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14:38 21.02.2018
Während die Grundschulkinder auf dem schmalen Schulweg gehen oder auch rennen, fahren die Autos auf der Kreisstraße teilweise mit hohem Tempo dort vorbei. Quelle: Tobias Lehmann (Archiv)
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Jeinsen

 Es geht dem Ortsrat Jeinsen und der Schulleitung der örtlichen Grundschule, der Leinetalschule, um die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr. Aber Politik und Schulleiterin fühlen sich von den zuständigen Behörden nicht ausreichend unterstützt. Nun will der Ortsrat das Thema bei der nächsten Sitzung –am 28. Februar – wieder auf die Tagesordnung setzen. Die Schulleitung will parallel nach anderen Lösungen suchen. 

Seit es an der Leinetalschule Ganztagsunterricht gibt, gehen die Kinder mittags zum Landgasthaus Jeinsen an der Calenberger Straße. Dazu müssen sie auf einem sehr schmalen Gehweg – der dazu noch teilsweise durch eine hohe Mauer begrenzt ist – an der Kreisstraße 202 entlang gehen. Trotz des kurvigen Straßenverlaufs sind dort Auto- und auch Lastwagenfahrer mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit unterwegs. Die SPD-Fraktion hatte dazu beantragt, dass die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße von 50 auf 30 Kilometer in der Stunde reduziert wird. Dieser Antrag wurde im Ortsrat am 18. Oktober einstimmig empfohlen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass kurzfristig eine Begehung mit der Stadt Pattensen, der Polizei und der Landesverkehrswacht stattfinden soll.

„Seitdem ist nichts passiert“, sagte jetzt Dieter Alm, SPD-Ortsratsmitglied und stellvertretender Jeinser Ortsbürgermeister. Der Antrag sei weder im Verwaltungsausschuss noch im Rat der Stadt weiter behandelt worden, ergänzte Ortsbürgermeister Günter Kleuker (UWJ). „Obwohl ich mehrfach nachgefragt habe, auch im Verkehrsausschuss.“ Die Stadtverwaltung habe ihm geantwortet, dass der zuständige Fachbereichsleiter und der zuständige Sachgebietsleiter „derzeit zu viele andere Aufgaben zu erledigen“ hätten.

Auch Schulleiterin Renate Beblo hat sich um eine Entschärfung der ihrer Meinung nach sehr gefährlichen Situation bemüht. „Wir gehen viermal in der Woche mit bis zu 44 Kindern an der Straße entlang“, sagt sie. Der Gehweg sei mit einer Breite von einem Meter und der Straße auf der einen und der Mauerbegrenzung auf der anderen Seite sehr schmal. „Uns bereiten die Gänge zum Landgasthaus großes Kopfzerbrechen, zumal gerade kleine Kinder nach 5 Stunden Schule einen großen Bewegungsdrang haben.“ Es sei praktisch unmöglich, von allen die Disziplin zu verlangen, in Reih' und Glied zu gehen. Regenschirme seien übrigens inzwischen verboten, ergänzt die Rektorin, denn zwei Kinder mit aufgespannten Regenschirmen würden gar nicht nebeneinander passen.

Zu den Gefahrenpunkten sagt Beblo, dass Autos mit großem Schwung und sicher mit mehr als 50 Kilometern in der Stunde in den Ort hineinfahren und aufgrund der geschwungenen und hügeligen Straßenführung oftmals Mühe hätten, die Spur zu halten und aneinander vorbei zu kommen. „Da darf kein Kind auch nur einen Schritt zur Seite machen.“ Gerade auch in der eher dunklen Jahreszeit mit viel Regen sei es besonders gefährlich. „Wir können nur von Glück sagen, dass noch nichts passiert ist.“

Die Schulleiterin hat auch an die Region geschrieben, die für Kreisstraßen zuständig ist. Über die Antwort der zuständigen Mitarbeiterin des Fachbereichsverkehr zeigte sich Beblo „enttäuscht und fassungslos“. Die Regionsmitarbeiterin hatte sich die Situation vor Ort im Rahmen einer sogenannten Verkehrsschau am 24. August 2017 mit Stadt und Polizei angesehen. Sie bezeichnete den Kurvenverlauf als „langgezogen und deshalb trotzdem gut einsehbar“. Der Gehweg sei zwar durch die Mauer eingeengt, aber es seien „im weiteren Verlauf Nebenräume vorhanden, die die Begrenzung räumlich aufweiten“. Gefahrenzeichen wie „Achtung Kinder“ oder Vorschriftszeichen für Geschwindigkeitsbegrenzungen dürften nur angeordnet werden, „wenn eine besondere örtliche Situation vorliegt, die der Verkehrsteilnehmer  auch bei umsichtiger Fahrweise nicht wahrnehmen kann“. Alle Teilnehmer der Verkehrsschau seien deshalb übereingekommen, keine verkehrsregelnden Maßnahmen anzuordnen.

Dieter Alm vom Ortsrat Jeinsen fordert eine Sanierung des Gehwegs rund um die Bushalteselle an der Schliekumer Straße. Quelle: Kim Gallop

Beblo will jetzt mit der Schulgemeinschaft nach anderen Lösungen suchen. Ortsratsmitglied Alm kann über die Antwort der Region nur den Kopf schütteln. Er kann sich höchstens vorstellen, dass die Region von gewöhnlichen Fußgängern ausgegangen ist und nicht von gut 40 zappeligen Kindern. Außerdem kritisiert er, dass kein Mitglied des Ortsrats an der Verkehrsschau beteiligt wurde. „Dieser Mangel an Kommunikation ist besonders frustrierend“, sagte Alm. „Das wäre doch das Mindeste, vor Ort mit uns darüber zu sprechen.“

Bushaltestelle soll erneuert werden

Auch das Wohl der älteren Schüler liegt dem Ortsrat Jeinsen am Herzen. Deshalb hat die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, dass die Bushaltestelle an der Schliekumer Straße erneuert wird. Der Antrag wurde vom Ortsrat am 4. Januar 2017 einstimmig empfohlen. Getan hat sich seitdem aber nichts.

Die Buslinie 213 verkehrt zwischen Elze, Adensen, Schliekum, Jeinsen, Ruthe und Sarstedt. Sie dient vor allem dem Schülerverkehr und wird auch von den Schülern aus Jeinsen genutzt, die in Sarstedt zur Schule gehen. Die SPD hatte vorgeschlagen, dass für den barrierefreien Ausbau Geld aus dem entsprechenden Förderprogramm des Landes beantragt wird. Zum Ausbau passt der Wunsch des Ortsrats, dass eine Buslinie von Jeinsen aus an den Bahnhof Sarstedt angebunden wird. Dass im Falle der Buslinie 213 nicht die Region Hannover, sondern der Regionalverkehr Hildesheim (RVHI) beteiligt ist, mache die Angelegenheit nicht einfacher, fürchtet Alm. Auch für den Bereich um die Bushaltestelle herum wünscht er sich mehr Sicherheit. „Dort gibt es keinen richtigen Fußweg“, sagt er, „aber dafür jede Menge große Schlaglöcher.“ gal

Von Kim Gallop

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