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Neustadt Heimatkunst: Ausstellung zeigt Ortsporträts
Umland Neustadt Heimatkunst: Ausstellung zeigt Ortsporträts
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00:18 12.01.2019
Leon Rabe hat Karl den Großen in sein Luttmersen-Bild eingebaut. Quelle: Benjamin Behrens
Neustadt

Jeder Neustädter hat wohl etwas, das ihm sofort bei seinem Heimatort einfällt. 34 Bilder mit für den Ort typischen Motiven sollen in Zukunft den Bahnhofstunnel schmücken. Am Dienstag eröffnete eine Ausstellung mit 18 der Arbeiten auf der Galerie der Sparkasse – sie bringt überraschende Geschichten und Talente zutage.

Bis die Bilder tatsächlich auf robustes Alu-Verbundmaterial gedruckt im Bahnhofstunnel zu sehen sein werden, ist Geduld gefordert. Erst im April bis Mai soll alles fertig sein. Entsprechend groß war das Interesse schon bei der Eröffnung, rund 60 Besucher wollten vorab einen Blick auf die Bilder werfen.

„Habt ihr das gemacht?“, fragte Karin Hess. Lisa Marie Mattheis und Tyler Westphal nickten eifrig. „Ganz toll, ich bin begeistert“, lobte die Helstorfer Künstlerin die beiden zehnjährigen Schüler der Grundschule Hagen.

Durch Hagen rollt der Ortsname auf Pfefferminz

Lisa Marie Mattheis und Tyler Westphal (beide 10) haben ein Bild für Hagen entworfen. Quelle: Benjamin Behrens

Die Kirche samt Friedhof prägt die linke obere Ecke, Felder, Bahngleise und der Schulhof bestimmen den Rest. Fast alle ihre Motive haben einen persönlichen Bezug, etwa ein Gedenkstein, der auf dem Schulhof liegt. „Da sind wir immer draufgeklettert“, sagt Tyler. Mitten durch das Bild rollt ein Zug, der den übergroßen Ortsnamen zieht. „Die Räder sehen aus wie Pfefferminzbonbons“, meint Tyler. Das Malen habe mächtig Spaß gemacht, bestätigt auch Teampartnerin Lisa Marie

Graffiti für Karl den Großen

Leon Rabe kommt aus der Graffiti-Kunst. Für Luttmersen hat er Motive aus der Ortsgeschichte mit Schablone und Sprühdose gestaltet. Quelle: Benjamin Behrens

Graffiti-Künstler Leon Rabe hatte Großes vor mit seinem Entwurf für Luttmersen. Auf stolzen 100 mal 280 Zentimetern fliegen Vögel das alte Trafohäuschen mit Nistkästen an, Störche brüten, die Jürse plätschert an einem Schloss vorbei, darüber blickt Karl der Große in die Ferne. „Es sollte zusammenklappbar sein, wie ein Buch“, sagte Rabe. Der Entwurf ließ sich nicht genauso umsetzen, dafür erleichtert die Aufteilung jetzt den Transport. Der 23-jährige ist tief in die Ortsgeschichte eingestiegen. „Karl der Große war auch in Luttmersen, das habe ich aus der Dorfchronik“, sagt Rabe. Der Himmel besteht aus bunten Vierecken, die in Kreisen angeordnet sind. „Mein erster Gedanke waren Kirchenfenster“, sagt Rabe über die Idee. Schablonen, exaktes Abkleben und mehrere Durchgänge mit der Sprühdose waren zur Umsetzung nötig.

Graffiti nach Schablone für Luttmersen, Malerei in Öl für Mardorf, Pigmentstifte aus Niedernstöcken – in verschiedenen Techniken haben rund 50 Neustädter Kunst für den öffentlichen Raum geschaffen.

Oh wie schön ist Mardorf

Grundschullehrerin Anja Pfeiffer hat sich für Mardorf als Motiv entschieden. Quelle: Benjamin Behrens

Grundschullehrerin Anja Pfeiffer hat nicht nur ihre Hagener Schüler unterstützt, sie hat sich selbst vom ihrem Lieblingsort im Neustädter Land inspirieren lassen: Mardorf. Schon als Kind war die Hannoveranerin viel in dem Ort am Nordufer des Steinhuder Meeres unterwegs, seitdem sie in Neustadt arbeitet, hat sich die 40-Jährige endgültig in den Mix aus Segelschiffen, Strand und Steinhuder Meer verliebt. „Der Fliegenpilz musste mir rein“, sagt Pfeiffer über den beliebten Kiosk am Warteweg, dessen Porträt sie in Ölfarbe am Bildrand versteckt hat. „Ich habe noch nie mit Öl gearbeitet. Da ist es schön, wenn man einen Meister als Anleitung hat“, sagt Pfeiffer und meint damit Marek Konarski.

Der Marienseer Künstler und seine Frau Anna Niffka-Konarski haben den Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen bei der Umsetzung geholfen. „Es hat uns sehr viel Spaß gemacht“, sagt Niffka-Konarski, die sich um die Projektorganisation kümmert.

Info: Bis zum 31. Januar ist die Ausstellung in der Sparkassen-Filiale, Marktstraße 34, zu den normalen Öffnungszeiten montags, 9 bis 13 und 14.30 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 13 und 14.30 bis 19 Uhr, sowie mittwochs und freitags, 9 bis 13 Uhr, zu sehen.

Von Benjamin Behrens

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