Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Neustadt Schüler lernen Wiederbelebung im Klinikum
Umland Neustadt Schüler lernen Wiederbelebung im Klinikum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:52 17.10.2018
Kevin Stachon (von links) Jana Nölke und Hmar Omar üben die Herzdruckmassage an einem Dummy. Angeleitet werden sie von Wolfgang Dreyer (Zweiter von links) pflegerischer Leiter der Intensivstation und Dr. Jürgen Tempel, ärztlicher Leiter der Notaufnahme. Quelle: Steffen Ellerhoff/Klinikum Region Hannover
Neustadt

Aus den Lautsprechern tönen die Bee Gees. Ihr Lied „Stayin' Alive“ von 1977 liefert genau den richtigen Beat für eine Herzdruckmassage – nur mitsingen sollte man vielleicht nicht. 100- bis 120-mal in der Minute – das ist der richtige Rhythmus, um einen Menschen am Leben zu halten, der einen plötzlichen Herzstillstand erleidet.

Im Klinikum Neustadt lernten am Dienstag rund 150 Schüler der Berufsbildenden Schule (BBS) Neustadt von den Spezialisten der Notfall-, Herz- und Intensivmedizin. Der 16. Oktober war dieses Jahr zum ersten Mal weltweit „Tag der Wiederbelebung“. „Leben retten ist im Grunde ganz einfach“, sagt Dr. Bernhard Vieregge, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Klinikum Neustadt. „Mit Hilfe der Puppen, die wir hier den Jugendlichen für das Training zur Verfügung stellen, wollen wir vor allem helfen, die erste Scheu beim Eingreifen zu nehmen.“ Mit dem Dummy lassen realistisch Beatmung und Herzdruckmassage simulieren.

Einen Vormittag lang hatten Schüler der BBS die Gelegenheit, sich von den Spezialisten die Zusammenhänge zwischen einem Herzstillstand und den richtigen Schritten, wie man dem Betreffenden helfen kann. Denn gerade die ersten Minuten sind besonders wichtig. Jedes Jahr erleiden über 50.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses.

Ihre Überlebenschance hängt an wenigen Minuten. Denn das Gehirn beginnt bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bereits nach nur drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss unwiederbringlich zu sterben. „Das ist ein wichtiges Zeitfenster, in dem man mit einer sofortigen Herzdruckmassage Leben retten kann“, sagt Vieregge. Im Schnitt benötige der Rettungsdienst jedoch acht Minuten oder länger bis zum Eintreffen. Diese Zeit müsse von Ersthelfern überbrückt werden.

Das Spezialisten-Team aus dem Krankenhaus verdeutlichte die wichtigen Schritte im Fall der Fälle: Prüfen, Rufen, Drücken. Im Ernstfall muss man erst prüfen, ob die kollabierte Person noch atmet. Dann muss man den Rettungsdienst alarmieren und dann umgehend mit der Herzdruckmassage beginnen – und dabei immer an die Bee Gees denken.

Von Benjamin Behrens

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Straße Am Dorfteich in Bordenau ist nach Umbau wieder eröffnet. Der Erschließungsweg für Schule, Kindergarten, Sportplatz und Dorfgemeinschaftshaus ist jetzt verkehrsberuhigter Bereich.

20.10.2018

Segelvereine, ÖSSM, Naturparkverwaltung, Region und Bauhof haben in einer Gemeinschaftsaktion Müll im östlichen Schilfgürtel am Steinhuder Meer gesammelt. Sie nutzten den niedrigen Wasserstand.

20.10.2018

Musik und Text im fröhlichen Zwiegespräch verspricht der Sonntagnachmittag in der Kapelle Metel. Der Freundeskreis lädt zur Aufführung „Deutscher Wortwitz trifft auf ungarische Melancholie“ ein.

19.10.2018