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Nachrichten Autor von Lonski spürt den Puls der Zeit
Umland Pattensen Nachrichten Autor von Lonski spürt den Puls der Zeit
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00:16 22.07.2017
Von Kim Gallop
Nicht abgehoben, sondern am Puls der Zeit: Autor Günter von Lonski. Quelle: Kim Gallop
Pattensen-Mitte

Mehrere Kinderbücher hat von Lonski in den vergangenen Jahren geschrieben und eine Reihe von Krimis für Erwachsene. Warum jetzt ein Jugendbuch und warum über dieses Thema? Autor von Lonski hat wohl einfach den Puls der Zeit noch früher gespürt, als andere. 

Er habe mit Jugendbüchern angefangen und kehre gewissermaßen zu seinen Wurzeln zurück, sagt er selbst. Und das Thema seines Romans sei nicht nur das Coming Out eines Jungen, sondern ganz allgemein die Erfahrung eines jungen Menschen, der sich fremd fühlt, der spürt, dass er anders ist. "Es ist schwieriger für einen Einzelgänger als für einen, der Mitglied einer Gruppe ist", sagt von Lonski. Die Hauptfigur versucht, ihrem autoritäten Vater zu gefallen. Björn weiß, dass er sich mehr für Mode interessiert, als für das Fußballspielen. Aber er braucht eine Weile, um zu sich selbst zu stehen.

"Ich wollte den jungen Leuten Mut machen, sich selbst anzunehmen." Dass das Thema abschreckend auf junge Leser wirken könnte oder gar auf Erwachsene, die ein Jugendbuch verschenken wollen, glaubt der Autor nicht. "Ich denke, dass ich mit meinem Buch überzeugen kann, nicht alles schwarz oder weiß zu sehen." Und er sei der festen Überzeugung, sagt der Vater und Großvater, "dass man in einer gut funktionierenden Familie über alles sprechen kann".

Hilfreich für den sensiblen und fantasievollen 15-Jährigen ist sein Freund, den nur er sehen und hören kann. Es handelt sich um den Flugpionier Jorge "Geo" Chavez, der 1810 als Erster mit einem Flugzeug den Alpenhauptkamm überquert hat. In einem Urlaub in Brig in der Schweiz, wo der Startpunkt für Chavez' halsbrecherischen Flug war, hat von Lonski vor vielen Jahren zum ersten Mal von Chavez gehört und gelesen. "Und seine Geschichte fasziniert mich bis heute", sagt er. Denn der nur 23-Jährige hatte seine Pioniertat vollendet, stürzte dann aber beim Landeanflug ab. Vier Tage später starb er.

Die Geschichte von Chavez wird in "Mut verleiht Flügel" durch die imaginären Dialoge mit Björn enthüllt. Der Roman wurde von Monika Fuchs, der Inhaberin des gleichnamigen Verlags aus Hildesheim, persönlich lektoriert. Dabei war die Lektorin so fasziniert von Chavez, dass sie mehr erfahren wollte. Doch der von dem Journalisten Paul Willi Bierbaum 1910 veröffentlichte Augenzeugenbericht "Im Aeroplan über die Alpen", den von Lonski damals in Brig gekauft hatte, war nicht mehr zu beschaffen. Deshalb hat der Verlag auch diesen Text neu aufgelegt.

Günter von Lonski sieht es mit Freude, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, passt aber nicht zu ihm. Er arbeitet derzeit an einem Musical über Elsa Buchwitz, einer Lokalheldin aus Hameln. Außerdem bereitet er einen Workshop mit Kindern aus Hannover-Vahrenheide über Flucht und Vertreibung vor, einen Krimi-Workshop mit Jugendlichen aus Alfeld und KrimiDinner-Termine für Laatzen und Pattensen. "Eigenlich wollte ich auch noch einen Krimi schreiben", sagt er, "aber ich habe soviel anderes zu tun."

Um diese beiden Bücher geht es

Über den Jugendroman "Mut verleiht Flügel" schreibt der Verlag: Björn hasst Fußball. Dumm nur, dass sein Vater Trainer der Schulmannschaft ist und ihn immer wieder aufstellt. Auf dem Feld ist er die Lachnummer der Mannschaft, mit dem Zeichenstift aber kann er zaubern. Am liebsten entwirft er Mode, sein Traumberuf ist Herrenschneider. Immerhin lernt Björn bei einem Spiel Mell kennen, sie spielt Rechtsaußen. Die beiden treffen sich, und schon bald will Mell mehr von ihm. Doch Björn wehrt ab. Er findet sie nett, aber mehr auch nicht. Wenn er allerdings Sven sieht, dann flattern Schmetterlinge in seinem Bauch …

"Mut verleiht Flügel" ist im Verlag Monika Fuchs erschienen und kostet 10 Euro (ISBN 978-3-947066-04-9). Es wird für Leser ab 12 Jahren empfohlen und ist auch als eBook erhältlich.

Über den Augenzeugenbericht "Im Aeroplan über die Alpen" von Paul W. Bierbaum schreibt der Verlag: Am 23. September 1910 gelang es dem in Paris lebenden Perua­ner Jorge »Geo« Chavez (1887–1910), erstmals mit einem Flugzeug den Alpenhauptkamm zu überqueren. Der Flug ging vom schweizerischen Brig über den Simplonpass ins italienische Domodossola. Und endete tragisch: Während das versammelte Publi­kum schon in Jubelstürme über den geglückten Überflug ausbrach, stürzte der 23-jährige Pilot beim Lande­anflug ab. Vier Tage später verstarb er. Sein Tod löste in der ganzen Welt Betroffenheit aus.

Über die Vorbereitungen dieses Fluges, den Flug selber und sein tragisches Ende veröffentlichte der Journalist Paul Willi Bierbaum, der als Bericht­erstat­ter vor Ort war, bereits im Oktober 1910 dieses Buch. Anlässlich des 130. Geburtstages von Geo Chavez am 13. Juni 2017 wurde es neu aufgelegt. 

"Im Aeroplan über die Alpen" ist im Verlag Monika Fuchs erschienen und kostet 10 Euro (ISBN 978-3-946077-05-6).

Fotostrecke Pattensen: Autor von Lonski spürt den Puls der Zeit

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