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Friedhoff geht freiwillig in die Opposition

Kandidaten-Portrait Friedhoff geht freiwillig in die Opposition

Gegenwind kennt Dietmar Friedhoff. Der 51-jährige Neustädter war bei den Fallschirmjägern. Aber kalter politischer Gegenwind war neu für ihn, als er 2015 in die Kommunalpolitik ging. Jetzt steht er als AfD-Direktkandidat auf den Wahlzetteln im Wahlkreis 43 Hannover-Land I.

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Dietmar Friedhoff, AfD-Direktkandidat im Wahlkreis 43 Hannover-Land I, bewirbt sich zum ersten Mal um ein Bundestagsmandat.

Quelle: privat

Evensen. "Mit dem politischen Gegenwind musste ich erst umzugehen lernen", sagt der Diplomingenieur der Elektrotechnik. "Ich habe gelernt, dass man nicht poltern und sich als AfDler nicht in die Opferrolle bringen lassen darf." In der Meinung klare Kante zeigen "und mit Fakten" unterlegen, sagt er, "dann hören auch immer mehr Leute zu. Friedhoff spricht und schreibt auch gerne von Wahrheiten, wohl wissend, dass es nicht nur "die eine" politische Wahrheit gibt.  

Friedhoff ist im Juni 1966 in Hagen/Westfalen geboren, hat zwei Töchter aus erster Ehe, lebt mit Partnerin Maria in Neustadt-Evensen. Den Wohnort hat er mit dem FDP-Direktkandidaten Grigorios Aggelidis gemein. Mehr vermutlich nicht. Denn den etablierten Parteien wirft Friedhoff "Kastenbildung" und "kollektives Versagen" vor. Und mit wem würde die AfD dann koalieren in Berlin, wenn das alles "Versager" sind? "Mit niemandem. Wir wollen in den ersten vier Jahren ganz klar Opposition sein, nicht Regierungspartei", sagt Friedhoff.

Friedhoff, heute Berater und Coach in einem großen Elektronikkonzern, war bis vor zwei Jahren politisch unaktiv. Erst die Eurokrise 2014 und die Flüchtlingswelle 2015 hätten ihm das Gefühl gegeben, dass er sich einmischen müsse. Wahl in den Rat der Stadt Neustadt 2016, zeitgleich ins Regionsparlament. In beiden Vertretungen ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender. "Wenn ich mich engagiere, dann auch so, dass ich mitgestalten kann", sagt der Kandidat über sich selbst. Mitgestalten in Berlin, aber Opposition sein wollen? "Ja", sagt Friedhoff, "Opposition kann Regierungspolitik auch verändern." Die Chancen für Friedhoff: Er steht auf Platz fünf der Landesliste. Träfen die derzeitigen Umfragewerte am Wahlsonntag zu, hätte Friedhoff einen neuen Job als Berufsoppositioneller.

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