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Café Vielfalt gerät an seine Grenzen

Neustadt Café Vielfalt gerät an seine Grenzen

Knapp zwei Jahre Arbeit liegt hinter dem emsigen Team des Cafés Vielfalt, dem Montags-Treffpunkt der Diakonie für Menschen jeden Alters und aller Nationalitäten. Nun stößt das Angebot an seine Grenzen. "Wir verzeichnen einen Riesenbedarf", sagt Pastor Harald Gerke vom Diakonieverband Hannover-Land.

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Pastor Harald Gerke (von links) stellt gemeinsam mit Kirchenkreissozialarbeiter Reiner Roth, Flüchtlingskoordinatorin Wiebke Nolte und Superintendent Michael Hagen den Jahresbericht des Diakonieverbandes Hannover-Land vor.

Quelle: privat

Neustadt. Immer mehr Menschen besuchten das im Dezember 2015 eingerichtete Café, das montags im Gemeindesaal von Liebfrauen öffnet. "Das Projekt ist schnell gewachsen. Inzwischen müssen wir überlegen, ob wir Gruppen teilen oder uns räumlich vergrößern", so Gerke. Auch dank des unermüdlichen Einsatzes von Ehrenamtlichen sei dieses Angebot zu schultern. 34 Helfer stehen Koordinatorin Janet Breier Woche für Woche zur Seite.

Gerke hebt für Neustadt die enorme Leistung der Ehrenamtlichen hervor. Diese sei es auch, die die Erfolgsgeschichte der Begegnungsstätte Silbernkamp maßgeblich mitträgt. Seit zehn Jahren gibt es die generationenübergreifene Einrichtung. Der Diakoniepastor nennt beachtliche Zahlen, die nun auch im Jahresbericht des Diakonieverbandes Hannover-Land nachzulesen sind: 80000 Besuche und Kontakte verzeichnete der Treffpunkt seither, allein 10000 im vergangenen Jahr. Hervorgegangen ist die Begegnungsstätte aus dem Runden Tisch "Menschenwürdig alt werden". Der Ursprungsgedanke war, vor allem ältere Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Das Nachbarschaftscafé, Spielegruppen und Töpferangebot bestehen von Anfang an. Hilfe für Familien mit Kindern kommt inzwischen verstärkt hinzu, Kreativ- und Computerkurse ebenso wie das Mama-Café. Bei den regelmäßigen Treffen genießen Schwangere und Mütter mit Kindern bis zum Kindergartenalter die kurze Auszeit, erhalten Tipps und tauschen sich aus. 

Café Vielfalt und Begegnungsstätte sind nur zwei Beispiele für die Arbeit, die die Mitarbeiter und Helfer des Diakonieverbandes täglich leisten. Der Bedarf steigt laut Gerke in allen Bereichen, in der Schuldnerberatung ebenso wie in der Sozialarbeit und bei familienstärkenden Projekten. "Das muss nicht heißen, dass immer mehr Menschen auf Hilfe angewiesen sind", betont Gerke. Viele Betroffene heute seien eher bereit, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das sei ein Vertrauensvorschuss und auch ein Zeichen, dass sich Angebote etablieren.Projekt "Schulbedarf 2017"

Schulbücher, Arbeitshefte und Unterrichtsmaterial: Viele Familien können die Kosten dafür nicht aufbringen, selbst staatliche Hilfen reichen nicht aus. Eine Studie ergab, dass Familien pro Schuljahr mindestens 50 Euro fehlen. Das Diakonische Werk Niedersachsen (DWiN) richtete deshalb im vergangenen Jahr eine Petition an den Deutschen Bundestag, um eine Gesetzesänderung und Angleichung der Hilfen zu bewirken; das Ansinnen wurde abgelehnt. Das DWiN sprang ein und half Familien: mit einer Zahlung jeweils von 50 Euro. "Wir konnten damit 193 Kindern helfen", sagt Kirchenkreissozialarbeiter Reiner Roth. Das Projekt Schulbedarf sei damit noch nicht abgehakt, an dem Ansinnen werde festgehalten.

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