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Frühschwimmer trauern um ihr Freibad

Neustadt Frühschwimmer trauern um ihr Freibad

Die Stunden des Neustädter Freibads sind gezählt. Ein letztes Mal setzten sich am Freitagmorgen die Frühschwimmer auf der Anlage an der Suttorfer Straße zum Frühstück zusammen. Nach 81 Jahren Betrieb schließt das Bad nun, voraussichtlich endgültig.

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Abschiedsfrühstück der Frühschwimmer im Freibad Neustadt.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Einige der sportlichen Frühaufsteher kennen es noch aus den ganz frühen Jahren, die ältesten sind auch mit 85 Jahren noch mehrmals wöchentlich aktiv. "Wir sind in den Vierzigern immer von Bordenau aus hierher gelaufen", berichtet auch die 79-jährige Margit Elze. Ein Name fällt immer wieder, als die Freibadfreunde in Erinnerungen schwelgen: Bademeister Jansen. "Der war Jahrzehnte lang hier, hatte alle gut im Griff", weiß auch Rosemarie Lindenberg noch, die Vorsitzende des Freibadvereins, die selbst schon als Kind gerne Gast an der Suttorfer Straße war.

Angesichts der bevorstehenden Schließung kommt Wehmut auf, bei manchen auch Ärger: "Im neuen Bad sind wir ja nicht mehr erwünscht", sagt eine Frühschwimmerin kopfschüttelnd. Ganz stimmt das nicht. "Es wird Frühschwimmen geben", sagt Wirtschaftsbetriebe-Geschäftsführer Helmut Eisbrenner. Wann und wie oft sei aber noch nicht festgelegt. Einschränkungen werden die Schwimmer hinnehmen müssen, die Öffnungszeiten täglich ab 7 Uhr können ohne ehrenamtliche Organisation nicht weiter angeboten werden.

Überhaupt: Ohne Ehrenamt hätte es wohl schon lange keinen Betrieb mehr gegeben, sagt Frühschwimmerin Cessy Meyer anerkennend in Richtung Lindenbergs und ihres Teams. 2010 übernahm die Poggenhagenerin den Vorsitz im Freibadverein von Vorgänger Riko Luiking. 2004 hatte ein Verein die Trägerschaft übernommen, der Rat der Stadt hatte die defizitäre Anlage aufgeben wollen. Die ehrenamtlichen Helfer hielten das Bad zu einem Bruchteil der Kosten tadellos in Ordnung und sicherten den Betrieb. So hatten es bereits die Trägervereine für die Freibäder in Wulfelade und Amedorf vorgemacht. Das Nöpker Bad war kurz vor dem der Kernstadt in Regie eines Vereins übergegangen.

Was nun aus der Neustädter Anlage wird? Vereinschefin Lindenberg kann es genausowenig sagen wie die Stadtverwaltung. Von politischer Seite gab es einige Vorschläge, beschlossen ist noch nichts. Nach den letzten Aufräumarbeiten der Saison werden zahlreiche Einrichtungsgegenstände wie Kassenautomaten, Drehkreuze, Liegen und Spielplatzgeräte auf die Freibäder im Nordkreis verteilt. Ob sie auch das neue Bad an der KGS nutzen werden? Nun ja, notgedrungen, sagen etliche der Frühschwimmer. Ob sie sich darauf freuen? "Nein!", schallt es unisono vom Frühstückstisch.

Sonnabend, 16. September, ist letzter Öffnungstag des Neustädter Freibads - für Menschen jedenfalls. Letzte Badegäste, am Sonntag, 17. und 24. September, werden Hunde und ihre Halter sein. Die Vierbeiner dürfen sich jeweils von 11 bis 17 Uhr in den dann chlorfreien Becken tummeln.

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Fotostrecke Neustadt: Frühschwimmer trauern um ihr Freibad

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Von Redakteur Kathrin Götze