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Neustadt Klassentreffen nach 67 Jahren
Umland Neustadt Klassentreffen nach 67 Jahren
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00:16 12.07.2018
Haben 1951 ihren Abschluss gemacht: Horst Rieke (von links), Horst Ridder, Anni Winkler, Joachim Opitz, Helma Dempewolf, Heinz Koslowski, Elisabeth Brinkmann und Rolf Neubauer. Quelle: Benjamin Behrens
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Neustadt

Exakt 67 Jahre ist es her, dass 29 Schüler in Neustadt ihren Abschluss gemacht haben. „Wir haben uns seitdem nie aus den Augen verloren“, sagt Anni Winkler. Am Wochenende war es wieder soweit, ein Klassentreffen stand an. Es begann mit einem Kaffeetrinken, danach stand Prickelndes auf dem Programm . Hans-Jürgen Eggebrecht führte durch die Sektkellerei Duprès im Schloss Landestrost. „Was habe ich denn eigentlich für eine Gruppe hier?“, fragte Eggebrecht. „Wir sind 1951 aus der Mittelschule entlassen worden“, antwortete Horst Ridder. Acht von ihnen haben sich zum Treffen auf den Weg gemacht; alle sind sie mittlerweile 83 oder 84 Jahre alt.

Ihr Berufsleben hat sie in die unterschiedlichsten Richtungen gebracht, manche leben längst nicht mehr in Neustadt. Doch wer die Gruppe erlebt, merkt schnell das nichts an Vertrautheit verloren ging. Als Anni Winkler nach der Sektprobe ihren Rollator die Kellertreppen hinauftragen will, möchte Joachim Opitz helfen. Sie lehnt ab. „Ich muss es sonst auch allein schaffen“, sagt Winkler, die das Treffen organisiert hat. „Sie hatte schon damals einen starken Willen“, sagt Opitz.

Der Besuch in Neustadt holt viele Erinnerungen hervor. Unter dem Amtsgarten am Schloss war während des Krieges ein Luftschutzbunker mit einem Wassergraben in der Nähe des Eingangs. Wenn die Sirenen heulten, rannten die Schüler in den Bunker.

Hans-Jürgen Eggebrecht erklärt der Gruppe die Sektherstellung bei Duprès. Quelle: Benjamin Behrens

Der Krieg prägte die Schulzeit. Opitz, Heinz Koslowski und Rolf Neubauer hatten einen gemeinsam Schulweg aus Mandelsloh. „Es gab keinen Bus, wir fuhren mit so einem Blechwagen von der Wehrmacht“, sagt Neubauer. Auch die Schulspeisung gehörte zur Kindheit. „Am besten schmeckte die Bohnensuppe“, erinnert sich Helma Dempewolf.

Nach dem Krieg waren die Schüler der erste Jahrgang, der 1950 wieder auf Klassenfahrt gehen konnte. Die Jugendherberge in der Nähe von Rüdesheim am Rhein lag mitten in einem Weinberg. „Die Jungs sind nachts los und haben Wein geholt“, erinnert sich Winkler. „Für viele war das die erste Erfahrung mit Alkohol“, sagt Neubauer und lacht. Es wurde eine fröhliche Runde – wie jetzt auch wieder.

Eine andere Abschlussklasse hat jetzt um Gunthild Meyer und Klaus Ridder hat jetzt ebenfalls auf die gemeinsame Schulzeit zurückgeblickt – nach 60 Jahren trafen sich die ehemaligen Neustädter Mittelschüler in Bremen.

Von Benjamin Behrens

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