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Nachrichten Koldinger wegen Diebstahl von Metallschrott verurteilt 
Umland Pattensen Nachrichten Koldinger wegen Diebstahl von Metallschrott verurteilt 
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00:17 28.02.2018
Das Amtsgericht Springe hat einen 20-jährigen Koldinger verurteilt. Quelle: Frank May
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Koldingen

 Die Liste der Anklagepunkte für einen 20-Jährigen aus Koldingen war lang: Vor dem Jugendschöffengericht am Springer Amtsgericht musste sich der junge Mann vom Vorwurf des Autodiebstahls über diverse Diebstähle von Altmetall bis hin zum Betrug verantworten. Am Ende des siebenstündigen Prozesstages mit mehreren Zeugenanhörungen verhängte das Gericht für den einschlägig Vorbestraften eine Freiheitsstrafe von einem halben Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten.

Dass er mehrfach Mal Metallschrott geklaut habe, räumte der Angeklagte unumwunden ein. Gemeinsam mit einem 17-jährigen Verwanden etwa war er im Juni 2017 mit einem Transporter auf ein Firmengelände in Appelern gefahren und hatte dort ein Fass mit Kupferresten im Wert von 200 Euro aufgeladen. Er habe dafür aber nur 90 Euro bekommen, ließ er vor Gericht von seiner Dolmetscherin übersetzen. Bereits zwei Monate zuvor sollen beide nach Überzeugung des Gerichts versucht haben, bei einer Firma in Dingen Dachrinnen zu stehlen. Auch hier fuhren sie mit einem Transporter auf das Firmengelände und luden das Metall auf. Ein aufmerksamer Nachbar hatte die Polizei informiert, die das Auto stoppte. Der jüngerer Cousin, ebenfalls einschlägig vorbestraft, musste sich für den Diebstahl und den Versuch hierfür ebenfalls vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Er wurde zu einem Freizeitarrest verurteilt.

Dass der 20-jährige Koldinger im Dezember 2016 einen BMW X6 gestohlen hatte, war hingegen nicht nachzuweisen, weshalb der Anklagepunkt auch fallen gelassen wurde. Zuvor aber hatten Jugendschöffengericht, Staatsanwältin und auch die Verteidigerin drei Stunden lang versucht, Licht in die Geschichte zu bekommen. Fest stand danach, dass der Angeklagte für das Auto 15.000 Euro selbst bezahlt und sich den verbliebenen Kaufpreis von 2000 Euro von einem Bekannten aus Salzgitter geliehen hatte. Dafür bekam der – quasi als Pfand – den zweiten Autoschlüssel. Der Angeklagte konnte von diesen Schulden zunächst nur 1000 Euro zurückzahlen. Deshalb drohte der Bekannte, die Schulden zu verdoppeln. Ihren Streit hierüber trugen beide im BMW aus. Als der Salzgitteraner auf einer Tankstelle zum Bezahlen ausstieg, soll der Angeklagte mit dem Auto weggefahren sein – in Richtung Rumänien. Zwischenzeitlich hätten sich die Kontrahenten bei ihr in der Kanzlei geeinigt, berichtete die Verteidigerin. Ihr Mandant habe die 15 000 Euro zurückbekommen, der Bekannte aus Salzgitter dafür im Gegenzug das Auto. Das Geld habe ihr Mandant im Übrigen von der Oma und dem Vater bekommen, betonte sie. 

Weiterhin war dem 20-Jährigen zur Last gelegt worden, dass er im Jahr 2015 in Hannover und Laatzen bei diversen Geschäften eingekauft und mit Bankkarte bezahlt hatte, obwohl sein Konto nicht gedeckt war. Weil der junge Mann aber für ähnliche Taten jüngst verurteilt worden war, wurde das Verfahren für diese Anklage eingestellt, erklärte die Jugendrichterin.

Für den Metall-Diebstahl ist der junge Mann auf Antrag der Staatsanwältin erstmals nach Erwachsenemrecht zu der halbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden und trägt damit auch die Kosten des Verfahrens. Sie zeigte sich zudem überzeugt: „Was wir hier heute verhandelt haben, war nur die Spitze des Eisbergs“. Darunter dürfte es nach ihrer Einschätzung noch viele Fälle geben, die nicht zur Anzeige gebracht worden seien. 

Von Annegret Brinkmann-Thies

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