerade zu ihrem Naturell passt: Schlicker gilt als offen, fleißig, verhandlungsgeschickt, von Natur aus optimistisch und zielorientiert.

Aber sie ist kein Verwaltungsprofi. Sie wäre in vielen Themen abhängig von anderen und war noch nie Vorgesetzte von mehr als 400 Mitarbeitern. „Muss ich zwingend Verwaltungserfahrung mitbringen?“, fragt sie und liefert im nächsten Satz ihre persönliche Antwort: „Ich bringe den Blick von außen mit, ich setze gesunden Menschenverstand gegen Verwaltungstrott. Und was bedeutet denn Führung? Mitarbeitern vertrauen, offen miteinander umgehen, zuhören, Lösungen finden und entscheiden – alles nicht fremd für mich“, sagt sie. Sie erlebe in der Verwaltung qualifizierte Führungskräfte, die die Stadt zusammen voranbringen wollen. Darauf setze sie.

Schlicker fordert Kultur der politischen Lösungen

Kein Wort der Kritik an Uwe Sternbeck, den sie und ihre Partei in der Wahl 2011 noch unterstützt hatte. Warum jetzt nicht mehr? „Weil wir als SPD selbst fähiges Personal haben, weil wir Profil zeigen wollen und weil wir mehr unserer Ziele erreichen wollen als bisher“, sagt der stellvertretende SPD-Chef Ferdinand Lühring. Der Wettstreit um politische Inhalte soll intensiv geführt werden, wenn die SPD bis Herbst ihr Wahlprogramm vorgelegt hat. Schlicker geht es jetzt um etwas anderes: „Ich wünsche mir, dass Politiker in Neustadt anders miteinander umgehen, dass wir miteinander reden, statt aus Prinzip zu streiten, dass wir zügig gemeinsam gute Lösungen für die Stadt suchen, statt alles zu zerreden“, sagt Schlicker. Es sei eine Kandidatur aus Liebe zu Neustadt. Das klingt wie eine Floskel. Aber Schlicker präsentiert sie sehr überzeugend.

Von Markus Holz

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