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Nachrichten Wasserverband stellt sich der Kritik
Umland Neustadt Nachrichten Wasserverband stellt sich der Kritik
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00:18 12.02.2018
Der Schneerener Thomas Rätzke stellt in der Ratssitzung Fragen Quelle: Kathrin Götze
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Schneeren

 Der Vergleich sieht für den Wasserverband Garbsen-Neustadt nicht gut aus: Wasser mit erhöhten Nitratwerten und seit Jahresbeginn auch zu erhöhtem Preis liefert der Verband in große Teile des Neustädter Landes. Wie es dazu kommt und was er dagegen tun will, wollte Geschäftsführer Stephan Schumüller in der Ratssitzung am Donnerstagabend Politikern und Bürgern erläutern. 

Schumüller berichtete, wie der Wasserverband schon seit vielen Jahren gemeinsam mit den Landwirten rund um das Wasserwerk Hagen daran arbeite, die Nitrateinträge zu mindern. Und er erläuterte, dass das Wasser über die vergangenen Jahrzehnte in Neustadt zu einem „politischen Preis“ abgegeben worden sei, was dazu führte, dass der Verband keine Rücklagen für die dringend notwendige Sanierung des Leitungsnetzes gebildet hat. Bis zu 40 Prozent des rund 900 Kilometer langen Leitungsnetzes seien älter als 50 Jahre und sanierungsbedürftig, sagte der Geschäftsführer, der auch die Schulden des Verbands nicht in die Höhe treiben will.

Konkurrenz hat besseres Wasser

Die Neustädter und ihren Rat beschäftigt das Thema schon länger, aus Mardorf und Schneeren gab es schon Bestrebungen, den Wasserverband zu verlassen. Der Verband versorgt die Stadt Garbsen, Teile von Wunstorf sowie den größten Teil des Neustädter Landes mit Ausnahme der Kernstadt, Poggenhagens und Suttorfs. Dorthin liefern die Stadtwerke Neustadt Wasser, das sie von den Harzwasserwerken beziehen. Es weist einen deutlich niedrigeren Nitratgehalt auf als das des Wasserverbands aus Hagen. Dennoch: Auch dort liegt der Nitratgehalt unter dem Grenzwert, das Wasser sei unbedenklich, versicherten Schumüller und auch Bürgermeister Uwe Sternbeck.

„Wir fühlen uns hier wie Bürger zweiter Klasse“, sagte der Schneerener Thomas Rätzke in der Bürgerfragestunde. Besonders wurmt es die Dorfbewohner, dass die Harzwasserwerke Wasser mit niedrigem Nitratgehalt aus dem Werk Schneeren in Richtung Nienburg fördern. „Wir können keinen Sonderweg wählen und aus der Solidargemeinschaft aussteigen“, gibt der Schneerener Arzt und Grünen-Ratsherr Godehard Kass zu bedenken – die Ursachen müssten bekämpft werden. Willi Ostermann (UWG) bemängelte, dass der Wasserverband wenig transparent wirtschafte. 

Und Sebastian Lechner (CDU), Vize im Aufsichtsrat der städtischen Wirtschaftsbetriebe (zu denen auch die Stadtwerke gehören), deutete an, man denke auf lange Sicht über eine neue Struktur bei der Wasserversorgung nach – das sei allerdings nicht von heute auf morgen umzusetzen, sondern erfordere gute Planung und umfangreiche Verhandlungen.

Von Kathrin Götze

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