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Wer sind die Namensgeber der Peter-und-Paul-Kirche?

Neustadt/Serie Namenspatrone Wer sind die Namensgeber der Peter-und-Paul-Kirche?

Wer war eigentlich St. Osdag? Warum sind so viele Kirchen nach dem heiligen Johannes benannt? Unsere kleine Serie ruft die  Namenspatrone der Gotteshäuser im Neustädter Land in Erinnerung. In diesem Teil: Die katholische Peter-und-Paul-Kirche in Neustadt.

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Diakon Claus Crone führt regelmäßig Schulklassen durch die katholische Peter-und-Paul-Kirche in Neustadt.

Quelle: Leonie Zimmermann

Neustadt.  Etwa zwölf Prozent der Menschen im Neustädter Land gehören der katholischen Gemeinde an – einige von ihnen besuchen regelmäßig die St.-Peter-und-Paul-Kirche am Bischof-Ketteler-Platz in der Kernstadt. In den Predigten und auf Bildern in der Kirche begegnen ihnen öfter die Namenspatronen der Kirche  – aber wer waren Peter und Paul eigentlich?

„Petrus und Paulus, wie die beiden Namensgeber eigentlich heißen“, sagt Diakon Claus Crone, „stehen für die Kompromisse, die es in der Religion zu schließen gilt.“ Denn unterschiedlicher konnten die zwei Gläubigen nicht sein: Petrus hieß der Legende nach ursprünglich Simon, war Fischer, konnte fließend Hebräisch und Griechisch. Er wurde später der erste Bischof Roms. 

Er war jahrelang ein treuer Begleiter von Jesus, der ihm auch den neuen Namen gab. Als Jesus allerdings eines Tages gefangen genommen wird, bestreitet Petrus, ihn zu kennen. Petrus zweifelt zwischendurch immer wieder an Gott. „Genau auf diesem schwachen Menschen baut die Kirche heute auf“, sagt Crone, „denn jeder von uns hat mal schwache Momente.“ 

Auch Paulus zweifelte lange Zeit an der Geschichte von Jesus. Er war Rabbiner, unterstützte die Pläne der römischen Herrscher, Jesus zu kreuzigen, und hatte bis zum Schluss das römische Bürgerrecht. Crone: „Viel hatten Paulus und Petrus nicht gemein – aber sie sind beide gestorben, weil sie sich am Ende hinter Jesus gestellt haben – sie waren Märtyrer.“ 

Die Anfänge der Kirche waren alles andere als einfach – Jesus wurde wegen der ihm nachgesagten Gaben vom römischen Staat als politischer Schwerverbrecher gesucht, verurteilt und gekreuzigt. Zwar lebten Petrus und Paulus ihre Religion ganz unterschiedlich aus, Petrus war sehr traditionsbewusst und Paulus strebte nach neuen Formen. Aber sie starben der Überlieferung zufolge letztlich beide, weil sie sich zum christlichen Glauben bekannten.

„Wer für seinen Glauben einsteht, auch wenn er dafür ums Leben kommt, der ist heilig“, sagt Crone. Petrus sei ebenso wie Jesus gekreuzigt worden, Paulus habe durch seinen höheren Stand die Möglichkeit gehabt, durch ein Schwert zu sterben. Crone: „So unterschiedlich beide gewesen sind: Paulus und Petrus standen trotzdem am Ende für das Gleiche ein – das ist doch ein gutes Sinnbild für die Kirche.“

Die Gemeinde St. Peter und Paul

Die katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Neustadt hat ihren Sitz  am Bischof-Ketteler-Platz 1 unweit der KGS. Zur Gemeinde gehören nach eigenen Angaben rund 4900 Mitglieder aus allen 33 Ortsteilen, das sind rund zwölf Prozent der Neustädter Bevölkerung. Kirchenchor und eine eigene Band gehören ebenso zur Gemeinde wie das Familienzentrum St. Peter und Paul an der Wunstorfer Straße. Lebendiges Kirchenleben gibt es im Bastelkreis und für junge Senioren in der Gruppe 60Plus. Weitere Seniorengruppen in der Kernstadt und den Ortsteilen sowie ein Besuchsdienst nicht nur für die Gemeindemitglieder runden das Angebot ab.  Zu den Bausteinen der Jugendarbeit zählt die Pfadfindergruppe vom Stamm Peter und Paul.

Die Gemeinde wird geleitet von Pfarrer Andreas Körner. Zum Pastoralteam zählen außerdem Pastor Martin Tigges, Claus Crone als Diakon sowie die Gemeindereferenten Claudia Schwarzer und Winfried Gburek. 

Die Gemeinde verfügt im Stadtgebiet über drei Gotteshäuser. Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Neustadt sind das die Filialkirchen Herz Jesu in Hagen und St. Johannes Apostel in Poggenhagen.  ars

Von Leonie Zimmermann

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