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Kita-Personal fehlt: Stadt muss Eltern absagen

Neustadt Kita-Personal fehlt: Stadt muss Eltern absagen

Schlechte Nachrichten für Eltern, die auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind hoffen: Erstmals nach langer Zeit geht die Stadt davon aus, die Nachfrage nicht bedienen zu können. Grund ist der Mangel an Erziehern für Krippen, Kitas und Horte.

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Dezernent Maic Schillck hat schlechte nachrichten für Eltern auf Suche nach einem Betreuungsplatz.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt.  Wenn die Stadt zum Ende der Woche die Antwortschreiben auf die Anträge nach Kinderbetreuungsplätzen abschickt, werden deutlich mehr Absagen darunter sein als in den Jahren zuvor. Nach langer Zeit werden erstmals auch zum Beginn des Kita-Jahrs im August noch große Lücken bei der Versorgung bleiben, wie es heißt.

„Bisher hat es sich ja meistens noch zurechtgerüttelt – aber diesmal sehen wir schwarz“, sagt der erste Stadtrat Maic Schillack. Denn so viel die Stadt auch Räume schafft und erweitert: „Wir bekommen einfach keine Fachkräfte mehr“, sagt Schillack. Schon im aktuellen Bestand sind 13 der insgesamt rund 150 Stellen in städtischen Kitas unbesetzt. Um auch die zukünftige Nachfrage zu bedienen, müssten 25 weitere Vollzeitstellen besetzt werden. Auf Ausschreibungen kamen aber zuletzt nicht mal mehr Bewerbungen. 

Dabei bietet die Stadt mit dem Tarif für den öffentlichen Dienst eigentlich gute Bedingungen, macht auch Fortbildungsangebote, wie Schillack betont. „Wenn wir gute Sozialassistenten haben, sehen wir zu, dass wir ihnen die Erzieherausbildung ermöglichen“, sagt er. Auch den Ausbau der Räumlichkeiten treibt die Stadt weiter voran, schlägt in einer neuen Drucksache Projekte an der AWO-Kita in der Kernstadt, in Scharrel, Helstorf und Mandelsloh vor und rechnet mit weiteren Vorschlägen der Politik. „Auch Büren hat schon Vorschläge für die Erweiterung gemacht“, sagt Schillack. 

Ein wenig Entlastung erhofft sich Schillack von den kooperativen Horten, die nach den Sommerferien an der Grundschule Helstorf/Mandelsloh sowie an der Michael-Ende-Schule starten werden. Auch die Grundschule Eilvese plant ein teilgebundenes Ganztagsangebot. „Mit Mittagessen und Schule oder Hort bis 15 Uhr sind die meisten Eltern schon zufrieden“, sagt Schillack. 

So würden mit den neuen Angeboten letztlich weniger Mitarbeiter in den Horten gebraucht, so könne man in Richtung Kindergarten und Krippe umschichten. Zusätzlichen Druck erwarten die Mitarbeiter aber, wenn die Landesregierung ihr Versprechen von den drei beitragsfreien Kindergartenjahren einlöst. „Wie das ausgestaltet wird, ist im Detail noch nicht geklärt“, sagt Antje Fröhlich vom Familien-Service-Büro. 

Denoch: Reichen wird es diesmal sicher nicht. Ende der Woche schickt die Stadt neben 480 Zusagen für Plätze in den städtischen Kitas auch 250 Absagen ab. „Da ist noch Bewegung drin“, betont Fröhlich, aber alle werde man dieses Jahr wohl tatsächlich nicht bedienen können. Die Auswahl, wer aufgenommen wird, obliegt den Einrichtungen, dabei gelten verschiedene Kriterien. Ob Eltern allein erziehen, ob sie berufstätig sind, ob schon Geschwisterkinder in der Einrichtung sind und wie sich die Gruppen zusammensetzen – all das fließt ein. 

Und wenn es hart auf hart kommt? „Dann bleibt Eltern natürlich noch der Klageweg“, sagt Schillack. Es habe schon Urteile gegeben, nach denen Kommunen Verdienstausfall ersetzen mussten. „Wie die Gerichte aber bei Fachkräftemangel urteilen, vermag ich nicht zu sagen“, sagt Schillack.

Stadt löst Vertrag mit Kita-Caterer

Die Stadt Neustadt und die Firma Tegeler beenden ihre Zusammenarbeit. Nach intensiven Gesprächen würden nunmehr die Verträge zur Versorgung mit Mittagessen der Kindertagesstätten Ahnsförth und Bordenau sowie dem Kinder- und Jugendhaus aufgehoben, teilte Stadtsprecherin Pamela Klages am Dienstag mit.

Da die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in den betreffenden Kindertagesstätten nicht mehr gegeben ist, enden die Verträge im gegenseitigen Einvernehmen zum 1. März . Gespräche mit dem zweitbesten Bewerber aus der Ausschreibung vom Sommer 2017 seien bereits aufgenommen, sagt Klages.

Der Vertrag mit dem Wunstorfer Unternehmen  für die Verpflegung der Kita Helstorf war nach zahlreichen Beschwerden bereits zum Ende 2017 aufgelöst worden – nun kamen auch aus den anderen Einrichtungen wieder Klagen. göt

Von Kathrin Götze

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