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Pattensen Benefizkonzert sammelt Spenden für Orgel
Umland Pattensen Benefizkonzert sammelt Spenden für Orgel
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15:30 12.09.2018
Die Orgel der St. Lucas-Kirche in Pattensen braucht eine umfassende Reparatur. Quelle: Kim Gallop
Pattensen-Mitte

Königin der Instrumente wird die Orgel genannt. Sie überwältigt mit einem gewaltige Rauschen und Brausen, verzaubert aber auch mit ganz zarten Tönen. Um die Orgel in einer Kirche herum spielt sich das musikalische Leben der Gemeinde ab – im Gottesdienst und bei Konzerten. Umso mehr gilt das für die St. Lucas-Kirche in der Altstadt von Pattensen, die durch ihren einzigartigen Innenraum einen perfekten Ort für musikalische und andere kulturelle Veranstaltungen bietet. Doch die Orgel in St. Lucas braucht eine umfassende Reparatur und Revision. Um dafür Spenden zu sammeln, treten am Sonnabend, 15. September, ab 17.30 Uhr fünf Künstler bei einem Benefizkonzert in St. Lucas auf.

Diese Künstler treten für die Orgel auf

Klaus Heuermann: Der Multiinstrumentalist Klaus Heuermann, der in Pattensen lebt, studierte klassische Musik und Jazz an der Hochschule der Künste Bremen und der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Er war in verschiedenen Orchestern in Deutschland unter anderem bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem NDR Sinfonieorchester tätig, aber auch für Theatermusiken und Musicals.

Er trat mit dem Havelka Streichquartett für den NDR-Hannover auf und ist Arrangeur/Komponist für verschiedene Popmusik-Projekte mit Streichern (u. a. mit Patrik Nuo, Marquess, Adoro, Siri Svegler)

Weiterhin arbeitete er mit verschiedenen nationalen und internationalen Jazzmusikern zusammen unter anderem mit dem Turtle Island String Quartett. Er war Bratscher des Jazz-Art Niedersachsen Crossover-Projektes 2010/2011 von Ulli Orth und Andy Mokrus. Unter dem Pseudonym „Hyerman“ hat er 2009 sein erstes Singer & Songwriter Soloalbum veröffentlicht. Ein Instrumentalalbum (Goes Groove) folgte im Frühjahr 2018. Als Tontechniker betreibt er sein eigenes Tonstudio „Calandia Tonstudio“ in Hannover / Pattensen. Außerdem ist er Violinist des 1920er-Jahre Musik & Comedy Ensembles „Grammophon & Schellack“. Als Jazzmusiker bewegt er sich im Neo-Swing mit Einflüssen aus Swing, Bebop & Cool Jazz.

Meta Hüper: Meta Hüper wurde in Hannover geboren, wuchs in Pattensen auf und begann ihre musikalische Laufbahn bereits in frühester Kindheit mit Klavier- und Geigenunterricht. Sie nahm erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teil und entdeckte schon im Schulchor ihre Leidenschaft für den Gesang.

Nach dem Abitur absolvierte sie ein klassisches Violinstudium u.a. bei T. Tomaszewski an der Universität der Künste (UdK) in Berlin und bei Prof. H. Shaham an der Rubin Musikakademie in Jerusalem. Zusätzlich studierte sie Opern- und Jazzgesang in Berlin und New York.

Nach ihrem Abschluss 2002 folgten Engagements unter anderem im Orchester der Deutschen Oper Berlin und dem Auckland Philharmonic Orchestra (Neuseeland). Im Crossover-Bereich arbeitet sie als musikalische Leiterin zum Beispie mit dem Trompeter Till Brönner und dem Rocksänger Helgi Björnsson zusammen. Als Gesangs-Solistin führten sie Konzertabende bis nach Singapur. Seit 2016 ist sie festes Mitglied bei Salut Salon. Als Sologeigerin trat sie mit dem Palastorchester und Max Raabe auf. Meta Hüper lebt aktuell in Berlin und tritt dort regelmäßig mit dem Capital Dance Orchestra und der Big Band der Deutschen Oper Berlin auf.

Maria Lantos: Maria Lantos ist in Ungarn geboren und begann im Alter von 11 Jahren in der Musikschule Bóly mit dem Trompetenunterricht. Sie studierte nach ihrem Abschluss am Musikgymnasium in Pécs ab 2010 Konzertfach Trompete an der Kunstuniversität Graz bei Prof. Uwe Köller. Neben ihrem Studium hatte sie die Möglichkeit bei verschiedenen Klangkörpern wie der Austrian Brass Band, der Oper Graz, dem Gustav Mahler Jugendorchester mitzuwirken. Von Januar 2015 bis Juli 2017 hatte sie einen Zeitvertrag in der Sächsischen Bläserphilharmonie als stellvertretende Soloflügelhornistin. Außerdem belegt Lantos seit Oktober 2016 das Masterstudium für Trompete an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Professor Jeroen Bearwerts. Seit ihrem Engagement in Deutschland konnte sie bei verschiedenen Projekten wie zum Beispiek im World Brass, European Brass Ensemble, Staatstheater Braunschweig und in der Staatskapelle Halle weitere Erfahrung sammeln.

