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00:16 04.05.2017
Die Seifenkisten werden am Seil die Startrampe hochgezogen. Quelle: Carola Faber
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Borstel

Am Sonntagabend traten insgesamt zwölf Erwachsene beim Rennen an. Den ersten Platz belegte Kai Busch. Er überwand die rund 220 Meter lange Strecke in 22,863 Sekunden. Gestern maßen sich beim Seifenkistenrennen 32 Kinder und Jugendliche: Marc Lüders siegte vor John Frede und Luca Schröder.

Der Reihe nach werden die Teilnehmer aufgerufen, die Mini-Boliden mit einer Seilwinde auf eine Rampe hochgezogen und in einen Starthaken eingehängt. Mit dem Startsignal klappt der Haken weg, die Seifenkiste saust mit bis zu 30 Stundenkilometern auf die Strecke. Da sind Sicherheitsbestimmungen unabdingbar: Alle Fahrzeuge müssen eine stabile Lenkung und sichere Bremsen vorweisen. Während des Rennens sind Schutzhelm, Handschuhe sowie eng anliegende Kleidung und festes Schuhwerk Pflicht. 

"Wir haben im Internet von dem Rennen gelesen und da unser Rennauto gerade fertig war, sind wir extra aus Warendorf angereist", berichtet Marcus Frede, der zusammen mit seinem Sohn John ein schmuckes Sportmodell baute. Wochenlang haben die beiden gesägt, geschliffen, gelötet und gemalt. "Na ja, ich musste meistens Arbeiten erledigen, wie Kabel holen, Fegen oder etwas kompliziertes ausrechnen", sagt Nachwuchsfahrer John, und fügt hinzu: "Egal, Hauptsache es ist ein Ferrari geworden. Red Bull oder Mercedes wäre zur Not auch noch gegangen." Der zehnjährige überwand die Rennstrecke in 24,86 Sekunden.

Amira Hulke wohnt gleich neben der Borsteler Rennbahn. Auch sie hat stundenlang mit ihrem Vater Thomas an dem schmucken Gefährt gebastelt. "Letztes Jahr habe ich schon einmal mitgemacht. Jetzt haben wir die Gewichte noch etwas verändert und die Seifenkiste so ausgebaut, dass Papa auch hineinpasst. Er hat gestern übrigens den dritten Platz gemacht", sagt die Elfjährige stolz. "Wenn man oben auf die Startrampe gezogen wird, ist das ganz schön aufregend. Aber wenn es losgeht, fühlt es sich so schön schnell an", beschreibt Amira ihre Emotionen während des Rennens. Wenn alles vorbei ist, sei sie immer traurig.

Die Veranstalter vom Verein Kiju Grinderwald haben das Rennen im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, jetzt arbeiten sie am Ausbau. Mit Erfolg: "Wir sind mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Es sind deutlich mehr Teilnehmer als im Vorjahr und dieses Mal wurde die genaue Zeit sogar mit Lichtschranken gemessen und sofort per W-Lan auf einen Monitor im Zuschauerzelt übertragen", bestätigt Dennis Prigge vom Organisationsteam.

Fotostrecke Neustadt: Im Rausch der Geschwindigkeit

Von Carola Faber

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