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Neustadt Giftiges Kreuzkraut wird kaum bekämpft
Umland Neustadt Giftiges Kreuzkraut wird kaum bekämpft
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17:21 25.07.2018
Jakobs-Kreuzkraut gedeiht an vielen Stellen im Neustädter Land, wie etwa hier an der Mecklenhorster Straße. Quelle: Benjamin Behrens
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Neustadt

Mit seinen typischen gelben Blüten sieht das Jakobs-Greiskraut, umgangssprachlich auch Jakobs-Kreuzkraut genannt, ja ganz schön aus. Doch das Gewächs ist giftig für Tiere und Menschen. Es gedeiht (nicht nur) im Neustädter Land an Straßenrändern und auf Wiesen.

„Die Stadt hat nur bedingt die Möglichkeit wild wachsendes Jakobs-Kreuzkraut nachhaltig zu entfernen“, sagt Stadtsprecherin Kathrin Kühling. Das Bundesnaturschutzgesetz regele, welche Pflanzen von den Kommunen entfernt werden müssen, so Kühling. „Das Jakobs-Kreuzkraut gehört als heimische Pflanze jedoch nicht dazu.“

Die Stadt könne ohnehin nur auf städtischen Flächen tätig werden. Mechanisches Entfernen, wie etwa Ausgraben, wäre sehr kostspielig. „Ein Einsatz von chemischen Giftstoffen ist vor allem auf Spielplätzen nicht erlaubt und auch nicht immer wirkungsvoll“, sagt Kühling. Zudem gehöre die Pflanze nicht zu denen, die laut Verordnung auf Spielplätzen entfernt werden müssten.

„Der städtische Bauhof ist trotzdem sensibilisiert und wird im Rahmen der regelmäßigen Spielplatzkontrollen das Aufkommen von Jakobs-Kreuzkraut genau beobachten und entsprechend handeln.“ Das gleiche gelte in der Nachbarstadt Wunstorf, wie der dortige Rathaussprecher Alexander Stockum berichtet. „Wir kümmern uns auf unseren Flächen darum, sinnvoller wäre aber nur ein überörtliches Vorgehen“, sagt er.

Gift ist schädlich für Mensch und Tier

Die zwei- bis mehrjährige Pflanze erreicht eine Höhe von 30 bis 100 Zentimetern, die Blütezeit reicht von Juni bis September. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beschreibt in einem Merkblatt zu dem Kraut außerdem den typischen sogenannten gefiederten Blattstand.

Jakobs-Greiskraut enthält in allen Pflanzenteilen Pyrrolizidin-Alkaloide, welche in der Leber zu giftigen Substanzen verstoffwechselt werden und das Organ schädigen. Alle Kreuzkrautarten sind aufgrund ihres Alkaloidgehaltes schädlich, sie variieren aber stark, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilt. Das Jakobs-Kreuzkraut gehöre dabei zu den giftigeren Arten. „Pferde reagieren empfindlicher als Rinder, gefolgt von Schafen und Ziegen“, schreibt die Landwirtschaftskammer.

Gerade auf landwirtschaftlichen Flächen waren Landesbetrieb und Landwirtschaftskammer einstimmig davor, die Pflanze ins Heu gelangen zu lassen. „Die Pflanze wird in der Regel von erfahrenen Tieren aufgrund ihres bitteren Geschmackes gemieden. In Heu und Silage verliert das Jakobs-Greiskraut diese Geschmackseigenschaften, behält jedoch seine Giftigkeit“, schreibt das NLWKN. Weil das Kraut häufig Lücken im Bewuchs besiedelt, könne es schon helfen, auf Wiesen und Weiden die Grasnarbe geschlossen zu halten und Schäden zu vermeiden.

Auf Flächen, die für die Heugewinnung gedacht sind, raten NLWKN und Landwirtschaftskammer die Fläche vor der Blüte des Krauts zu mähen und so die weitere Aussamung zu verhindern. Keinesfalls sollte das Schnittgut auf der Fläche verrotten, es muss abtransportiert werden. Alternative sei, die noch nicht ausgesamten Pflanzen auszustechen oder auszureißen. „Das übernehmen oft Freiwillige vor Ort, wie etwa der NABU“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Die Region selbst habe kein Programm gegen das Kraut.

Von Benjamin Behrens

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