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Neustadt Klimaschutzagentur geht auf Heizungsvisite
Umland Neustadt Klimaschutzagentur geht auf Heizungsvisite
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15:56 31.08.2018
Nino Biering überprüft den Brennwertkessel im Heizungskeller von Karin Porscha (hinten). Quelle: Benjamin Behrens
Schneeren

Wenn Energieberater Nino Biering seinen Job macht, dann ist das manchmal Detektivarbeit. Energieverschwender überführt der Experte mit Fachwissen, genauem Hinsehen und Taschenrechner. Biering und 19 Kollegen sind als Energieberater für die Klimaschutz-Agentur der Region Hannover unterwegs. Noch bis zum 14. September kommen sie kostenlos zur Heizungsvisite vorbei, als Teil einer gemeinsamen Aktion mit der Stadt Neustadt.

Das Objekt für den Hausbesuch am Freitag: Ein rotes Klinkerhaus, an der Straße in den Kiefern 25, Baujahr 1963, bewohnt von Karin Porscha, Mutter von Schneerens Ortsbürgermeister Stefan Porscha. „Man kann bei verschiedenen Bauteilen im Haus ansetzen, wir legen den Fokus auf die Heizungsanlage“, erklärt Christoph Felten von der Klimaschutzagentur. „Das ist nicht immer die erste, aber häufig eine schnelle und kostengünstige Maßnahme“, sagt Felten. Wenn andere Probleme auffallen, werden die natürlich auch angesprochen, versichert er.

Die Tour beginnt vor dem Haus. Isolierungen von Außenwänden, Fenstern und Dach sind wichtige Ansatzpunkte, über die sich viel bewirken lässt. „Stellen Sie sich vor, Sie kochen Wasser und lassen den Topfdeckel weg“, sagt Biering über das Problem. Auch wenn Biering natürlich immer wieder mit Fachbegriffen jonglieren muss – es soll alles verständlich bleiben. Einsparungspotenzial sei fast immer da. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Leute gar nicht genau wissen, was an Energie verbraucht wird. Was das Auto verbraucht, weiß jeder“, sagt Felten.

Nächste Station: der Garten. Fachmann Biering begutachtet das Dach und überprüft per Kompass die Ausrichtung. Die Süd-West-Ausrichtung sei nicht ideal für Solarzellen, „aber eine Solarthermie-Anlage könnte Sinn machen, die die einzelnen Wasserboiler im Haus unterstützt“, sagt er.

Auf dem Weg in den Heizungskeller fällt der Blick auf einen der Rippenheizkörper. „Fast ein Museumsstück“, sagt Felten. Mit dem passenden und richtig eingestellten Brennwertkessel könnte die Gasheizung damit dennoch gut arbeiten. „Wir schauen auf die Heizung an sich. Was haben wir für eine Technik hier hängen, wie effizient ist sie, sind die Temperaturen richtig eingestellt, das sind alles Fragen die wir beantworten“, sagt Biering.

Mitunter sind es kleine Veränderungen, die viel bringen, etwa die Rohre rund um die Anlage alle zu isolieren – im Keller von Karin Porscha sind nur einige Leitungen mit Dämmstoffen umwickelt. „Wenn man die Rohroberflächen zusammen nimmt, kommen schnell mal drei bis vier Heizkörper zusammen, das erhöht den Energieverbrauch“, sagt Martin Schultze vom Klimaschutzmanagement der Stadt.

Nino Biering hat ein veraltetes Schutzventil als Wärmeverschwender identifiziert. Quelle: Benjamin Behrens

„Wie ist das eigentlich, wenn ich jetzt Wäsche aufhänge“, fragt die Hausherrin. „Das ist kein Problem. Aber eigentlich dürften Heizräume nicht warm sein. Ein kühler Raum ist ein Zeichen, dass das Gerät wenig Verluste hat“, sagt Schultze.

Nino Biering (links) und Christoph Felten berechnen den Energieverbrauch des Hauses. Quelle: Benjamin Behrens

Bierings Fazit am Ende der Visite: „Die Heizung kommt nicht schlecht weg.“ Mit kleineren Isolierungen an Fenstern, Außenwand und im Dachgeschoss können die Hausbesitzer die Energiebilanz schon verbessern, auch ein moderner Brennwertkessel bringt viel. „Es hat viel gebracht, man wird ja doch auf das ein oder andere hingewiesen“, sagt Stefan Porscha.

Info: Die Aktion läuft noch bis zum 14. September. Eine Anmeldung ist möglich unter (05 11) 22 00 22 88 oder online unter www.gutberatenstarten.de. Voraussetzung: Die Anlage ist älter als fünf Jahre.

Von Benjamin Behrens

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