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Neustadt DLRG-Wachstation braucht dringend Sanierung
Umland Neustadt DLRG-Wachstation braucht dringend Sanierung
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12:42 22.07.2018
Astrid Wassermann steht im Aufenthaltsraum mit Küche. Quelle: Benjamin Behrens
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Mardorf

Sonnenschein und hohe Temperaturen haben in den vergangenen Wochen viele Badegäste an die Weiße Düne in Mardorf gelockt. „Noch ist es aber recht ruhig am Strand. Das geht erst in den kommenden Wochen richtig los“, sagt Astrid Wassermann. Sie weiß wovon sie spricht. Die 46-Jährige Rettungsdienstleisterin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) blickt auf mehr als 30 Jahre Wachdienst am Binnensee zurück; in den vergangenen drei Jahren waren es jeweils acht Wochen am Stück, die sie in der DLRG-Station verbrachte.

Badestrand Weiße Düne am Nordufer Quelle: Mirko Bartels

Seit auch in Nordrhein-Westfalen Sommerferien sind, ist es nun richtig voll am Strand, erklärt Wassermann. Für sie und das DLRG-Team kein Problem – denn für die Badegäste sind die Lebensretter eigentlich gar nicht zuständig. „Natürlich helfen wir im Notfall, versorgen Verletzungen und helfen bei kleinen Unfällen. Die Beobachtung des Badebetriebes könnten wir aber nur durchführen, wenn wir einen Rettungsturm hätten und die Möglichkeit, den Strand im Notfall zu schließen, wenn zum Beispiel wegen schlechtem Wetter Gefahr im Verzug ist“, sagt die Rettungsdienstleiterin. Der Dienst der DLRG beschränke sich zur Zeit auf die Bergung und den Transport von Verletzten bei Bootsunfällen oder aus anderen Gefahren.

Die Retter auf ihrem Boot Quelle: Mirko Bartels

Die Saison an der Station Weiße Düne beginnt für die ehrenamtlichen Lebensretter Mitte März und endet im November. In der Sommerferien-Saison, in diesem Jahr zwischen 28. Juni und 28. August, ist die Wache täglich besetzt – sonst nur an den Wochenenden. In der Woche mit vier, am Wochenende mit sechs Aktiven. In zwölf Minuten müssen die Retter im Ernstfall vor Ort sein. Erreicht werden kann die Station über den offiziellen Notruf 112.

Einfacher sei es in den vergangenen Jahren nicht geworden, junge Menschen für den Dienst zu motivieren. „Eine vollständige Mannschaft besteht aus einem Bootsführer, einem Wachdienstleiter, zwei Rettungsschwimmern und am Wochenende zusätzlich aus zwei Sanitätern“, schildert Wassermann. Es sei für die Aktiven schwieriger geworden, die Auflagen zu erfüllen. Zeit- und kostspielige Ausbildungen wollen geleistet sein. Nicht jede Ortsgruppe kann bei den Kosten unterstützen. Die Zeiten, in denen die DLRG jedes Wochenende vier Stationen besetzen konnte und es Wartelisten für die Teilnahme an den Wachen gab sind lange vorbei.

Auch die Ansprüche der Aktiven haben sich geändert. „Wir haben in unserer Station an der Weißen Düne keinen ordentlichen Fernsehempfang und nur sehr schlechtes W-LAN“, sagt Wasserman. Das sei unattraktiv für die Wachgänger, wenn sie das ganze Wochenende oder in den Ferien mehrere Wochen im Einsatz seien. Dass es nur einen Schlafraum gebe und die Wachhabenden gelegentlich im Sanitätsbereich schlafen müssen, mache es nicht besser.

In den Sommerferien ist die DLRG-Station an der Weißen Düne dauerhaft besetzt. Die Einsatzkräfte beklagen den Zustand der Station, schlechtes Internet, Schimmel und kleine Räume sind ein Problem.

Andere Mängel sind noch gravierender. In den Schlafräumen und Sanitätsbereich tauche immer wieder Schimmel auf. Den beseitigen die Aktiven in Eigenregie – aber natürlich nur an der Oberfläche. Bei starkem Regen laufe das Wasser auch schon mal in die Wohnbereiche, sagt die Wachdienstleiterin.

Vermieter der Station ist die Region Hannover. Der sei der schlechte Zustand bekannt, erklärt Sprecherin Christina Kreutz auf Anfrage. Zuletzt habe die Region 2016 Malerarbeiten durchführen lassen, einen Wasserschaden behoben und neue Fußleisten angebracht. Es sei geplant, im Herbst die Toilettenanlage an der Weißen Düne zu sanieren. Ob in diesem Zuge auch das DLRG-Gebäude instand gesetzt werden könne, werde noch geprüft.

Von Mirko Bartels

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