Verena Spies: Verena Spies, die aus Pattensen stammt, ist aus ihrer Leidenschaft zur „Alten Musik“ bis hin zur zeitgenössischen Musik sowohl mit dem modernen Violoncello als auch mit dem Barockcello unterwegs. Die Musik brachte sie schon durch viele verschiedene Länder – das Cello stets als treuen Begleiter dabei.

Geboren in Hannover, begann Verena mit dem Cellounterricht bei Yasuko Ogata an der Musikschule Hemmingen. Ab September 2013 studierte sie Violoncello bei Antonio Meneses an der Hochschule der Künste Bern, wo sie 2016 den Bachelor of Arts – Musik Klassik erhielt. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie von Klaus Storck, Laszlo Fenyö, Guido Larisch, Viola de Hoog, Sigiswald Kujken und Lucy van Dael. Neben ihren verschiedenen kammermusikalischen Aktivitäten ist Spies Mitbegründerin des Barockcello-Trios „corde profonde“.

Ab Herbst 2016 studierte sie bei Lucia Swarts im Masterstudiengang am Koninklijk Conservatorium in Den Haag und schloss ihr Studium 2018 mit dem Master of Music für Violoncello und Barockcello ab. Jetzt ist sie Young Bach Fellow der „Nederlandsen Bachvereniging“.

Ulf Wellner: Ulf Wellner, geboren in Hannover, ist Kantor an St. Martini zu Minden und Dozent für Musikgeschichte an der Hochschule für Kirchenmusik Herford. Er studierte Kirchenmusik in Leipzig und Antwerpen (2003 A-Examen, 2008 Promotion). Von 2004 bis 2005 war er interimistisch Universitätsmusikdirektor in Leipzig, von 2009 bis 2013 wirkte er als Kantor an St. Jacobi zu Lübeck. Ulf Wellner ist international als Organist und Dirigent tätig. Schwerpunkte seiner musikwissenschaftlichen Forschung sind Michael Praetorius, das Norddeutsche Barock und Johann Sebastian Bach.

Die Orgel in St. Lucas wurde 1954 von der Orgelwerkstatt Hammer gebaut. Der Musikwissenschaftler und Organist Ulf Wellner, der bei dem Benefizkonzert dabei ist, bezeichnet das Instrument als „Kind ihrer Zeit“. Es stehe für die Epoche der „Orgelbewegung“, die eine Rückbesinnung auf die Ästhetik der Barockorgel forderte. Leider seien bei Bau nicht immer die besten Materialen verwendet worden. Zum Beispiel bestünden die Metallpfeifen von 1954 „aus minderwertigem Zink, das gegenüber dem klassischen Orgelmetall Zinn im Prospekt auch dem Laien schon durch seine matte Oberfläche zu erkennen ist“.

Trotz regelmäßiger Wartung der Orgel und dem Einbau von drei so genannten Zungenstimmen im Jahr 1993 steht jetzt eine größere Revision und Reparatur der Orgel an. Wie in vielen Orgeln hat sich infolge der Wärme und hohen Luftfeuchtigkeit ein Schimmelbelag ausgebreitet. Außerdem soll der Klang der Orgel verbessert werden.

Um zu prüfen, was finanziell auf sie zukommen könnte, hat die Kirchengemeinde nach Auskunft von Dirk Bennigsen, dem Vorsitzenden des Förderkreises Kirchenmusik, von Orgelbaufirmen Angebote eingeholt. „Wir könnten über Kosten von mehr als 100 000 Euro sprechen“, sagte er. Für das Projekt hat der Kirchenvorstand einen Ausschuss gegründet, dem unter anderem Pastorin Carola Timpe und Claudia Schlegel, die Vorsitzende des Kirchenvorstands, angehören. Für die fachliche Betreuung hat der Ausschuss den Kirchenkreiskantor Zoltán Suhó gewinnen können. „Er hat sich wirklich Zeit genommen und den Kirchenvorstand detailliert informiert“, berichtete Bennigsen.

Die in den 1950-er Jahren eingebaute Orgel in der St. Lucas-Kirche in Pattensen braucht eine umfassende Reparatur. Um Spenden dafür zu sammeln, geben fünf Musiker ein Benefizkonzert.

Da die Kirchengemeinde auf einen Zuschuss der Landeskirche hofft, ist auch der Orgelbeauftragte der Landeskirche, Hans-Christoph Becker-Foss, in das Projekt involviert. Die Musiker, die die Orgel kennen, wünschen sich nach Auskunft Bennigsens, dass der Barockklang wieder hergestellt wird. „Wenn wir etwas an der Orgel verändern wollen, muss das Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche zustimmen“, sagt Bennigsen. „Es ist alles nicht so einfach.“ Die Orgel sei es wert, sie so herzurichten, dass sie eine wichtige Funktion in Pattensen und im Kirchenkreis erfüllen könne. Die Beteiligten seien dankbar, dass sich die Künstler zusammen gefunden haben, um der Orgel und der Gemeinde das Benefizkonzert zu schenken. Es trägt den Titel „Von Barock bis Tango“, es werden unter anderem Werke von Vivaldi, Sibelius und Piazzolla zu hören sein. Der Eintritt ist frei, die Spenden fließen in die Orgelreparatur.

Von Kim Gallop

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