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Sammelaktion für Holocaust-Mahnmal läuft an

Neustadt Sammelaktion für Holocaust-Mahnmal läuft an

Im Religionsunterricht entstand 2003 ein Entwurf für ein Mahnmal, das an Neustadts getötete und vertriebene Juden erinnert. Die Idee soll nun zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht realisiert werden.

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Ute Lamla (links) und Heidi Sommer sammeln Spenden für ein Mahnmal für die vertriebenen und getöteten Juden in Neustadt

Quelle: Benjamin Behrens

Neustadt.  Vom 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen im gesamten Deutschen Reich. Es war ein erster Höhepunkt einer Verfolgung, die lange vorher begonnen hatte. Auch in Neustadt stand in diser Novembernacht das damalige Gebetshaus in der Mittelstraße in Flammen. Eine Spendenaktion soll anlässlich des 80. Jahrestags ein Mahnmal für die vertriebenen und getöteten Neustädter Juden finanzieren. 

Entwurf für Mahnmal basiert auf Schulprojekt

„Vor ein paar Jahren hat ein Lehrer am Gymnasium ein Projekt initiert“, sagt Heidi Sommer. Sie und Ute Lamla, wollen das auf einem Entwurf der Schüler basierende Mahnmal umsetzen. Religionslehrer Claus Crone hatte im Unterricht das Thema Erinnerung aufgegriffen, dabei entstand auch die Idee zu dem Mahnmal. Drei viereckige Tafeln in Rost-Optik sollen Platz für die Namen der rund 100 Neustädter jüdischen Glaubens bieten. Der Bordenauer Ingenieur und Designer Jacek R. Pawlowski machte den Entwurf mit Statik-Berechnungen und Kostenvoranschlägen geeignet für die Realität. Auf die Spitze gestellt und gestapelt, ruhen die die Metalltafeln auf einem Granitsockel.  „Der Kostenvoranschlag hatte 15.000 Euro angenommen, der ist aber zehn Jahre alt“, sagt Sommer.

Erster Anlauf für Mahnmal-Umsetzung 2010 blieb erfolglos

Lange verschwand der Entwurf in der Schublade, bis sich 2010 der Ortsrat Neustadt damit befasste. Ein extra gegründeter Verein hatte die Idee aufgegriffen und Geld gesammelt. „Der Verein hat sich aufgelöst, es gab zu wenig Spenden“, bedauert Ute Lamla. Für den neuen Anlauf, kooperieren Lamla und Sommer mit der Stadt, alle Gelder sollen auf ein städtischen Konto fließen. „Heute müssen wir von 20.000 Euro ausgehen“, sagt Sommer. 3000 Euro sind bereits eingegangen. „Es gibt auch schon einen Platz, den wir mit der Stadtverwaltung abgestimmt haben: am Erichsberg“, sagt die 63-Jährige. Dort soll die 1,80 Meter große Skulptur gegen das Vergessen wirken. „Gerade in der heutigen Zeit, ist es umso wichtiger.“ 

Die beiden Neustädterinnen wollen damit eine Lücke schließen, denn aus ihrer Sicht reichen die sogenannten Stolpersteine nicht aus. „Die kontinuierliche Erinnerung fehlt ja“, sagt Lamla. 

Spenden können auf einem von der Stadt geführten Konto bei der Sparkasse Hannover eingezahlt werden. Die IBAN lautet DE10 2505 0180 2000 7870 08, als BIC ist SPKHDE2HXXX einzutragen. Der Verwendungszweck lautet 55106602152910. Flyer zu dem Projekt liegen im Rathaus und der HAZ/NP-Geschäftsstelle aus.

Von Benjamin Behrens

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