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Nachrichten Weiden werden per GPS erfasst
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12:15 11.09.2015
Kopfweidenprojekt: Diplombiologe und Geschäftsführer Kai-Olaf Krüger überprüft auf der Karten, welche Bestände schon erfasst sind.  Quelle: Kim Gallop
Pattensen

Jahrzehntelang stand die Silberweide in einer Reihe mit anderen am Ufer der Schille in Pattensen-Mitte. Nun ist ein Teil des Baumes einfach abgebrochen und liegt unweit des Bruchwiesenwegs danieder. Der schlechte Pflegezustand könnte ein Grund für den Kollaps sein. Um die attraktiven und ortsbildprägenden Bäume zu schützen, erfasst die Ökologische Station Mittleres Leinetal den Bestand und Zustand der Kopfweiden in Laatzen, Hemmingen und Pattensen.

Früher wurden aus Weidenruten Körbe oder Reusen geflochten. Doch heute werden die Ruten nicht mehr gebraucht, deshalb ist der Pflegezustand schlecht. Der Verein Ökologische Station Mittleres Leinetal wurde 2012 von BUND und Nabu Hannover und Hildesheim sowie von der Paul-Feindt-Stiftung Hildesheim gegründet.

Vorstandsvorsitzende ist Gertraude Kruse aus Pattensen, Geschäftsführer sind Kai-Olaf Krüger und Theo Stracke.

Ziel der Kartierung, die im Auftrag der Region erfolgt, ist es, nicht bloß Daten zu sammeln, sondern ein Pflegekonzept vorzulegen. Die Bäume werden bestimmt und die Standorte per GPS festgehalten. Der Kopfweidenbestand in Laatzen und Hemmingen ist bereits kartiert, die Kartierung für das Stadtgebiet Pattensen wird 2016 abgeschlossen, sagt Diplombiologin Franziska Flock. „Bisher sind in Pattensen 241 Weiden erfasst.“

Die Weiden bieten vielen Insekten und auch Vögeln Schutz und Nahrung. Geschäftsführer Krüger, der Diplombiologe ist, berichtet, dass das Holz für die Biber Nahrung ist. „Da können sie keinen Schaden anrichten“, betont er. Die Weiden seien sehr regenerativ und würden sofort wieder ausschlagen. Da diese Bäume nah am Wasser stehen, ist der gesättigte Biber nicht in Versuchung, andere Bäume anzuknabbern und zu schädigen.

Baumform braucht Schnitt

Die Kopfweide ist keine Baumart im botanischen Sinne, sondern entsteht durch die Schnittpflege. So steht es in der Broschüre „Kopfweiden“ des Nabu Laatzen. Bei den Bäumen im Leinetal handelt es sich meistens um Silber- oder Rötelweiden. Um die typische Form zu erhalten, müssen die Bäume in ihrer Jugend in einer Höhe von einem bis vier Metern über dem Boden geköpft, also abgeschnitten, werden. Werden die austreibenden Zweige regelmäßig geschnitten, verdickt sich allmählich die Schnittstelle. So entsteht das Bild mit dem relativ kurzen Stamm und dem markanten dicken Kopf.

Von Kim Gallop

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