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Pattensen ADFC: Radfahrer sollen auf der Straße fahren dürfen
Umland Pattensen ADFC: Radfahrer sollen auf der Straße fahren dürfen
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00:17 03.03.2019
Können die Radfahrer auf der Göttinger Straße bald auf der Fahrbahn fahren? Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen-Mitte

Der ADFC-Ortsverband Hemmingen-Pattensen begrüßt den Bau der Bike-and-Ride-Anlage an der Göttinger Straße. Der Pattenser Verwaltungsausschuss hat dem Projekt am Dienstagabend in nicht öffentlicher Sitzung zugestimmt. Jetzt will sich der ADFC dafür einsetzen, dass mit dem Bau der Anlage an der Haltestelle Schöneberger Straße den Radfahrern auch das Fahren auf der Straße erlaubt wird. Die Stadtverwaltung hat in einer Vorlage auch bereits angeregt, dass der bisherige gemeinsame Rad- und Gehweg künftig als Gehweg mit dem Zusatz „Radverkehr frei“ ausgewiesen wird.

ADFC-Sprecher Jens Spille erläuterte in der Sitzung mit 13 Gästen am Mittwochabend im Calenberger Hof die rechtlichen Hintergründe. „In der bisherigen Regelung müssen Radfahrer den gemeinsamen Geh- und Radweg nutzen und dürfen nicht auf der Fahrbahn fahren“, sagte er. Wenn die Pattenser Ratsmitglieder dem Vorschlag der Verwaltung folgen, dürfen Radfahrer in dem Bereich auf die dort mit Tempo 30 ausgewiesene Göttinger Straße ausweichen. „Dafür haben Fußgänger auf dem Weg Vorrang. Selbst wenn jemand nur kurz anhält, um auf sein Handy zu schauen, müssen Radfahrer Rücksicht nehmen“, sagte er. Sollte es zu einem Unfall kommen, habe der Radfahrer Schuld.

ADFC-Mitglieder und Gäste diskutieren über ein Radverkehrskonzept für Pattensen. Quelle: Tobias Lehmann

Ein weiterer Gast sagte, dass es für alle Beteiligten Vorteile habe, wenn die Radfahrer dort auf der Straße fahren können. „Als Radfahrer fühle ich mich auf der Straße sicherer. Dort sind keine Fußgänger, Kinder oder Hunde, die überraschend vor das Rad laufen“, sagte er. Der ADFC will jetzt kurzfristig einen Antrag formulieren, der den Vorschlag der Verwaltung unterstützt. Die Zeit drängt. Die Fraktionsvorsitzende der Pattenser Bündnisgrünen, Sandra Stets, nahm ebenfalls als Gast an der Veranstaltung teil. Sie sagte, dass über den Antrag im März politisch beraten werden soll. Spille kündigte zudem an, dass in weiteren ADFC-Sitzungen über ein Radverkehrskonzept für die gesamte Stadt Pattensen gesprochen werden soll.

Stets teilte auch mit, dass mit der Region Hannover noch über kleinere Änderung der geplanten Anlage verhandelt werden soll. Im Vorfeld hatten einige Pattenser kritisiert, dass die Anlage aus einer 86 Meter langen Holzwand bestehen soll, die keine Sichträume mehr auf den Parkplatz des Lidl-Marktes an der Stelle zulassen. „Möglicherweise können vereinzelt auch sichtdurchlässige Scheiben eingebaut werden“, sagte Stets. Das befürwortete auch ein weiterer Gast. „Optisch ist diese Anlage wirklich nicht schön. Scheiben wäre eine Verbesserung“, sagte er.

Die ADFC-Mitglieder sprachen auch über die geplante Beleuchtung. Die Anlage soll mit Bewegungsmeldern ausgestattet werden, die das Licht einschalten. So soll verhindert werden, dass dort Räume entstehen, die Bürgern aufgrund der Dunkelheit Angst machen. „Möglicherweise kann das Licht auch die ganze Nacht durchgehend brennen“, sagte ein Teilnehmer. Ein weitere bemerkte, dass dies eine nicht notwendige Lichtverschmutzung sei. Spille schlug als Alternative vor, dass die Beleuchtung durchgehend gedimmt auf zehn oder zwanzig Prozent leuchten kann und bei registrierten Bewegungen kurzzeitig voll eingeschaltet wird.

Abschließend äußerte Klimaschutzmanagerin Dagmar Moldehn, dass sie die Bedenken einiger Bürger zwar verstehen könne. „Dennoch führt aus Gesichtspunkten des Klimaschutzes kein Weg an diesem Projekt vorbei“, sagte sie. Es sei ein sichtbares Bekenntnis zum Radverkehr im öffentlichen Raum.

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Von Tobias Lehmann

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