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Umland Pattensen Nachrichten Schumann ist neue Bürgermeisterin
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00:18 18.06.2014
Wahlsiegerin in Pattensen: Ramona Schumann. Quelle: Junker
Pattensen

Als die Ergebnisse aus den Wahllokalen nach und nach eintrafen, brandete bei den Sozialdemokraten im Calenberger Hof Jubel auf. Schon früh am Wahlabend hatte sich abgezeichnet, dass Schumann weit vor CDU-Kandidat Axel Müller liegt. Nach weniger als einer Stunde herrschte dann Gewissheit: Mit 67,4 Prozent lässt die Schulenburgerin den Christdemokraten Müller (32,6 Prozent) weit hinter sich. „Ich bin sprachlos“, sagte Schumann im ersten Moment. Sie sei absolut überwältigt, ergänzte sie dann, dass der Zuspruch für sie so deutlich ausgefallen sei.

Die Unterstützer Müllers hatten sich im Ratskeller versammelt. Schon früh war deutlich geworden, dass es für ihren Kandidaten nicht reichen würde. „Ich bin tief enttäuscht“, sagte der Christdemokrat. „Die Wähler haben nicht geschaut, was an Sachthemen diskutiert wird, sondern nach anderen Kriterien entschieden. Man muss das akzeptieren.“ Jonas Soluk, CDU-Stadtverbandsvorsitzender und Ratsmitglied, sagte, er halte Müller wegen seiner Sachkompetenz für den sehr viel besseren Kandidaten. „Es ist schade, dass so eine Entscheidung gefallen ist.“ Soluk wies darauf hin, dass die SPD keine eigene Mehrheit im Rat hat. „Die CDU ist auf eine gute Zusammenarbeit aus – konstruktiv und kritisch.“

Der deutliche Sieg Ramona Schumanns ist zugleich eine schwere Schlappe für Pattensens Ersten Stadtrat Axel Müller. Der CDU-Kandidat konnte sich in keinem einzigen Pattenser Ortsteil durchsetzen. Weit vorn liegt die Sozialdemokratin Schumann vor allem in ihrem Heimatort Schulenburg, wo sie satte 77 Prozent hinter sich vereint. Weitere Hochburgen sind Jeinsen (75,2 Prozent) und Hüpede (74,0). Müller schnitt in Oerie (45,6 Prozent) am besten ab, lag aber auch dort neun Prozent hinter seiner Konkurrentin. Besonders bitter für den Christdemokraten: Im Vergleich zum ersten Wahlgang verlor Müller sogar an Stimmen, obwohl sich die Zahl der Kandidaten halbiert hat. CDU-Wahlkampfleiter Wolfgang Fürmeyer betonte trotz der Niederlage, dass die Inhalte der Kampagne richtig gewesen seien: „Wir wollten Axel Müller als ausgewiesenen Fachmann für die schwierigen Aufgaben positionieren, die auf uns zukommen. Aber wenn der Wähler das so will, dann ist das so.“

Für die SPD sind die Gründe für den Sieg klar: „Das Geheimnis war das Einbeziehen der Leute – und sich mit allen Gruppen auseinanderzusetzen“, sagte die ehemalige Regierungspräsidentin Gertraude Kruse. „Die Menschen wollen mitgenommen werden“, befand auch Schumann. Ortsvereinsvorsitzender Thomas Vogel sagte, er freue sich, dass die ganze Partei hinter Schumann stand – und spielte damit auf die heikle Kampfkandidatur gegen Karl-Heinz Schieweg im Vorfeld der Wahl an.

Die Wahlbeteiligung lag mit 52,3 Prozent unter der des ersten Wahlgangs: Vor drei Wochen gaben 59,6 Prozent ihre Stimme ab.

Kommentar: Neuer Stil 
im Rathaus

Die Sensation ist perfekt: Das eher als konservativ geltende Pattensen hat zum ersten Mal eine Frau als Bürgermeisterin gewählt. Es ist nicht so, wie manche der Enttäuschten jetzt murren, dass der Wähler sich von einem netten Lächeln hat blenden lassen. Offenbar wünschen sich die Menschen einen neuen Stil im Rathaus, den sie von der jungen Frau verkörpert sehen. Dafür nehmen sie auch in Kauf, dass sich jemand, der von außen kommt, erst einmal einarbeiten muss. Viel Zeit darf sich Schumann dafür aber nicht nehmen. Es gibt mit KGS-Erweiterung, Rathaus-Neubau und Altstadtsanierung wichtige, millionenschwere Projekte zu stemmen.

Von Kim Gallop
und Johannes Dorndorf

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