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Graffitikünstler träumt von Bilderwelten

Schulenburg Graffitikünstler träumt von Bilderwelten

Der Graffiti-Künstler Philipp von Zitzewitz hat schon zahlreiche Wände in Hannover und Umgebung verschönert. Der 39-Jährige wohnt seit vier Jahren in Schulenburg, wo auch der Sitz seiner Firma BIRDbrain Pictures Fassadenkunst ist. Im Oktober gestaltet er einen Workshop in der Gedenkstätte Ahlem.

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Immer unter Volldampf: Philipp von Zitzewitz präsentiert eines seiner Kunstwerke. Er steht vor einem Firmengebäude in Nordstemmen.

Quelle: privat

Schulenburg. Von Zitzewitz gehört zu diesen Menschen, die in ihrem Beruf aufgehen. "Wenn ich einen Auftrag habe, bin ich Feuer und Flamme. Da rattern dann auch nachts im Schlaf Bilderwelten durch meinen Kopf", sagt er. Sobald er aufwache, wolle er sofort mit der Arbeit beginnen. Die Wurzeln für sein grafisches Interesse wurden bereits im Elternhaus gelegt. "Das Malen war ein Hobby meines Vaters. So habe ich bereits einiges über verschiedene Perspektiven gelernt", sagt der in Hannover aufgewachsene von Zitzewitz. Etwa im Alter von 15 Jahren ging er dann auf Graffiti-Touren durch die Stadt. "Ich behaupte mal, nahezu jeder heute professionelle Graffiti-Künstler hat so begonnen", sagt von Zitzewitz. Seit dem Jahr 2000 ist er selbstständig als Graffiti-Künstler tätig. 

An der Fachhochschule Hannover hat von Zitzewitz visuelle Kommunikation, Malerei und freie Grafik studiert. Es folgte ein Redaktionsvolontariat beim ZDF in Hannover. Dort hat er unter anderem als Kameramann, Cutter und Regisseur gearbeitet. Doch am Ende wollte der diplomierte Künstler lieber eigene Projekte entwickeln und verließ den Sender.

Von Zitzewitz' Angebot ist vielfältig. Wenn er einen Auftrag bekommt, sucht der 39-Jährige gemeinsam mit dem Auftraggeber nach einem passenden Motiv. Einer seiner Schwerpunkte sind foto-realistische Motive, aber auch die Darstellung von Schrift. Möglich sind aber auch abstrakte Bilder. "Die Nachfrage wird immer größer. Die Graffiti-Kunst wird von vielen Bürgern mittlerweile als etwas ästhetisch Schönes wahrgenommen", sagt er. Zudem verändere eine schön gestaltete Wand auch den Lebensraum und trage zur Wohlfühlatmosphäre bei.

Zu seinen Auftraggebern zählen private Bürger, aber auch Unternehmen und die Region Hannover. Auch in Pattensen war der Künstler bereits tätig. Er hat gemeinsam mit Schülern der KGS die Graffitiwand am nördlichen Ortseingang gestaltet. Je nach Größe des Auftrags holt sich von Zitzewitz manchmal auch noch weitere Mitarbeiter dazu. "Die Szene rund um Hannover ist sehr vernetzt. Wir arbeiten eher zusammen als konkurrierend."

Trotz der guten Auftragslage findet von Zitzewitz Zeit, einen Blog auf seiner Internetseite fassadenkunst.de zu führen. Dort werden zahlreiche seiner Projekte vorgestellt. Ein privates Projekt war die Gestaltung des Kinderzimmers seiner heute drei Jahre alten Tochter. Im Kreis seiner Familie in dem Haus in Schulenburg nehme er sich dann auch mal die Zeit, um ein wenig zu entspannen, sagt von Zitzewitz.

Workshop in der Gedenkstätte Ahlem: Von Zitzewitz bietet auch Workshops an. Zu seinem nächsten lädt die Region Hannover ein. Von Zitzewitz will sich mit Jugendlichen in der Gedenkstätte Ahlem gestalterisch mit der Geschichte des Orts auseinandersetzen. Die Gedenkstätte war einst eine jüdische Gartenbauschule und wurde später von den Nationalsozialisten als Sammelstelle für Deportationen missbraucht.

Die Teilnehmer sollen einen Einblick in die Biografien der Menschen bekommen, "die hier gelebt und gearbeitet, aber auch gelitten haben", sagt von Zitzewitz. Aus der Auseinandersetzung mit dem Thema sollen Bilder entstehen, die Bewegen und zum Nachdenken anregen. "Das Projekt wird für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung", sagt von Zitzewitz. Für den nötigen historischen Hintergrund sorgen die Mitarbeiter der Gedenkstätte. Dazu gehört auch Shaun Hermel. "Wir wollen die entstehenden Kunstwerke in einer kleinen Ausstellung oder in Form einer Broschüre präsentieren", sagt er.

Der Workshop dauert vier Tage. Beginn ist am Freitag, 27. Oktober, von 16 bis 19 Uhr. Weiter geht es am Sonnabend, 28. Oktober, von 10 bis 16 Uhr, sowie am Sonntag, 29. Oktober, von 10 bis 14 Uhr und am Montag, 30. Oktober, von 10 bis 16 Uhr. Treffpunkt ist in der Gedenkstätte, Heisterbergallee 10, in Hannover. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen notieren Hermel unter der E-Mail-Adresse shaun.hermel@region-hannover.de und von Zitzewitz unter pvz@fassaden-kunst.de.

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