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Umland Neustadt Nachrichten Von der Kubald GmbH bleibt die Erinnerung
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20:40 30.07.2014
Ausverkauf bei Kubald: Die großen Produktionsmaschinen werden von ihren neuen Eigentümern abgeholt und auf Lastwagen verladen. Quelle: Benjamin Gleue
Neustadt

Eine Fertigungsmaschine baumelt an einem Gabelstapler. Männer im Blaumann beobachten die Szenerie. Einige geben Anweisungen, andere machen Fotos mit dem Mobiltelefon - als Erinnerung. Dann ist die Maschine auf einem Lastwagen verladen und wird weggebracht. Auf dem Firmengelände der insolventen Kubald GmbH herrschte gestern reger Betrieb. Menschen liefen hin und her, schleppten Maschinen und Werkzeuge. Es waren aber keine Mitarbeiter des Leuchtenherstellers, sondern die neuen Eigentümer der Gerätschaften.

Nur noch ein Dutzend der bis zur Insolvenz in Poggenhagen beschäftigten 95 Angestellten sind vor Ort. „Wir halten die Stellung und machen das Licht aus“, sagte einer. Seinen Namen wollte er nicht sagen. Die Stimmung ist gedrückt, vielen droht die Arbeitslosigkeit. Einige hätten aber bereits einen neuen Job gefunden, vier Kollegen sind bei einer Werbetechnikfirma in Luthe untergekommen.

Des einen Leid ist des anderen Freud

Einer der Abholer ist Frank Meyer. Der Inhaber einer Wunstorfer Metallbaufirma hatte beim Insolvenzverkauf eine Profilstahlschere für 5900 Euro ersteigert. „Das ist ein Schnäppchen in super Zustand“, sagte er. „Neu kostet eine vergleichbare Maschine gut 20 000 Euro.“ Alles was nicht niet- und nagelfest war, kam unter den Hammer: Maschinen, Werkzeuge, Möbel. Sogar die Kaffeemaschine wurde verkauft.

Alles muss raus: Fertigungshallen und Bürogebäude des Traditionsunternehmens Kubald an der Poggenhagener Straße sind seit Mittwoch wie leergefegt. Mit dem Verkauf der Gerätschaften sei das Gros „operativ abgebunden“, wie der zuständige Insolvenzverwalter Ralph Bünning auf Nachfrage sagte. Es seien nur noch Kleinigkeiten zu erledigen.

Schon vor Abholungsbeginn um 9 Uhr parkten etliche Lastwagen entlang des Firmengeländes, um die bei einer Online-Auktion ersteigerten Maschinen und Werkzeuge abzuholen. Beaufsichtigt wurden die Unternehmer bei Abholung ihres neuen Eigentums von Mitarbeitern des zuständigen Auktionshauses. Diese stellten sicher, dass alles korrekt lief.

Wie es mit dem Firmengelände weitergeht, steht noch nicht fest. Das Gericht hat die Insolvenzverwaltung von Gerätschaften und Liegenschaften getrennt, zuständig für diese Abwicklung ist Rechtsanwalt Torsten Gutmann. Dieser war am Mittwoch nicht zu erreichen.

Unternehmensgeschichte

Nach 79 Jahren ist Schluss: Im Februar hat Firmenchef Alexander Kubald den Insolvenzantrag für das Traditionsunternehmen gestellt. Zuletzt waren 95 Mitarbeiter in Poggenhagen beschäftigt, etliche bereits seit Jahrzehnten. Das 1935 von seinem Urgroßvater gegründete Unternehmen erreichte nach dem Zweiten Weltkrieg einen wahren Boom. Die zunehmende Bedeutung der Lichtwerbung beschleunigte die Entwicklung vom Elektrogroßhandel zum Produzenten. Die Kubald GmbH fertigte zu besten Zeiten an fünf Standorten für weltweit tätige Unternehmen wie Mineralölhändler und Schnellrestaurants.

Benjamin Gleue

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