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Nachrichten Autor von Lonski präsentiert Musical über Hameln
Umland Pattensen Nachrichten Autor von Lonski präsentiert Musical über Hameln
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00:18 09.02.2018
Günter von Lonski mit einer Auswahl seiner Werke: Die 5 Weserbergland-Krimis und der Kinderkrimi rund ums Pfannkuchenhaus. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen-Mitte

 Er hat es wieder geschafft: Am Sonnabend, 17. Februar, hat in Hameln ein von Günter von Lonski aus Pattensen konzipiertes Musical Premiere. Thema ist Elsa Buchwitz, die als Retterin der schönen Hamelner Altstadt gilt.

Von Lonski ist der Rattenfängerstadt sehr verbunden. Er hat bereits 5 Weserbergland-Krimis veröffentlicht, in denen Hameln eine Rolle spielt, und Kinderkrimis, die dort ihren Schauplatz haben. Dabei hat er die Figur der realen Elsa Buchwitz entdeckt, die mit ihrer Bürgerinitiative den Abriss eines großen Teils der Hamelner Altstadt verhindert hat. In vielen alten Häusern wollte damals kaum jemand mehr wohnen. Die historischen Gebäude sollten breiten Straßen und einen Einkaufszentrum weichen.

Der Autor recherchierte intensitv zu dieser starken und ungewöhnlichen Frau. Und stieß immer wieder auf Widerstand und Schweigen in Hameln. Schließlich haben durch Abriss und Neubau auch viele Menschen profitiert. Und die Gegner der radikalen Sanierung durch den Abriss wurden als Hinterwäldler verunglimpft, die sich gegen die Modernisierung der Stadt Hameln stellten.

Faszinierend auch, wie Elsa Buchwitz damals die Macht der Medien nutzte und sich sogar auf einen Abrisshaufen in der Altstadt legte – und wirkungsvolle Bilder produzierte, die von ZDF-Fernsehkameras in die deutschen Wohnzimmer gebracht wurden. Sie war eine Frau, die eine schwere Tuberkulose-Erkrankung  überwandt. Und eine Lokal- und Kreispolitikerin, die sich in ihren Entscheidungen von ihrer verstorbenen Großmutter leiten ließ.

War war Elsa Buchwitz?

Elsa Buchwitz wurde  am 5. Oktober 1929 in Hameln geboren. Nach der Schule absolvierte sie zunächst eine Ausbildung als Modistin und später als Eisenwarenverkäuferin. 1955 heiratete sie Helmut Buchwitz, dessen Eltern eine Eisenwarenhandlung in Hameln betrieben. Gemeinsam mit ihrer Mutter führte Elsa Buchwitz ab 1963 im Stadtteil Rohrsen in einer früheren Villa das Hotel Rosenhof mit Restaurant. Zu den Gästen zählten – während der Dreharbeiten zu den Edgar-Wallace-Filmen – prominente Schauspieler, darunter Götz George, Eddi Arent und Anneliese Rothenberger. 

Ab Ende der 1970-er Jahre bis zu ihrem Tod lebte Elsa Buchwitz in der Hamelner Altstadt in einem von ihr restaurierten Haus aus dem Jahre 1622. Außerdem restaurierte sie ein 1620 erbautes Bödnerhaus in der Hamelner Altstadt, in dem sie 1983 das noch heute bestehende Restaurant Pfannkuchen eröffnete. 

 In ihrem Wohnort Hameln engagierte sich Elsa Buchwitz als Angehörige der CDU in der Kommunalpolitik. Von 1973 bis 1997 gehörte sie dem Stadtrat in Hameln an. Von 1977 bis 1986 war sie zudem Angehörige des Kreistages des Landkreises Hameln-Pyrmont. Im Niedersächsischen Heimatbund war sie stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Denkmalpflege. 

1968 gründete sich unter Mitwirkung von Elsa Buchwitz die Bürgerinitiative Vereinigung Hamelner Bürger zur Erhaltung ihrer Altstadt e. V., der circa 250 Personen als Betroffene der Stadtsanierung und Sympathisanten angehörten. In der Vereinigung war sie zunächst Schriftführerin und ab 1972 Vorsitzende. Anlass zur Gründung der Bürgerinitiative war der Beschluss des Hamelner Stadtrates aus dem Jahr 1967, eine umfängliche Sanierung der Hamelner Altstadt durchzuführen. Sie sollte als Flächensanierung zu einem großflächigen Abriss der historischen Bebauung führen, um Platz für Neubauvorhaben zu schaffen. Die Stadt Hameln war seinerzeit zum „Modellfall Nr. 1“ für Altstadtsanierungen in der Bundesrepublik und in Niedersachsen geworden. Dieses Vorhaben unterstützte der Bund 1968 mit einer Million Deutsche Mark als Starthilfe für die Sanierung.

 Gegen die Sanierungspläne protestierte die Bürgerinitiative durch Leserbriefe und Demonstrationen. 1968 klebte Elsa Buchwitz mit Freunden in einer Nacht- und Nebelaktion Plakate an mehr als 100 vom Abriss bedrohte Häuser mit dem Aufschrift „Gott schütze dieses Haus vor Not und Brand – und vor der Stadtplanung“. Nachdem sie sich medienwirksam auf dem Schutt von abgerissenen Häusern präsentiert hatte, nannte man sie im Volksmund „Trümmer-Elsa“. Sie wurde 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und erhielt 1986 die Silberne Halbkugel des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz. Elsa Buchwitz starb am 20. November 1997 in Hameln. Quelle: Wikipedia/gal

Die Musik zu dem Musical „Elsa – Unser Hameln“  hat Reinhard Großer geschrieben, Solotrompeter und Chorleiter aus Springe, mit dem von Lonski schon häufiger zusammen gearbeitet hat. „Wir haben gemeinsam an dem Projekt gefeilt, das hat Spaß gemacht“, berichtet von Lonski.

Günter von Lonski (links) und Reinhard Großer mit einem Bild von Elsa Buchwitz. Quelle: privat

Ein Projektchor, der nur für das Musical gegründet wurde, übernimmt den Gesang. Und neben Schauspielern sind auch Tänzer dabei, für die Sabine Krauthäuser, Leiterin von Bellabina, einer Schule für Tanz und Musik in Hameln, die Choreographien entwickelt hat. „Sie macht mit Tanz den Abriss sichtbar“, freut sich von Lonski, „und den Kampf der Blutkörperchen.“ Trotz aller Begeisterung schreibt er jetzt aber nicht an dem nächsten Musical, sondern an einem Roman.

Nun wird Elsa Buchwitz ein musikalisches Denkmal gesetzt. Es wird am Sonnabend, 17. Februar, ab 19 Uhr im Kultur und Bildungshaus Regenbogen, Gröninger Straße 15, in 31785 Hameln, gezeigt. Der Eintritt kostet 17 Euro, im Vorverkauf 14 Euro. Vorverkaufsstellen in Hameln sind Buchhandlung Matthias,  Bäckerstraße 56, Telefon (05151) 94700 und Pfannekuchen Hameln, Hummenstraße 12, Telefon (05151) 41378.

Von Kim Gallop

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