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Neustadt Streit um Holzeinschlag im Schutzgebiet
Umland Neustadt Streit um Holzeinschlag im Schutzgebiet
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17:49 14.03.2019
Zahlreiche gefällte Buchen liegen am Waldweg im Basser Forst. Quelle: privat
Basse/Mariensee

Zahlreiche Buchen haben die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) am Montag im Basser Forst schlagen lassen. Da das Waldstück an der Leine zwischen Basse und Mariensee als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) geschützt ist, schlägt der ehemalige Naturschutzbeauftragte Edgar Schippan Alarm. Der streitbare Otternhagener lebt inzwischen im Mecklenburgischen, pflegt aber Kontakte nach Neustadt und bekam Bilder von der Einschlagaktion zugespielt.

Es handle sich bei dem Wald um einen der wertvollsten Altholzbestände der Region Hannover, in dem zahlreiche seltene Brutvogelarten beobachtet worden sind, wie Spechte, Rot- und Schwarzmilan, Waldschnepfe, Waldkauz und Waldohreule, außerdem mehrere Fledermausarten, sagt Schippan. Er befürchtet, dass mit dem Einschlag ihr Lebensraum drastisch gestört, zum Teil auch vernichtet worden ist, hat Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover gestellt.

Försterin: Einschlag diente dem Naturschutz

Försterin Niebel sagt, die Aktion sei mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen gewesen, sie habe ausschließlich der ökologischen Aufwertung und Pflege der Fläche gedient. Die Buchen hätten ein Eichen-Altholz bedrängt. „Die Eiche als Lichtbaumart wird von der Schattenbaumart Buche überwachsen und so mittelfristig aus dem Waldbestand verdrängt“, sagt sie. Um die Eichen zu halten, hätten einige Buchen entfernt werden müssen. Gerade die angesprochenen Vogelarten insbesondere die Spechte bräuchten lichte Waldstrukturen, der Mittelspecht sei sogar an die Eiche als Lebensraum gebunden.

Niebel versichert, um Ertrag sei es bei der Aktion nicht gegangen, aus dem geschützten Bestand nur wenig Holz entnommen worden. Allerdings sei der Klingemannweg, der auf den Bildern zu sehen ist, die einzige Möglichkeit, die Holzstapel (so genannte Polter) abzulagern und später abzutransportieren. Deshalb hätten dort auch Stämme aus anderen Abschnitten des Waldes gelegen.

Regionssprecher Klaus Abelmann bestätigt, dass die Aktion mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen gewesen sei. Es gehöre zum gemeinsam erstellten Managementplan, Buchen zu entnehmen, um die Eiche zu fördern. „Grundsätzlich führen die NLF die Maßnahmen in eigener Verantwortung durch“, sagt Abelmann. „Wir werden dennoch um einen kurzfristigen Ortstermin bitten, um den Sachverhalt zu klären“, versprach Abelmann.

Von Kathrin Götze

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