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Silber für die Show-Trompeter von der Leine

Neustadt / Hannover Silber für die Show-Trompeter von der Leine

Sie haben sich vor 1200 Menschen einen fairen Wettstreit geliefert, haben bei gefühlt 50 Grad im Zelt alles gegeben, waren streckenweise besser auf der Stimmungswelle als die späteren Sieger. Am Ende war das Publikum König: Silber für Neustadts Leinegarde im HAZ-Wettbewerb "Goldene Fanfare".

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In der Hitze der Musikschlacht: Das Trompeter-Showcorps Leinegarde beim dritten HAZ-Wettbewerb um die "Goldene Fanfare".

Quelle: Uwe Dillenberg

Neustadt / Hannover. Am Tresen im Zelt Alt Hanovera schütteln drei junge Männer den Kopf. "Thööönse, Thööönse" hatten sie beim Auftritt der Musiker aus dem Burgwedeler Land noch gerufen. Aber jetzt? "Das Finale haben sie vermasselt, das war nix. Ich bin jetzt für die Leinegarde", sagt er und johlt in der alles entscheidenden Abstimmung. Das Publikum ist die Jury. Der Applaus in Dezibel ist die Maßeinheit, die Thönse den Sieg und der Leinegarde Silber bringt.

Es war der dritte Wettbewerb der HAZ um die Goldene Fanfare auf dem hannoverschen Schützenfest. Thönse hatte die Premiere 2015 gewonnen, die Leinegarde holte sich die Trophäe 2016. Beide kamen also schon als Sieger. Dritte im Bund waren die Flying Drums aus Hannover. 

Die Leinegarde setzt auf Nenas "99 Luftballons" und Rio Reisers "König von Deutschland". In der Endrunde schwenkt sie auf die Neunziger mit "Everybody" von den Backstreet Boys, schlägt noch einen Haken ins Schlagergenre. Aus den Fanfaren tönt "Über den Wolken". Das Publikum grölt, während die Thönser mit der Ballade "Music was my first love" die Temperaturkurve im Zelt senken. Letzte Hoffnung für die Leinegarde? Moderator Jan Sedelies schaltet das Applausometer ein. Das Neustädter Showcorps muss sich mit 1,2 Dezibel weniger geschlagen geben.

Die Leinegarde sagt von sich selbst, keine Wettbewerbsformation zu sein. Seit den Siebzigerjahren treten sie nicht mehr bei Vergleichen an und konzentrieren sich ganz auf ihre Shows. Der Erfolg: Viele Einladungen in die Niederlande und in diesem Jahr das erste Mal als einziges deutsches Showcorps im September zum Brüssel Taptoe, dem Treffen der europäischen Elite der Fanfarenzüge. "Wir haben das am Mittwoch sehr genossen, keiner ist mit einer Träne aus dem Zelt gegangen", sagt Mélanie Sonntag von der Leinegarde. "Thönse hat halt mehr Ge-Thönse im Zelt gemacht. Wir hatten gar keine Zeit, die Werbetrommel so richtig zu rühren, weil wir erst Freitag erfahren haben, dass wir nicht nur die Eröffnung machen, sondern den Wettbewerb - hat Spaß gemacht, wir gehen jetzt fröhlich in die Sommerpause."

Von Markus Holz und Mario Moers

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