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Pattensen Ortsrat lehnt Bike-and-Ride-Anlage ab
Umland Pattensen Ortsrat lehnt Bike-and-Ride-Anlage ab
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00:20 24.02.2019
An der Haltestelle Schöneberger Straße stehen immer viele Fahrräder. Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen-Mitte

Der Ortsrat Pattensen-Mitte hat den Bau einer Bike-and-Ride-Anlage im Bereich der Haltestelle Schöneberger Straße abgelehnt. Über die Abstimmung gab es Streit, denn die Region Hannover hatte die Pläne auf Anregung des Ortsrates überarbeitet.

Die fünf CDU-Mitglieder stimmten am Mittwochabend dafür, die Anlage nicht zu errichten. Die Verwaltung hatte keine Beschlussempfehlung vorgegeben. Die beiden SPD-Mitglieder sowie Horst Harry Raese (Freie Wähler) sprachen sich dafür aus. Die beiden SPD-Mitglieder Jörg Walkowiak und Axel Steding kritisierten das Votum der CDU. „Die Region hat uns die Pläne vorgestellt und unsere Vorschläge berücksichtigt. Jetzt können wir das doch nicht ablehnen“, sagte Steding. Walkowiak ergänzte: „Es geht hier auch um die Glaubwürdigkeit der Politik.“

Bike-and-Ride-Anlage für 135 Fahrräder

Die Region Hannover will zwei sogenannte Bike-and-Ride-2.0-Anlagen in Pattensen und Langenhagen für insgesamt 910.000 Euro bauen lassen. Die Anlage in Pattensen-Mitte an der Haltestelle an der Göttinger Straße in Höhe des Lidl-Marktes sollte in der ursprünglichen Planung Platz für 180 Räder bieten, 86 Meter lang sowie 3,30 Meter hoch und 2,60 Meter tief sein. Auf Anregungen aus dem Ortsrat im vergangenen Jahr hatte die Region die Pläne noch einmal überarbeitet. Die aktuelle Planung sieht lediglich eine Breite von 2,50 Meter und Platz für 135 Räder vor.

Peter Soluk (CDU) kritisierte jedoch die Informationspolitik der Region bei einem internen Treffen mit dem Ortsrat. „Die Stimmung war eher wie auf einem Basar. Es wurden viele Vorschläge gemacht, nicht alle berücksichtigt“, sagte er. Nach Meinung seiner Fraktion passe das Projekt weder in das Ortsbild noch füge es sich in die Umgebung ein. Die Verwaltung hatte darauf hingewiesen, dass nach diesen beiden Kriterien laut dem Baugesetzbuch das Vorhaben untersagt werden kann. Soluk kritisierte ferner, dass die Folgekosten für die Stadt nicht absehbar seien. Geplant war, dass die Stadt nach dem Bau die Verkehrssicherheit und Unterhaltung der Anlage übernehme. Soluk schlug vor, einfach noch weitere Fahrradbügel aufzustellen, die den Bedarf an der Stelle decken sollten. Die Region hatte in der Planung auch ausgeführt, dass die Anlage nachts beleuchtet sein soll, „um Angsträume auszuschließen“. Soluk sagte, dass es besser wäre, gar keine Angsträume in Pattensen zu schaffen.

Region drängt auf Bau von Fahrradparkplatz

Die Region teilte laut ihrer Sprecherin Carmen Pförtner auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass sie jetzt zunächst das endgültige Votum der Stadt abwarten will, das nicht öffentlich im Verwaltungsausschuss am Dienstag, 26. Februar, fallen wird. Zuvor wird über das Thema aber noch einmal öffentlich in der Sitzung des Bauausschusses am Montag, 25. Februar, ab 19 Uhr im Rathaus diskutiert. Pförtner sagte: „Wir würden das Projekt gerne umsetzen, weil es aus unsere Sicht für Pattensen ein Gewinn wäre.“ Die Zeit drängt: Die Region müsse Anfang März ausschreiben, sonst verfallen die beantragten Fördermittel, sagte Pförtner. Der ebenfalls geplante barrierefreie Umbau der Haltestelle Schöneberger Straße sei davon nicht betroffen. „Das wird wie geplant umgesetzt“, sagte Pförtner.

Die Vertreterin der Bündnisgrünen im Ortsrat, Eleni Kyriazaki, konnte an der Sitzung nicht teilnehmen. Die Ratsfraktion nimmt allerdings in einer Pressemitteilung Stellung zu dem Thema. „Die Anlage ist eine wegweisende und vorbildliche Infrastruktur und würde die Stadt attraktiver machen“, erläuterte Ratsherr Uwe Hammerschmidt. Sein Fraktionskollege Michael Dreves ergänzte: „Die Anlage wird größer als normale Anlagen und wirkt dadurch erstmal befremdlich. Doch hier soll ein breites Angebot erprobt werden, das wirklich toll für die Stadt wäre.“

Als Gast in der Ortsratssitzung nahm auch der Sprecher des Ortsverbandes Hemmingen/Pattensen im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Jens Spille, teil. Er forderte ebenfalls eine Umsetzung des Projekts. „Wir sehen den entsprechenden Bedarf“, sagte er.

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Von Tobias Lehmann

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