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Festgefahrener Sattelzug bei Basse ist geborgen

Neustadt Festgefahrener Sattelzug bei Basse ist geborgen

Ein 40-Tonner hat sich am Montag gegen 13 Uhr zwischen Mariensee und Basse festgefahren. Das Fahrzeug wurde gegen 22 Uhr geborgen. Die Straße soll bis Dienstagmittag gesperrt bleiben.

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Der verunglückte Sattelzug zwischen Mariensee und Basse ist mit Stahlseilen gesichert. Die Straße ist gesperrt. Die Entladung hat gegen 18.20 Uhr begonnen.

Quelle: Mirko Bartels

Mariensee/Basse.  Der 40-Tonner aus Rumänien, der sich am Montag gegen 13 Uhr zwischen Mariensee und Basse festgefahren hat, ist geborgen. Der Auflieger mit 21 Tonnen Granulat für die Autoreifenproduktion wurde entladen, Auflieger und Zugmaschine sind nach stundenlanger Vorarbeit geborgen und abtransportiert. Die Wasserstraße war ab etwa 18 Uhr voll gesperrt. 

Der Lastzug kam aus Richtung Mariensee. Die Strecke ist die offizielle Umleitung für den Schwerlastverkehr, der die B-6-Brücke über die Leine in Neustadt nicht überqueren darf. Auf der schmalen Straße ist der Fahrer nach eigenen Angaben einem entgegenkommenden Lastwagen ausgewichen, auf den geschotterten, aufgeweichten Nebenstreifen geraten und eingesackt. Nur die Leitplanke schützte ihn noch vor dem Umkippen. Hinter der Planke fällt die Böschung ab in den Umleiter Hagener Bach.

Versuche des Fahrers, das Fahrzeug aus eigener Kraft zu befreien, schlugen fehl. Ein Abschlepp-Team aus Garbsen hatte sich die Lage am Nachmittag angesehen und festgestellt, dass ein Herausziehen des Lastzuges nicht möglich ist. Verstärkung wurde angefordert. Ein Kran und Winden sollten den Lastzug anheben, zur Seite ziehen und wieder auf die Straße setzen. Vorher war der Auflieger zu entladen.  

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Am Montagmittag hat sich auf der B-6-Umleitungsstrecke zwischen Mariensee und Basse ein Sattelzug festgefahren. Die Bergung gestaltet sich schwierig und wird sich bis in den späten Abend hinziehen.   

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Allein das gestaltet sich am Nachmittag schwierig. Transporteure müssen die gut gesicherten  Paletten mit den Säcken lösen. Um nicht Gefahr zu laufen, dass die gesamte Ladung ins Rutschen gerät und der Sattelzug umkippt, muss das Bergungsteam das Fahrzeug sichern und behutsam entladen. Gegen 19 Uhr hängt der Lastzug am Kranhaken und ist zusätzlich mit einem Stahlseil an einem tonnenschweren Abschlepper gesichert. Zum Entladen hat das Bergungsteam extrem wenig Platz, weil die Straße sehr schmal und von Gräben begrenzt ist. Die Säcke werden in etwa 75 Metern Entfernung auf die Straße gesetzt und später wieder verladen. 

Die Wasserstraße zwischen Basse und Mariensee ist während der Bergung in den beiden Ortschaften voll gesperrt. Der Umleitungsverkehr von der B6 muss eine weitere Umleitung über Wulfelade, Mandelsloh und Helstorf Richtung Basse beziehungsweise umgekehrt fahren. Die Sperrung soll Dienstagmittag aufgehoben werden. Die Straßenmeisterei muss das Bankett  und die Leitplanke reparieren. 

Gegen 21 Uhr liegt die Temperatur knapp unter Null, der Himmel klart auf. „Kein Regen, kein Schnee, kein Wind – alles gut“, sagt Peter Kilian. Der Chef des Bergungsunternehmens Autrio aus Hannover heißt eigentlich Piotr, hat seine zwölf Leute und die Maschinen für diesen Einsatz aus unterschiedlichen Standorten zusammengetrommelt und packt mit an. Sorgfalt und Vorsicht, Entschiedenheit, aber kein Stress, und trotzdem die Uhr im Blick. Eine Bergungsstunde dieser Art kostet rund 5.500 Euro. „Am Ende kommen wir irgendwo bei 30.000 Euro raus. Der Schaden am Lkw liegt bei rund 8000 Euro – zahlt die Versicherung“, sagt er. Einen Mann hat Kilian kostenlos dabei: Den Fahrer des verunglückten Transporters. Der Rumäne hilft wo er kann. 

Kilians Plan: Er will den Auflieger per Kran anheben und die Zugmaschine über Stahlseile nach vorne und zur Seite aus der Böschung ziehen.  Zwei seitliche Stahlseile lässt Kilian von zwei Abschleppern um Bäume auf der gegenüberliegenden Straßenseite herum zum Lkw ziehen. Das dritte Seil spannt sich gegen 21.45 Uhr direkt vom Abschlepper zur Zugmaschine. Der letzte Schritt: Ein Teil der Leitplanke muss mit dem Trennjäger zerlegt werden. Die Reifen des Lkw hatten sich darunter verkeilt. Wird der Auflieger angehoben, müssen die Reifen frei sein. 

Funken fliegen. Zehn Minuten später räumen alle das Feld zwischen den Stahlseilen und holen ihre Smartphones heraus. Die Winden beginnen zu arbeiten. Der Kran hebt den Auflieger vorsichtig an. Peter Kilian sitzt im Führerhaus des lädierten Lkw, löst die Bremsen, stellt die Reifen in Fahrtrichtung. Zentimeter um Zentimeter rückt der gesamte Sattelzug auf die Straße. Nach fünf Minuten ist das Projekt „Bergung bei Basse“ beendet. Kilians Plan ist aufgegangen. Seile und Bäume haben gehalten. Erleichterung.

Zwei Stunden wird das Team noch brauchen, bis die abgeladenen Säcke wieder auf dem Auflieger verzurrt und die Werkzeuge, Schaufeln und Scheinwerfer der Abschlepper wieder verstaut sind. Die Zugmaschine wird verladen und zur Werkstatt gefahren. Den Auflieger nimmt ein zweiter Abschlepper an den Haken. Wenn die Straßenmeisterei  am Dienstag die Leitplanke repariert und das Bankett wieder hergestellt hat, wird man die Spuren der zurückliegenden Stunden kaum noch sehen. Der rumänische Fahrer beendet seinen langen Arbeitstag „irgendwo; ich weiß noch nicht, wo ich schlafe. Ich fahre erstmal mit zur Werkstatt. Dann sehen wir weiter“, sagt er.

Von Markus Holz

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