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Umland Neustadt Nachrichten Neuer Streit um Mahnmal für Juden
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01:28 01.03.2018
Ute Lamla (links) und Heidi Sommer sammeln Spenden für ein Mahnmal für die vertriebenen und getöteten Juden in Neustadt Quelle: Benjamin Behrens
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Neustadt

 Nach Ankündigung einer neuen Spendenaktion für ein Mahnmal, das an die  Neustädter Juden erinnern soll, sehen sich die Initiatorinnen Ute Lamla und Heidi Sommer in der Kritik. Matthias Kostrzewa von der Altrewa Bürgerstiftung berichtet, die beiden seien auf ein großzügiges Angebot der Stiftung nicht eingegangen. 

Stifter Alfried Kostrewa, habe schon im vergangenen Jahr angeboten, genug Geld aus Stiftungsmitteln zur Verfügung zu stellen, um das Mahnmal kurzfristig realisieren zu können, etwa zum 80. Jahrestag der Pogromnacht (der ist am 9. November 2018). Man sei sich völlig einig über die Wichtigkeit des Themas gewesen. Allerdings habe Kostrewa erhebliche Zweifel an der Wahl des Standorts gehegt. Es soll nach Ortsratsbeschluss auf einer Wiese am Erichsberg  aufgestellt werden.

Stifter Kostrewa hingegen hält einen zentraleren Platz für geeigneter,  „zum Beispiel der Platz zwischen den Brücken, an dem 1938 das Inventar der Neustädter Synagoge öffentlich verbrannt worden ist“, wie er schreibt. Auch über die Gestaltung des Mahnmals sollte noch einmal nachgedacht werden, meint er. Der Schülerentwurf, der vor Jahren entstanden ist, sei ja aller Ehren wert. Doch ein dauerhafter Ort gegen das Vergessen sollte „doch in Proportion und Gestalt mehr bieten, als der vorhandene Entwurf.“ Ein neuerliches Gesprächsangebot an die Politikerinnen sei unbeantwortet geblieben, so Kostrzewa weiter. Stattdessen sei jetzt der Spendenaufruf gefolgt. Einen Spendenbrief, wie zahlreiche Neustädter Firmen, habe die Stiftung auch nicht bekommen. 

Auf Nachfrage sagt Heidi Sommer, das Gespräch mit dem Stifter sei nicht zielführend verlaufen. Über Ort und Gestaltung des Mahnmals gebe es politische Beschlüsse, die man nicht einfach über den Haufen werfen könne. „Wenn die Stiftung ein Mahnmal nach ihren Vorstellungen errichten will, kann sie das ja tun“, sagt Sommer. Man habe bereits „vielversprechende Zusagen“ über Spenden von Privatleuten, Firmen und auch von der Kirche.

Unterstützung für die Stiftung kommt jetzt von Hubert Brieden vom Arbeitskreis Regionalgeschichte. Auch Brieden findet den Platz Zwischen den Brücken als Standort „bestens geeignet“. Dort auf den Leinewiesen sei in der Pogromnacht 1938 das Inventar der Synagoge verbrannt worden, dort habe die jüdische Familie Meinrath gelebt, und es sei ein repräsentativer Ort am Eingang zur Altstadt. 

Mit ihrem „brüskierenden Verhalten“ gefährdeten die Politikerinnen den baldigen Erfolg des Projekts, bis heute seien nicht annähernd die notwendigen 20.000 Euro zusammengekommen. „Sollte das Mahnmalprojekt scheitern, wären die Namen Sommer und Lamla untrennbar mit diesem Scheitern verbunden“, sagt Brieden. Er hoffe, dass sich die Stiftung durch das „stümperhafte Auftreten“ der Politikerinnen nicht abschrecken lasse. 

Nachdem eine erste Spendensammlung 2013 gescheitert war, hatten sich Lamla und Sommer Ende 2014 angeboten, erneut Spenden einzuwerben. Dafür habe der Arbeitskreis seine Forschungsergebnisse und Vorarbeiten des Bürgerkomitees Weiße Rose für das Mahnmal zur Verfügung  gestellt.

Von Kathrin Götze

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