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Umland Neustadt Nachrichten Kies in der Jürse bringt Fischen neuen Lebensraum
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00:33 21.03.2018
Wieder in der Jürse zu finden (von links oben im Uhrzeigersinn): Lachs, Bachschmerle, Mühlkoppe und Bachneunauge. Quelle: Holger Machulla
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Luttmersen/Helstorf

 Gewusst wie: mit einem relativ unkomplizierten Eingriff ist es dem harten Kern des Angelsportvereins Neustadt gelungen, die Jürse zwischen Luttmersen und Helstorf als Lebensraum für viele Fischarten deutlich aufzuwerten. Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass die Angler rund 20 Tonnen Kies im Bachbett verteilt haben. Denn der Bach hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert.

„Die Jürse ist eigentlich als Kiesgewässer eingestuft“, berichtet Anglerchef Holger Machulla. Doch über die Jahre hatte sich im Bach reichlich Sand angesammelt. „Da waren richtige Rippen zu sehen, wie man sie aus dem Watt kennt“, sagt Machulla. Für den Fachmann ist das ein Zeichen, dass der Sand in Bewegung ist. Für Fischlaich und Kleinstlebewesen ist so ein sandiger Mahlstrom tödlich – sie werden einfach zerrieben.  Im Kies dagegen bleiben genug Zwischenräume, Lebensräume also fürs Kleinstgetier und auch für zahlreiche Wasserpflanzen. 

Das war den Anglern einen harten Arbeitseinsatz im Februar 2017 wert. 20 Tonnen Kies ließen sie aus nahen Kiesgruben herankarren, von einem Bagger ins Bachbett schippen. Der Rest war Handarbeit. „Das gibt schon lange Arme“, sagt Machulla lächelnd. Mit Schaufeln und Rechen verteilten die Angler den aufgehäuften Kies im Bachbett, das auf diese Weise an etlichen Stellen auch seine Form veränderte. „Der Bach war vorher recht breit und floss langsam, so dass sich der Sand ablagern konnte, der von Straßen und Äckern aus hineingelangt“, schildert der Anglerchef. Nun ist das Bett eingeengt, das Wasser fließt schneller.

20 Tonnen Kies haben Mitglieder des Angelsportvereins Neustadt im vergangenen Februar in die Jürse bei Helstorf eingebracht. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Nur ein Jahr später finden sie verloren geglaubte Fischarten wieder.

Das gefällt offenbar einigen urtümlichen Fischarten sehr gut: Bei einer Untersuchung nach Jahresfrist haben die Angler zahlreiche Arten im Fluss wieder gefunden, die sie schon verloren geglaubt hatten: „Bachneunauge, Mühlkoppe, Schmerle und Lachs sind da jetzt wieder zu finden“, berichtet Machulla zufrieden. In diesen Tagen werden viele von ihnen schon wieder ihr Laich ablegen. „Lachs und Forelle zum Beispiel mögen es kalt“, sagt Machulla. 

Den Anglern ist der Erfolg Ansporn für einen nächsten Arbeitseinsatz: Weiter flussaufwärts, bei Negenborn wollen sie sich voraussichtlich im Herbst den nächsten Abschnitt der Jürse vornehmen. Denn auch da ist der Bach stark versandet. Der Angelverein ist Pächter des Gewässers, er nutzt dieses aber nur für seine Artenschutzprojekte. Die Jürse, so betont Machulla, werde bei den Landesbehörden als Kiesgewässer geführt. Neben Zustimmung bekam der ASV beim Kieseintrag im Neustädter Raum auch finanzielle Unterstützung vom Unterhaltungsverband Untere Leine und der Region – ohne hohe bürokratische Hürden. 

Einmal hineingreifen, und die Hand ist voller Sand, zeigt Holger Machulla. Quelle: Kallenbach

Von Kathrin Götze und Ulla Kallenbach

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