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Pattensen Imkerin nimmt sich bei den Bienen Auszeit
Umland Pattensen Imkerin nimmt sich bei den Bienen Auszeit
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14:52 11.07.2018
Geschäftiges Gewimmel: das Brutnest der jungen Königin. Quelle: Yvonne Topf
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Oerie

Wenn Yvonne Topf „an den Bienen arbeitet“, wie sie sagt, zieht sie häufig die typische Schutzkleidung der Imker gar nicht über. So lebhaft die 35-Jährige im persönlichen Gespräch ist, so ruhig sind ihre Bewegungen und alle Arbeitsschritte, wenn sie sich den Bienenstöcken nähert, die in ihrem großen Garten in Oerie stehen. „Wenn man an die Bienen rangeht, fährt man runter“, sagt sie. „Man ist wie in einer anderen Welt, das ist wie eine Auszeit.“

Tiere, und besonders Insekten und ihr Sozialleben, haben Topf schon immer interessiert. Als sie vor gut acht Jahren mit ihrer Familie auf einen Resthof in Oerie zog, hatte sie endlich genug Platz – im Garten und im Haus - für ihr neues Hobby.

Imkerin Yvonne Topf setzt bei ihrer Arbeit an den Bienen den Wassersprüher ein. Quelle: Kim Gallop

Sie wollte wissen: „Wie funktioniert das mit der Imkerei?“ Sie hat sich schlau gelesen und Kontakt zum Imkerverein in Springe aufgenommen. „Von dem Verein habe ich einen tollen Imkerpaten zur Seite gestellt bekommen“, berichtet Topf, „den konnte ich ein Bienenjahr lang begleiten.“ Inzwischen hält sie über eine WhatsApp-Gruppe Kontakt zu anderen Imkern. Die Bienensaison geht je nach Wetterlage von März/April bis Juli/August. „Das ist die arbeitsintensivste Zeit direkt mit den Bienen.“ Nach der Sommersonnenwende, hat die Imkerin beobachtet, stellen sich die Bienen langsam auf die Winterzeit ein. „Die Königin legt weniger Eier, und die Drohnen verlassen den Bienenstock.“

10 Völker hat Topf inzwischen in ihrem Garten stehen, sie erntet etwa 40 bis 50 Kilo Honig im Jahr. In ihrem Garten mit den vielen Blumen und blühenden Sträuchern finden die Tiere genügend Nahrung. Wobei es auch auf das Wetter ankommt: Das vergangene Jahr sei ein schlechtes Bienen- und Honigjahr gewesen, sagt Topf, weil Frost die Kirschblüte vernichtet hatte – traditionell die erste Nahrung für die Biene. Und dieses Jahr ist für eine gute Ernte zu trocken. Die Imkerin sieht mit Sorge, dass selbst in den ländlichen Gebieten die Pflanzenvielfalt fehlt und damit Futter für die Biene. „Der Raps ist die Haupttracht bei uns“, sagt sie, „danach folgt im Calenberger Land die Linde.“

Hobby-Imkerin Yvonne Topf aus Oerie hat 10 Bienen-Völker in ihrem Garten. Sie ist von den Tieren fasziniert und fotografiert sie häufig.

Wer den Bienen, ob Wildbiene oder Honigbiene, in seinem Garten oder auf dem Balkon etwas Gutes tun will, sollte sich genau erkundigen, rät Topf. Nicht jede Biene könne jede Pflanze anfliegen. „Das ist eine Wissenschaft für sich. Forsythien etwa bilden keinen Nektar aus.“

Anders, als viele Imker, benutzt sie beim Arbeiten am Stock nicht den sogenannten Smoker, der die Bienen mit Rauch ruhig stellt, sondern einen gewöhnlichen Wassersprüher. „Bienen können nicht fliegen, wenn sie nasse Flügel haben“, sagt die Imkerin. Gestochen wurde sie trotzdem schon hin und wieder. Und nimmt die Tiere gleich in Schutz: „Das war meist wegen einer Unvorsichtigkeit meinerseits.“

Wussten Sie schon? Zahlen zur Biene

10 Bienen wiegen ein Gramm. Eine Biene fliegt in zwei Minuten einen Kilometer weit. Eine Biene legt in ihrem Leben etwa 8000 Kilometer zurück. Ein Kilogramm Honig ist die Lebensarbeit von 350 bis 400 Bienen. Winterbienen können bis zu 9 Monate alt werden. Die Bienen des Sommers haben sich in drei Wochen zu Tode gearbeitet.

Eine Königin kann bis zu vier Jahre alt werden. Eine Königin kann in den Monaten Mai und Juni bis zu 2000 Eier am Tag legen. Aus befruchteten Eiern entstehen weibliche Bienen, aus unbefruchteten Eiern entstehen Drohnen, die männlichen Bienen. In einem starken Bienenvolk leben im Sommer bis zu 40.000 Bienen, dazu kommt eine Königin und etwa 300 Drohnen. gal

Von Kim Gallop

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