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Umland Neustadt Nachrichten Landwirte wollen Nitratgehalt im Grundwasser senken
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00:31 20.05.2018
Vortragsabend vom Wasserverband (von links): Volker Hahn, Ulrich Söffker und Stephan Schumüller. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

 Wie kann man Nitratwerte im Grundwasser senken? Auch wenn Grenzwerte eingehalten werden, wächst die Kritik am Wasserverband Garbsen-Neustadt, weil im Wasser aus dem Hagener Werk relativ hohe Werte enthalten sind. Damit werden große Teile des Neustädter Landes versorgt. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter, der Durchschnittswert des Hagener Wassers um 40. In einer Vortragsreihe des Verbands ging es am Mittwochabend um Landwirtschaft im Wasserschutzgebiet.

Da hat sich in den vergangenen 24 Jahren viel verändert. Seit 1994 besteht eine Kooperation zwischen dem Wasserverband und den Landwirten, die im Umfeld des Wasserwerks arbeiten, von der Berater Ulrich Söffker berichtete. Vorrangiges Ziel: Die Nitratwerte in Boden und Wasser verringern. Für die Landwirte heißt das, weniger Stickstoffdünger ausbringen.

Ulrich Söffker ist Berater für Grundwasserschutz in den Schutzgebieten Hagen und Schneeren. Quelle: Kathrin Götze

Dazu habe es einen regelrechten Kulturwandel gegeben, berichtete Volker Hahn, Landwirt in Hagen und Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbands, im zweiten Vortrag des Abends. „Zum ersten Treffen im Dudenser Gasthaus Beermann hat ein Kollege noch eine Mistforke mitgebracht“, sagte er. „Unsere Vorfahren waren es nicht gewohnt, dass man ihnen in ihre Arbeit reinredet.“ Mit einem Pilotprojekt auf dem Hof von Heiner Kahle sei die Sache ins Rollen gekommen.

Volker Hahn erzählt, dass zum ersten Kooperationstreffen mit dem Wasserverband ein Landwirt mit Mistgabel erschien. Quelle: Kathrin Götze

Inzwischen tausche man sich regelmäßig aus, und wo sich noch Stickstoff einsparen oder abbauen lässt, etwa mit Zwischenfrüchten. Die Ersparnis führt zu Ertragseinbußen – die werden finanziell ausgeglichen. Aber auch die Qualität ändere sich, und Futterkorn mit niedrigerem Proteingehalt sei schwer abzusetzen, sagte Kahle. Stickstoff ist wichtiger Baustein von Proteinen für die Nutzpflanze. Überschüsse können aber, je nach Bodenverhältnissen, das Trinkwasser belasten: Bodenorganismen wandeln ihn in Nitrat um, das im menschlichen Verdauungstrakt zu Nitrit werden kann – eine Substanz, die als krebserregend gilt.

Das Geld für Ausgleichszahlungen ist knapp: Die Schutzgebiete sind in Prioritätszonen aufgeteilt. Quelle: Kathrin Götze

Fünf Brunnen gehören zum Wasserwerk Hagen, besonders hoch ist der Nitratgehalt im Brunnen 3, im Südwesten des Schutzgebiets. In dessen Einzugsbereich arbeiten die Landwirte besonders intensiv an der Stickstoffreduktion, teilen auch die knappen Ausgleichszahlungen entsprechend auf. Doch die Früchte dieser Arbeit lassen auf sich warten, das Grundwasser ist in dieser Region zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Warum man den Brunnen nicht so lange vom Netz nehme, fragte eine Zuhörerin. Man sei auf der Suche nach Ersatz für die Wassermenge, berichtet Verbandssprecher Lars Christian Burgdorff.  Probebohrungen gibt es im Norden des Schutzgebietes, wo schon die Brunnen 4 und 5 nitratärmeres Wasser liefern. Beliebig lasse sich das aber nicht ausreizen, sagte Dietrich Mörlins, Beauftragter für Qualitätsmanagement im Wasserverband. Überdies gebe es auch Gespräche mit anderen Vorlieferanten, sagte Geschäftsführer Stephan Schumüller. Ergebnisse sollen dem Rat zum Jahresende vorgestellt werden.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe lädt der WVGN zu einer Feldrundfahrt durch das Wasserschutzgebiet Hagen am 1. Juni ab 17.30 Uhr sowie zum Tag der offenen Tür im Wasserwerk Hagen am Sonntag, 3. Juni, ab 10 Uhr ein.

Von Kathrin Götze

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