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„Ich mag einfach Menschen“

Neustadt „Ich mag einfach Menschen“

Mensche zusanmenzuführen, das ist Bärbel Heidemanns größtes Talent. Nach 17 Jahren im Amt wechselt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Ende Januar in den Ruhestand – bleibt aber vielen ihrer selbst gegründeten Gruppen verbunden.

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Bärbel Heidemann heute

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt.  Einen echten Ruhestand – den kann sich Bärbel Heidemann noch gar  nicht recht vorstellen. „Ich bin einfach gerne mittendrin“, sagt sie. Und ein gutes Stück weit wird sie das auch bleiben. In ihrer 17-jährigen Amtszeit als städtische Gleichstellungsbeauftragte hat die Wahl-Schneerenerin Netzwerke geknüpft, Menschen zu Gesprächskreisen und Selbsthilfegruppen zusammengeführt. So viele, dass es ihr selbst schwer fällt, alle aufzuzählen. Wenn sie auch am 31. Januar den Schlüssel zum Bürotrakt hinter dem Ratssaal abgibt: Viele der im Beruf entstandenen Kontakte wird sie weiter pflegen.

Bereits am 26. Januar feiert Heidemann ihren 65. Geburtstag. „Ich arbeite bis zuletzt“, hat sie entschieden. Denn sie liebt ihren Job. Auch, weil sie ihn sich über die vergangenen 17 Jahren selbst quasi auf den Leib geschneidert hat. Eingestellt wurde sie seinerzeit noch als „Frauenbeauftragte“. Das war zu Zeiten, als Macho-Kanzler Gerhard Schröder noch von „Frauen und Gedöns“ sprechen durfte. 

Heute ist vieles politisch korrekter, Heidemann fungiert als Gleichstellungsbeauftragte, hat ihr Aufgabenfeld entsprechend ausgeweitet. „Ich mag einfach Menschen, das habe ich mein Leben lang bewiesen, egal, welches Alter oder Geschlecht.“ Wer Rat oder Unterstützung braucht, sich mit anderen zusammenschließen will, kann auf sie zählen. Von A wie Alleinerziehende über B wie Barrierefreiheit bis V wie Vernetzungsstelle reichen die Aufgaben, die eine Ratsdrucksache auflistet. Eine ganze Reihe sollen wieder wegfallen.

Denn nach Heidemanns Abschied will die Verwaltungsspitze die Stelle wieder auf das ursprüngliche Maß zurechtstutzen. Eine halbe Stelle sei in der Kommunalverfassung vorgeschrieben, sagte Bürgermeister Uwe Sternbeck in der jüngsten Ratssitzung zum Thema. Für die Pflichtaufgaben reiche sie auch aus. Ihre „Kür“ musste sich auch Heidemann erkämpfen: Erst seit 2012 war ihr die volle Stelle bewilligt.

Doch auch zuvor hat sie schon viel angeschoben im Stadtgebiet. Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt, in dem Polizei und Verwaltung mit zahlreichen Beratungs- und Seelsorgestellen zusammen arbeiten gehört ebenso dazu wie die Initiative „Frauen in die Politik“. Beide sollen auch künftig erhalten bleiben. Ungeklärt ist hingegen die Zukunft eines anderen „Lieblingskindes“: Die Informationsbörse für Frauen, die Heidemann 2002 aus der Taufe gehoben hat, wird es in diesem Jahr nicht geben. Ob ein/e Nachfolger/in sie wieder belebt, steht in den Sternen. 

Von Kathrin Götze

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