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Gymnasiasten treffen einen, den der Klimawandel trifft

Neustadt Gymnasiasten treffen einen, den der Klimawandel trifft

Wie erlebt ein Grönländer eigentlich den Klimawandel? Der 24-Jährige Inuk Peter Frederik Olsen erklärt Elftklässlern in Neustadt, warum er heute nur noch selten ein Alpenschneehuhn jagen kann.

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Peter Frederik Olsen (24) ist Inuk und isst am liebsten die eingeborenen Tiere seines Landes, die seiner Familie seit Jahrhunderten zur Nahrung dienen. Vor Neustädter Gymnasiasten berichtet er, wie der Klimawandel das Leben in Grönland verändert.

Quelle: Mario Moers

Neustadt. Peter Frederik Olsen ist Inuk (aus dem Volk der Inuit). Schon als Kind lernte der 24-Jährige Grönländer die Jagd auf die heimischen Tiere seines Landes – Robben, das Alpenschneehuhn, Rentiere und später sogar Polarbären und Wale. In der Aula des Gymnasiums in Neustadt zeigt er ein Foto von seiner Mutter, die gerade eine Robbe häutet und einen Eintopf aus Walfleisch. „In Grönland jagt niemand als Hobby, es ist die Grundlage der Ernährung und der größte Wirtschaftszweig“, erklärt Olsen.

Biologielehrer Andreas Ruhnow-Thieße hat den jungen Mann aus dem Eis eingeladen. Seit einigen Jahren bietet das Gymnasium in der Oberstufe ein Nachhaltigkeitsseminar an. Durch die persönliche Begegnung mit Olsen sollen die Schüler einen Eindruck gewinnen, wie sich der Klimawandel in anderen Weltregionen auswirkt. 

„Die intellektuelle Brücke zu schlagen von der Theorie zur eigenen Verantwortung ist ein wichtiger Sprung“, findet Ruhnow-Thieße. Fasziniert und an Stellen irritiert hören die Elftklässler, wie die Kälte und das Eis das Leben der Inuit bestimmt – und wie sich ihre Welt verändert. „Als ich ein Kind war, kamen jedes Jahr unzählige Alpenschneehühner in meine Heimatstadt. Heute sind sie selten geworden“, gibt Olsen ein Beispiel. Wärmere, trockenere Sommer raubten den Vögeln die Lebensgrundlage. Bestimmte Beerensorten wachsen schlechter als früher.

Auch das Eisfischen, ursprünglich ein wichtige Nahrungsquelle vieler Grönländer wird schwieriger, weil die Eisschicht zentimeter für Zentimeter abtaut. „Das alles geschah in der kurzen Zeitspanne in der ich lebe“, sagt Olsen, der für ein europäisches Studenten-Austauschprogramm des Netzwerks Jugend, Aktion, Natur- und Umweltschutz Niedersachsen Vorträge hält. Oft wird er dabei unterstützt von einem Partner aus einer anderen Extremklimazone im afrikanischen Malawi. 

Wenn der Klimaschützer Olsen keine Vorträge hält, lernt der studierte Touristenführer die deutsche Sprache. „Deutsche machen nach Dänen die größte Schjar unserer Besucher aus und der Tourismus ist der zweitwichtigste Wirtschaftssektor in Grönland“, erklärt er. 

Von Mario Moers

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