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Neustadt Bordenauer will die Verkehrswende vor Ort ankurbeln
Umland Neustadt Bordenauer will die Verkehrswende vor Ort ankurbeln
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13:39 15.03.2019
"Mobilität beginnt im Kopf", sagt Sven Dechow. Zuhause in Bordenau hat er neben dem alten Diesel auch ein E-Auto und verschiedene Fahrräder unter dem Carport stehen. Quelle: Mario Moers
Bordenau

Zwischen zwei und drei Stunden ist Sven Dechow täglich unterwegs. Bei Wind und Wetter fährt der Berufsschullehrer aus Bordenau zu seiner Arbeit in Nienburg und zurück – bis zu 14 000 Kilometer im Jahr. Die Erfahrungen, die er dabei gemacht hat, haben den Fahrzeugtechnik- und Sportlehrer verändert. Die Zeit mit sich allein auf dem Rad nutzt er, um sich mental auf den Tag vorzubereiten. „Das spart den Psychiater und das Fitnessstudio“, sagt er. Die „Auto Motor und Sport“ liest der Autofan immer noch gerne, aber wo immer es sich anbietet, greift er auch auf sein Elektro-Auto oder das Fahrrad zurück.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach dient Sven Dechow auch als "Tankstelle" für sein E-Auto. Quelle: Mario Moers

Inzwischen betreibt Dechow neben seinem Lehrerberuf eine Fahrradwerkstatt und berät Menschen, die den Wandel der Mobilität selbst mitgehen wollen. In Kooperation mit der Dorfwerkstatt Bordenau lädt Dechow für Dienstag, 19. März, und im Mai zu sich nach Hause ein, um über die Chancen und Hürden von E-Mobilität und Radfahren zu sprechen. Dechow ist sich sicher: Der Umstieg vom Auto auf einen Mobilitäts-Mix lohnt sich längst nicht mehr nur für Umwelt-Idealisten oder Fahrrad-Freaks. Mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, lässt sich damit langfristig auch viel Geld sparen.

Die Hürde im Kopf

Hier wird geradelt. Der Aufsteller vor Sven Dechows Haus weist auf seine Leidenschaft hin. Quelle: Mario Moers

„Es gibt einen unglaublichen Informationsbedarf“, sagt Dechow. Mit einem eigens entwickelten Mobilitätskonzept will der 51-Jährige helfen, die Verkehrswende auch im Neustädter Umland anzuschieben. „Vor Ort ist dieser Prozess derzeit doch ziemlich träge“, sagt er. Seine Ansatz, den er in den Vorträgen und auf Wunsch in einer persönlichen Beratung vertritt, ist pragmatisch. „Wenn man sich von der Angst löst, mit der die Abkehr vom Verbrenner besetzt ist und anfängt zu kombinieren, dann funktioniert es“, sagt er. Konkret bedeutet das etwa, zu überlegen, wann sich ein E-Bike oder ein E-Auto lohnt oder welche Anforderungen das eigene Fahrrad erfüllen sollte, um die alltäglichen Kurzstrecken damit zurückzulegen. „Man kann das heute schon zu 100 Prozent umsetzen, ohne seine Komfortzone zu verlassen“, ist sich Dechow sicher.

Der Informationsabend „Mobilität beginnt im Kopf“, findet am Dienstag, 19. März, von 19 bis 21 Uhr in der Pölitzer Straße 4 in Bordenau statt. Ein weiterer Termin ist am Dienstag, 7. Mai. Die Veranstaltungen sind kostenlos. Um Anmeldung unter Telefon (05032) 963244 oder per E-Mail an dechow@bbs-nienburg.de wird gebeten.

Von Mario Moers

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