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Pattensen Kartoffelernte: Hitze bringt kleine Knolle
Umland Pattensen Kartoffelernte: Hitze bringt kleine Knolle
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16:08 12.10.2018
Die geernteten Kartoffeln laufen über ein Förderband vom Rodefahrzeug direkt in den Transporter. Quelle: Kim Gallop
Oerie

Eine Rodegemeinschaft hat am Mittwoch auf einem etwa 14 Hektar großen Acker am Wald von Oerie an einem Vormittag Kartoffeln geerntet und gut 700 Tonnen abgefahren. Am Donnerstag wurde ein Feld bei Vardegötzen abgeerntet. Dabei wurden jeweils mehrere Kartoffelroder sowie sogenannte Schwadleger eingesetzt und die Feldfrüchte mit mehreren Transportfahrzeugen in eine Scheue bei Bennigsen zur Einlagerung gebracht.

Heinrich Eicke aus Oerie, Bezirkslandwirt für Pattensen und als Mitglied der Oerier Agrar RGB am Steuer eines der Transportfahrzeuge tätig, zog zum Abschluss der Kartoffelernte eine gemischte Bilanz. „Der Aufwand war der gleiche wie immer, aber die Ernte ist kleiner“, sagte er. Wegen der ungewöhnlich großen Hitze in diesem Sommer sei die Kartoffel in ihrem Wachstum etwas zurück geblieben. „Die Knolle ist kleiner ausgefallen“, sagte er. „In der Halle in Bennigsen gibt es noch ausreichend Lagerkapazität.“ Geerntet wurden auf den Flächen in Oerie und Vardegötzen sogenannte Industriekartoffeln. Diese Kartoffeln sind für den menschlichen Verzehr gedacht, sie landen aber nicht in der Gemüseabteilung der Supermärkte. Die Knollen werden industriell verarbeitet, etwa für Pommes Frites aus der Tiefkühlabteilung, und müssen deshalb eine gewisse Größe aufweisen.

Zufrieden zeigte sich Eicke immerhin mit den kräftigen Regenfällen vor gut zwei Wochen. Diese natürliche Beregnung habe zwar zum Wuchs der Knolle nichts mehr beitragen können, so sei aber immerhin „die Rodbarkeit des Bodens“ verbessert worden. Denn die Ackerkrume war weder so aufgeweicht, dass die schweren Maschinen stecken bleiben, noch von der Sonne so hartgebrannt, dass die Kartoffeln im Boden haften bleiben.

Ein moderner Schwadleger kann Kartoffeln aus vier Reihen aufnehmen und zusammen ablegen. Quelle: Kim Gallop

Der Erntevorgang selbst ist ein Zusammenspiel von Mensch und hochentwickelter Technik. Zunächst fährt ein sogenannter Schwadleger über das Feld. Ein moderner Schwadleger, wie er von der Rodegemeinschaft eingesetzt wird, kann die Kartoffeln aus vier Reihen gleichzeitig aufnehmen und –ohne Schäden an der Schale – mittig in einer Reihe zusammen führen. Diese aufgehäufelten Früchte werden vom Kartoffelroder aufgenommen. Die Knollen laufen über einen beweglichen Arm mit Förderband und fallen vom Roder direkt in den Transportwagen. Je nach Einstellung, werden die wenigen Früchte, die die Mindestgröße nicht erreichen, gleich aussortiert.

Die Maschine ist so hoch entwickelt, dass kaum eine Knolle zurückbleibt - nur ganz kleine. Quelle: Kim Gallop

Auch dank der günstigen Bodenverhältnisse, haftet diesmal sehr wenig Erde an den Knollen. Das macht die Weiterverarbeitung einfacher, hilft den Landwirten aber auch, eine neue Vorschrift zu erfüllen. Denn neuerdings muss die anhaftende Erde bei der Anlieferung gesammelt und sortiert werden und kommt anschließend auf den Ursprungs-Acker zurück. „Die Erde muss zurück auf den Schlag“, bestätigte Eicke. Diese Vorgehensweise soll die Ausbreitung von Krankheiten verhindern, die die Kartoffel befallen können.

Von Kim Gallop

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