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Neustadt Kriminalstatistik: Drogen auf dem Vormarsch
Umland Neustadt Kriminalstatistik: Drogen auf dem Vormarsch
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15:22 13.03.2019
Bewertet die Kriminalität in Neustadt als unauffällig: Der Leiter des Kriminal-Ermittlungsdiensts Jürgen Winkler. Quelle: Mario Moers
Neustadt

Mehr Drogen, mehr Wohnungseinbrüche und beinahe täglich ein „falscher Polizist“. Am Dienstag hat die Polizei in Neustadt die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt. Dabei berichtete der Leiter des Kriminal-Ermittlungsdiensts Jürgen Winkler auch davon, welche Straftaten die Beamten im laufenden Jahr besonders beschäftigen.

„In Neustadt lebt es sich sicher, im Verhältnis zu anderen Städten betrachtet“, sagt Winkler. Mit insgesamt 2094 aktenkundigen Fällen bleibt die Kriminalität in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2070). Im Zehnjahresvergleich (2008: 2584 Fälle) ist das der zweitniedrigste Wert. Auch ein Blick in die Nachbarschaft bestätigt das Resümee des Ermittlers. Verglichen mit der jüngsten Kriminalstatistik für das benachbarte Wunstorf wurden in Neustadt etwa 15 Prozent weniger Straftaten begangen. Die Aufklärungsquote lag dabei mit rund 66 Prozent leicht über dem landesweiten Durchschnitt (62,8 Prozent). Über Anstieg oder Rückgang einzelner Delikte sagen die Gesamtwerte jedoch wenig aus.

Die Fallzahlen und Aufklärungsquoten der vergangenen Jahre im Vergleich Quelle: Polizei Neustadt

Wieder mehr Einbrüche

Er empfiehlt Wohnungseigentümern, Fenster und Türen zu sichern: Der Leiter des Kriminal-Ermittlungsdiensts, Jürgen Winkler Quelle: Mario Moers

Nach einem deutlichen Rückgang der Wohnungseinbrüche in den vergangenen zwei Jahren bereitet das Thema den Beamten aktuell wieder große Sorgen. „Im Januar und Februar waren wir bei den Wohnungsdiebstählen Spitzenreiter in der Region Hannover“, sagt Winkler. Derzeit geht die Polizei davon aus, dass die Täter aus der Region kommen, es sich also nicht um reisende Banden handelt. Um Einbrüchen vorzubeugen, empfiehlt die Polizei die Online-Beratungsplattform www.zuhause-sicher.de. Hier findet man lokale Berater und Tipps für den Einbruchschutz.

Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Einbrüche in Autos. Die finden nach Erfahrung der Neustädter Polizei vor allem am Mardorfer Nordufer statt. Den Rückgang um fast die Hälfte (47 Fälle) führt Winkler auf Ermittlungserfolge der Polizei zurück. Besucher des Steinhuder Meeres warnt er allerdings weiter davor, Wertgegenstände in den Autos zu lassen.

Kein Mord und Totschlag

Zurückgegangen ist auch die Zahl der schweren Körperverletzungen (6) und Raubüberfälle (3). „Räuber die aus dem Gebüsch springen, dass gibt es hier eigentlich nicht“, sagt Winkler. Einen Mord oder Totschlag gab es in Neustadt 2018 nicht. Ein zahlenmäßig größeres Problem sei die häusliche Gewalt. Wie viele Fälle es genau sind, kann der Ermittler allerdings nicht sagen. Die Statistik führt die Polizei nicht getrennt von anderen Gewalttaten. „Hier dürfte allerdings auch die Dunkelziffer extrem hoch sein“, sagt Polizeihauptkommissar Alexander Benne.

Betrug und Drogen

Zwei Bereiche, die der Polizei derzeit zunehmend Arbeit bereiten, sind die Drogenkriminalität und Betrüger. „Ich habe das Gefühl, dass immer mehr Drogen konsumiert werden“, sagt Winkler. Die Statistik sei bei dieser Einschätzung nur bedingt hilfreich, erklärt er. Fast alle 185 aktenkundigen Fälle gehen auf Kontrollen zurück. Dabei haben die Beamten festgestellt, dass längst nicht nur Jugendliche Drogen dabei haben. „Das ist völlig queerbeet. Wir erwischen auch den 60-Jährigen, der Cannabis konsumiert“, so Benne. Auch hier sieht die Polizei eine große Dunkelziffer.

Nicht neu, aber sehr aktiv seien auch im Neustädter Land Betrüger, die sich als Polizisten ausgeben, um mit diesem Trick zumeist ältere Menschen um ihr Geld zu bringen. Beinahe täglich rufen Bürger auf dem Revier an, um solche Fälle zu melden. Konkrete Zahlen sind allerdings nicht verfügbar. Diese Betrugsfälle werden zentral in Hannover bearbeitet. Dort werden sie statistisch nicht für einzelne Städte erfasst.

Flüchtlinge begehen wenige Straftaten

Asylbewerber, zu denen auch die Flüchtlinge zählen, wurden 2018 in Neustadt nur selten straffällig. Von 185 Rauschgiftdelikten wurden acht von diesen Personen begangen. An 73 Ladendiebstählen waren sie in vier Fällen beteiligt. „Auch die Unterkünfte in Neustadt zählen für uns nicht zu Schwerpunkten“, sagt Winkler.

Von Mario Moers

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