Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Nabu: Frösche sind kein Spielzeug

Neustadt Nabu: Frösche sind kein Spielzeug

Frösche, Kröten und Kaulquappen sammeln, zu Hause in den Teich, ins Aquarium oder Einmachglas setzen - das war früher unter Kindern auf dem Dorfe eine Art Volkssport. Heute ist das undenkbar, und kommt dennoch vor. Stadtverwaltung und der Nabu warnen deshalb: Diese Tiere sind kein Spielzeug.

Voriger Artikel
TKK-Programm mit Hochkarätern
Nächster Artikel
Sorge um Trinkwasser dominiert

Frösche, hier ein Exemplar vom Altwarmbüchener See bei Hannover, lieben ihr Zuhause. Wer sie fängt und mitnimmt, riskiert deren Leben.

Quelle: Silas Stein

Neustadt. Aus Bordenau, aus Esperke und aus dem Gebiet um Regenwasserbecken im Neubaugebiet am Sterntalerstraße kommen Hinweise an die Stadt und an den Nabu, dass vermeintlich tierliebe Mitbürger an den Gewässern Frösche, Kröten und deren Laich oder die Kaulquappen einsammeln. Verwaltung und Nabu weisen eindringlich darauf hin, dass dies nicht erlaubt ist. Alle in Deutschland heimischen Amphibienarten sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, umgesiedelt oder getötet werden.

Wenn die kleinen Hüpfer aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden, bedeutet dies für sie in den meisten Fällen den Tod; in mit Goldfischen besiedelten Gartenteichen haben Frosch- und Krötenarten keine Überlebenschance. Allgemein zeigen Amphibien eine sehr ausgeprägte Treue zu ihren Heimatgewässern. Jedes Jahr im Frühjahr, wenn die Laichzeit einsetzt, treibt es Kröten, Frösche und Lurche zurück in das Gewässer, in dem sie einst selbst geschlüpft sind – die Wanderung zu ihrem Ursprung ist genetisch veranlagt. Die meisten Froscharten verbringen ihr gesamtes Leben immer in näherer Umgebung ihres Geburtsortes.

Amphibien erfüllen in der Natur eine wichtige Funktion: Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Fliegen, Mücken und Schnecken. Frösche, Kröten und Molche selbst dienen wiederum als Futter für Störche undSäugetiere und sind somit wichtiger Teil des Ökosystems. Da die Zerstörung ihres Lebensraums durch Umweltgifte oder Trockenlegungen von Feuchtgebieten den Fröschen aber schwer zu schaffen macht, sind mittlerweile auch viele heimische Arten wie beispielsweise der Laubfrosch vom Aussterben bedroht.

Im Neustädter Land sind viele kleinere Tümpel, Teiche und Regenwasserbecken so angelegt, dass sie Fröschen als natürlicher Rückzugsraum und Heimat dienen. Und an diesen Orten möchten die Frösche gern auch bleiben. Der Nabu Neustadt finanziert spezielle Amphibienteiche. Stadtverwaltung und Nabu appellieren daher eindringlich an alle erwachsenen und jungen Neustädter, keine Frösche und andere Amphibien zu fangen und sie ihren Heimatgewässern zu entreißen. Beobachten ja, aber nur im Zuhause der Amphibien bitte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten